Später Vormittag, wir rollen vom Hof des Fritz House. Der perfekte Platz zum Übernachten in Rio de Janeiro, finden wir.
Rein in den Verkehrshorror.
Durch die Vorstädte.
Die Brücke nach Niteroi kommt in Sicht. Die längste Brücke Südamerikas, 13,3km lang.
Von der Brücke aus bietet sich ein toller Blick auf Rio mit Zuckerhut, Museo da Almanha und Cristo Redentor.
Auf den Lichtmasten hocken große Wasservögel, die Fahrbahn ist geflickt und rissig.
Am höchsten Punkt misst die Brücke 72 Meter. Martin lässt das zum Glück alles kalt…..
Mir wird schlecht….
Ciao, ciao Rio!
Am anderen Ufer teilt sich die Fahrbahn in sieben Spuren, alle in verschiedene Richtungen. Unser Ziel steht nicht auf den ohnehin spärlichen Hinweisschildern, so müssen wir sehr schnell eine Entscheidung treffen. 50:50. Leider treffen wir die falsche und landen mitten im chaotischen Stadtverkehr von Niteroi.
Man darf nicht links, aber auch nicht rechts abbiegen. Kein U-turn, völlig wirre Kreuzungen, Einbahnstrassen konstant in die falsche Richtung. Und natürlich keine Schilder.
Eine halbe Stunde irren wir herum, bis wir die richtige Auffahrt finden und aus Niteroi abhauen können.
Was uns sofort auffällt: es ist deutlich ärmlicher und mülliger als südlich von Rio. Die Bevölkerung wird farbiger.
Wir wollen ans Meer und so nehmen wir den Abzweig nach Restinga de Marica. Über Sand und Staub landen wir am Meer hinter Fischerbuden und Schuppen.
Da unter den Bäumen wär´s schön…
Aber ein großes Verbotsschild schreckt uns ab. Area protectiva. Und tiefer, weicher Sand, wir müssten Luft aus den Reifen lassen.
Nee, wir fahren die Piste weiter, etwas oberhalb hinter den Dünen entlang.
Hier gibt es ein paar Möglichkeiten…..aber wir können uns nicht entschließen….es ist ziemlich müllig.
Rappelkiste rollt an allen Plätzen vorbei, weiter bis nach Guaratiba.
Hier vielleicht?
Häßlich!
Weiter bis nach Ponte Negra, das sieht hübsch aus. Leute waten im Fluss herum, es gibt Bars und Restaurants
Aber kein Platz für Rappel….
Wir kurven rauf zum Leuchtturm und entdecken von oben den Traumstrand von Ponte Negra mit großem Parkplatz.
Am Leuchtturm wird gebaut, es reicht gerade zum wenden.
Also wieder runter, alles ist Einbahnstrasse, wir kurven in einem weiten Bogen um die Stadt herum.
Zurückfahren zum Strand?
Nein, weiter.
An dieser Promenade gibt es Parkplätze, aber das ist ja so häßlich…..
Wären wir doch bloß in Ponte Negra geblieben…..
Stattdessen rollen wir weiter und weiter, ausgebremst durch Baufahrzeuge und Bodenschwellen.
Der Strand ist echt toll. Früher konnte man wohl am Strassenrand parken. Das ist vorbei, ein Radweg wird gebaut.
Dann sichten wir in Saquarema eine kleine Parkbucht an der Strasse, die ist unser.
Wirklich nicht der schönste Platz von allen, die wir heute gesehen haben. Da sind wir an viel schöneren Möglichkeiten vorbeigefahren. Was soll´s, Hauptsache Feierabend.
Feuchtwarme Tropenluft, wir zerfließen…..
Wie gerne würden wir ins kühle Meerwasser springen. Der herrliche Strand ist menschenleer. Fritz hat uns gewarnt: bis Macaé ist die Strömung sehr gefährlich, keine guten Badegewässer. Mist.
Gewitter zieht auf, Regen prasselt aufs Dach, doch es kühlt nicht ab…..
Die Nacht bleibt warm und klamm…..
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Guten Morgen!
Die Sonne bratzelt schon wieder unbarmherzig auf unsere Köpfe. Die Luft dampft.
Los geht´s, ein schneller Einkauf und weiter gen Norden.
Ein Schmetterling fährt eine Weile mit…
An einem Strassenstand kaufen wir Weintrauben und frische Guave, das ganze Fahrerhaus duftet bald danach.
Im nächsten kleinen Ort erstehen wir einen Sonnenschirm. Groß, bunt, nicht gerade billig.
Nördlich von Praia Seca biegen wir ab.
Ein herrlicher Strand, aber im Wind flattert die rote Fahne. Zu starke Strömung, keiner kann baden.
Und der einzige Platz hier ist gar nicht schön
Weiter Richtung Cabo Frio. Auf der Karte sehen wir ein paar sandige Strandpisten zwischen den Dünen, sollte für Rappel kein Problem sein.
Doch die erste ist komplett verwildert, nicht mehr zu erkennen.
Die zweite Einfahrt ist zugewachsen mit Gebüsch. Könnten wir drübermetern, aber sowas macht man ja nicht.
Auf dem Weg zur dritten Zufahrt entdecken wir die Laguna Araruama.
Das ist es. Ein wunderschöner Platz auf der Landzunge zwischen Atlantik und See.
Und hier können wir auch schwimmen.
Das Wasser ist salzig und warm. Ein Salzwasserthermalbad vor der Tür.
Fühlt sich leicht dickflüssig an, es erinnert an unser Bad im Toten Meer in Jordanien, nur nicht ganz so extrem, zum Glück.
Da haben wir was schönes gefunden.
Internet läuft auch, Martin kann Fußball gucken
TOOOOOR!!!!!
Von Osten galoppieren wilde Wolken vorbei….
in einen roséfarbenen Sonnenuntergang….
Gegenüber glitzern die Lichter von Araruama
Hier bleiben wir erstmal.
Liebe Grüße, bis dann!
Julia & Martin
Drink positive!
Auf Instagram: Rappelkisteberlin











































































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