Wir müssen uns um die gebrochene Staudruckbremse kümmern.
Hohenau gilt unter Overlandern als Werkstattparadies. Gute Arbeit zu vernünftigen Preisen und obendrein sprechen dort viele Leute deutsch.
Haben wir beide Lust auf Werkstatt-Tage? Nein!
Ändert das was an der kaputten Bremse? Nein!
Also los.
Durch den Matsch…wischsch…gleiten die Zweige über die Rappelkiste…..
BÄMM! Das war ´ne Luftwurzel….

Achtung…kurze Sehstörung……
Grüne Tunnel….Vorsichtig schiebt Rappelkiste die Zweige zur Seite…
Martin hebt die Bambusstangen übers Dach
Dieser Wald ist einfach wunderschön…
Der Ranger öffnet die Schranke und wünscht uns gute Fahrt
Gemütlich schwanken wir über die Piste nach Itaypyte
Der rote Lehm leuchtet mit den bunten Häusern um die Wette. Wäsche hängt überm Zaun. Leise bommelt die Weihnachtsdeko über unser Dach
Ein bißchen Schaukelei und wir hören wieder dieses furchtbare Schlaggeräusch. Das häuft sich jetzt. Irgendwas knallt, wenn wir über Bodenwellen oder Kurven fahren. Sehr unangenehm…was kann das bloß sein?
Schließlich kommen wir runter von der roten Piste
Auf die schnurgerade Strasse
Abwechselnd Sojafelder und kleine Urwaldreste. Vom ursprünglichen Regenwald Paraguays sind klägliche 7% übrig geblieben. 93% sind abgeholzt und landwirtschaftlichen Flächen, z.B.: dem Sojaanbau, zum Opfer gefallen.
Peaje….die Maut beträgt nur wenige Cent.
Minilädchen und kleinste Essbuden am Strassenrand.
Winzige Hütten mit Binsendächern, vor denen viele, viele Leute sitzen. Viele, viele Kinder rennen rum. Sieht so aus, als wohnen alle zusammen in der winzigen Hütte. Unter Schattendächern sitzen indigene Familien, die Mate-Kräuter oder Limetten anbieten
Wir nähern uns Hohenau. Hauptstadt der Einwanderer – so der Werbeslogan der Stadt.
Das Choppe Fest haben wir verpasst….
Auf dem Camping Parque Manantial checken wir ein.
DER Overlander Treffpunkt in Paraguay.
Man spricht deutsch, das ist irgendwie ulkig, mitten in Südamerika. Wie in Blumenau…
Eine große Wiese, auf der schon zwei Reiselkw stehen.
Das sind doch….ja!
Marlene und Daniel ( @madahin ), die wir im Mai letzten Jahres beim UY Storage getroffen haben! Die Freude ist riesengroß!
Der andere Lkw gehört Silvia und Martin, die sich hier gut auskennen und uns schon mal Werkstatt-Tipps geben.
Mit kühlen Getränken sitzen wir am Pool, etwas muckelig, weil wir lieber in Paraguay rumreisen würden, statt in Werkstätten zu hocken.
„Jeden Tag ab 17 Uhr treffen wir uns zum Apéro“ erzählt uns Dörli, die mit ihrem Mann Wolfgang in einem älteren Womo unterwegs ist. Die beiden sind mit über 80 Jahren die Ältesten in der Runde.
Zum Abend kühlt es merklich ab. Ich ziehe meinen Hoodie über – zum ersten Mal seit Wochen, was sag´ich: seit Monaten!!
Zum Apéro sitzen wir alle zusammen und erzählen Reisegeschichten.
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In den Palmen lebt eine große Mönchsittichkolonie und unterhält uns mit ihrem fröhlichen Dauergeschnatter.
Beobachtet von Kaninchenkäuzen beginnt unser Arbeitstag.
Martin baut die Staudruckbremse aus. Sieht unbequem aus…
Die Halterung ist weggerostet
und die Bremse sitzt fest. Mit kräftigen Hammerschlägen versucht Martin, sie wieder gängig zu machen.
Das Staufach ist immer noch nicht regendicht. Alles darin ist wieder nass und muffig.
Also wieder alles raus und waschen…
Wenn man schon mal dabei ist….dann kann ich auch gleich noch ein paar Shirts waschen…
Oh! Der ist aber schön…
15 Uhr ist Feierabend. Wir holen die Dax aus ihrer Garage und düsen los, zum Pronto Supermarkt.
Die Produkte kommen uns bekannt vor….
Wir kaufen eine Dose OFF! und eine Flasche AUT! – einheimische Mosquitovergrauler.
Man möchte lieber nicht lesen, was die Inhaltsstoffe sind….
Abends tanzen hunderte goldflirrende Libellen in der Luft…Die Wiese ist voller bunter Blumenfarbtupfer
Dieser Falter interessiert sich sehr für das Limoglas
OFF! und AUT! wirken, kein einziger Mosquitostich heute Abend….
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Montag, endlich können wir die Werkstätten abklappern.
Zuerst suchen wir Elvios Lackiererei. Elvio wird von allen in den höchsten Tönen gepriesen. Rings um die Frontscheibe blüht der Rost und die Pulverbeschichtung der Felgen platzt weg. Das müssen wir angehen.
Mit der Dax sausen wir durch die Stadt. Die Werkstatt ist geschlossen – es sind Sommerferien, Elvio macht Urlaub. Wie lange kann uns keiner sagen…Da sind wir zur völlig falschen Zeit hierhergekommen…..was für ein Flop.
Wir klappern noch ein paar Schlossereien ab, wegen der Staubremse, aber alle machen Urlaub. Mist.
Und jetzt? Genießen wir erstmal den schönen Sommertag. Den Pool haben wir heute ganz für uns allein.
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Marlene und Daniel empfehlen uns den Diatetika, eine Art Bioladen. Wir hoffen auf Quark, aber sie haben heute keinen. Dafür Minzkräuter und Kichererbsenmehl. Und eine schöne Saatenmischung zum Brot backen.
Im Mercado Colonias Unidas gibt es Roggenvollkornmehl! Wir sind dort zur Mittagszeit, punkt 12 Uhr geht plötzlich das Licht aus. Wir denken: Stromausfall, aber der Securitymann erklärt uns, das jetzt Mittagspause sei. Ungewöhnlich….
Wir machen dann auch erstmal Mittagspause unterm Schattenbaum.
Martin zieht wieder den Werkzeugkasten, kümmert sich um kleine Reparaturen
Die Käuzchen haben alles im Blick….
Zwischendurch plaudern wir ausgiebig mit Marlene und Daniel, tauschen Geschichten, Meinungen und Buchtipps.
Macht viel Spaß mit den Beiden.
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In der Tankstelle am Kreisel füllt man unsere deutsche Gasflasche. Der Adapter, den wir in Blumenau haben machen lassen, passt.
Martin fährt mit der Dax zum Polsterer. 1½ Stunden später kommt er mit nagelneu bezogener Sitzbank zurück, endlich klappt mal was! Umgerechnet 6,70€ hat das Beziehen gekostet.
Mittags verdüstert sich der Himmel und ein heftiger Regen prasselt nieder
Sonne wieder da, wir nehmen die undichte Staukiste in Angriff. Zuerst alles abbauen und putzen
Ein Regendach wird aufgeklebt.
Ob das hilft? Schaun mer mal….
Jetzt erstmal in den Pool und so lange im Wasser bleiben, bis einem richtig kalt wird. Das tut so gut…
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Alle schwärmen von Don Otto.
Der beste Laden überhaupt!
Und das stimmt!
Es gibt Quark! Lange nicht gehabt. Köstliche Burrata, Appenzeller, Gruyere! Camembert, Honig und Ciabatta!
Mit diesen Köstlichkeiten im Gepäck freuen wir uns auf ein paradiesisches Frühstück unterm Baum.
Es ist sehr heiß, der Pool rettet uns durch den Tag. Martin kümmert sich um unsere blöde Wasserfilteranlage. Hat nie richtig funktioniert. Und sofort bricht der Stiel am Kohlefilter ab. Toll.
Daniel hilft mit Superkleber, aber es hält nicht….
Unser neues Regendächle auf der Staukiste besteht den Test mit dem Dauerguß aus dem Wasserschlauch mit Bravour!
Darauf zum Feierabend ein Edelmeister 0,0%
Schmeckt genauso oll wie alle anderen alkoholfreien Biere…
Abends treffen wir alle beim Apéro. Wolfgang erzählt eine lange Geschichte über seinen Knastaufenthalt in Marokko in den 60er Jahren…
Es gießt eine Stunde lang in Strömen. Neue Nachbarn kommen an, Dagmar und Stefan mit einem MonsterLKW.
Das Highlight des Tages: unser Abendessen mit Pellkartoffeln und Quark! Wir lieben es!
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So langsam werden wir unruhig. Die kleineren Reparaturen sind erledigt. Wäsche ist gewaschen. Alles ist geputzt. Die Werkstätten sind immer noch zu. So schön es hier auch ist – und der Pool ist wirklich die Rettung bei dieser Hitze – wir wollen weiter.
Martin zieht noch ein Ass aus dem Ärmel: die LKW-Werkstatt von Egon in Melgarejo. Ca 270 Kilometer von hier.
Wir wollen nicht länger warten.
Noch ein schöner Abend auf der Terrasse mit den Nachbarn
Am nächsten Morgen verabschieden wir uns.
Danke euch allen für die wunderschöne Zeit!
Unsere Paraguay Runde beginnt!
Liebe Grüße, bis dann!
Julia & Martin
Drink positive!
Auf Instagram: Rappelkisteberlin





































































































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