Wir müssen uns sputen. In einer halben Stunde wird der Salto Cristal geschlossen, hat uns der Parkplatzwächter gesagt. Der Weg dauert angeblich 20-25 Minuten, das wird knapp!
Hinter dem Zeltplatz geht es ein paar steile Stufen hinab…
und hinab und hinab…schier endlos!
Immer noch nicht unten….
Uff, jetzt aber…
Ein kurzes Stück durch den Wald und dann am Fluß entlang. Hier ist es wunderschön!
Klares Wasser rinnt über Felstreppen in ein niedriges Becken.
Da will man sich doch sofort reinlegen!
Ja, ja…später! Zuerst der große Salto!
Unter gigantischen Palmwedeln hindurch folgen wir dem Fluß aufwärts, steigen über Holztreppen hinauf und balancieren über große Felsbrocken.
Überall tropft Wasser.
Wir sind etwas hektisch unterwegs. Gleich ist Feierabend am Salto Cristal und wir wollen doch unbedingt noch baden!
Vorsicht! Hier ist der Weg pitschnass und glatt.
Kurz vor 18 Uhr stehen wir vor dem Salto Cristal
Aus 45 Metern Höhe fällt das Wasser in den petrolblauen See.
Der Anblick ist umwerfend schön, wir sind begeistert.
Drei Guardia Vidas überwachen den See.
Da schrillt eine Trillerpfeife. Alle Badenden werden aufgefordert, ans Ufer zu kommen. Feierabend.
No! No! Wir eilen zum Schwimmmeister und bitten ihn, uns noch für 5 Minuten ins Wasser zu lassen.
Er lacht: „Si, claro, cinco minutos!“ und reicht uns zwei Schwimmwesten.
Oh. „Solo con chaleco“sagt der Guardia. Nun denn….
Der See ist an die 30 Meter tief, die wenigsten Paraguayaner können schwimmen. Ohne Westen wäre es einfach zu gefährlich.
Über eine gerundete Felskante gleiten wir hinab ins Wasser.
Ist das herrlich! Weich, kühl und klar…
Alle anderen sind schon am Ufer. Wir haben den See für uns allein.
Mit den Schwimmwesten trudeln wir wie große Korken im Wasser herum, das ist lustig!
Nach ein paar Minuten paddeln wir zurück ans Ufer. Abgekühlt und glücklich.
„Muchas gracias!“
Die Guardias schultern die Säcke mit den Schwimmwesten.
Mit uns sind nur noch zwei Leute hiergeblieben, um Selfies zu machen.
Jetzt könnten wir auch ohne Schwimmweste ins Wasser, aber wir sind sehr zufrieden und machen es nicht.
Wie schön, daß dieser Tag voller Flops doch noch so ein glückliches Ende gefunden hat.
Langsam machen wir uns auf den Rückweg.
Aber morgen kommen wir nochmal hierher….
Durch den Dschungel, über Stock und Stein….
Diese Badewanne hat mich auf dem Hinweg schon so angelockt.
Nichts hält mich jetzt mehr auf. Geschwind steige ich ins kühle Nass.
Himmlisch!
Jetzt kommt der harte Teil:
Steinfarbende Echsen genießen die letzten Sonnenstrahlen. Libellen sirren durch die Luft. Wir kämpfen uns langsam, aber stetig nach oben…..
Die Knie zittern, aber wir schaffen den Aufstieg.
Zurück auf dem Parkplatz rangiert Martin unsere Rappelkiste um. Der Securitymann weist uns ein, auf einen tollen Schattenplatz, klasse!
Noch ein bißchen auf der Rappeltreppe, dann ist Feierabend.
Bis morgen!
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Es ist Sonntag. Um halb zehn ist der Parkplatz randvoll. Leute bauen Zelte unter den Bäumen auf. Asados werden angefeuert.
Wir lassen den Ansturm an uns vorüberziehen, genießen den Tag auf unserem Schattenplatz.
Erst um halb 5 packen wir die Badesachen und laufen los.
Heute lassen wir uns Zeit für den Weg. Bewundern das Licht zwischen den Bäumen und auf dem Wasser
Lauschen dem Sprudeln und Plätschern
Beobachten kleine, dunkle Fische
bis wir wieder vor dem Salto Cristal stehen.
Dort streifen wir Schwimmwesten über und gleiten ins kühle Wasser. Heute ganz ohne Eile.
Wie ankerlose Bojen kreiseln wir durch den See, versuchen Selfies zu machen. Die Strömung vom fallenden Wasser treibt uns hierhin und dorthin, gar nicht so einfach, alles aufs Bild zu bekommen, aber sehr lustig!
Auf der Felskante kann man schön sitzen, sich ausruhen und den Foto-Profis zusehen
Unter der Oberfläche flitzen Fische hin und her
Wie sind die hier reingekommen? Sind die mit dem Fluss geschwommen und dann den Wasserfall runtergefallen?
Auch der nächste Versuch, ein Selfie mit dem ganzen Salto zu bekommen, klappt nur so mittelmässig
Der Blick nach oben….
Heute trillert die Feierabendpfeife erst um 18:30Uhr. Sofort kommen alle an Land gepaddelt, sehr diszipliniert. Ein paar Minuten später sind alle raus aus dem Pool.
Auf den warmen Felsen bleiben wir noch eine Weile sitzen und schauen dem Wasser beim Fallen zu.
Dann wandern wir nach Hause.
Die Lifeguards überholen uns mit ihren schweren Säcken voller Schwimmwesten. Jeden Morgen schleppen sie die Säcke den steinig-holperigen Weg und die Treppenstufen hinunter und jeden Abend wieder rauf, wie anstrengend das sein muss….
Wir wandern ganz gemütlich und in Ruhe über die Felsen zurück
Diesmal verzichte ich auf den Extrabadestop in der Badewanne
Jetzt kommen die Treppen. Wir zählen mit…..
30….57….89….123…
157….198….200…
203! Mann, sind wir fertig! Die Stufen waren heute noch anstrengender als gestern!
Die Zikaden beginnen ihr Pfeifkonzert, wir setzen uns auf die Rappeltreppe
und gönnen uns einen erfrischenden Malbec-Rosé aus Argentinien.
29°C heute Nacht, aber heute kommt es uns kühler vor. Sehr angenehm. Wir plaudern noch etwas mit dem Securitymann,
dann gehen wir auch rein.
Morgen fahren wir weiter, zum Mbocaruzú Wasserfall im Ybycui Nationalpark.
Natürlich auch mit Badepool. Wir haben uns da eine tolle Pistenroute ausgeguckt, freuen uns drauf!
Liebe Grüße, bis morgen!
Julia & Martin
Drink positive!
Auf Instagram: Rappelkisteberlin

























































































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