Halb sieben Uhr in der Früh.
Klare Sicht heute morgen
Es ist windig und kühl, das hatten wir lange nicht mehr.
Warm angezogen und mit Tee erwarte ich den Sonnenaufgang
Noch ein bißchen müde……….
Ein feiner Sichelmond ziert den wolkenlosen Himmel, Vogelschwärme ziehen vorüber
Bem-ti-vis begrüßen mit mir zusammen den neuen Tag
Guten Morgen, liebe Sonne!
Von diesem Platz aus können wir Sonnenauf – und untergang sehen, traumhaft.
Wir bleiben heute stehen, wollen die Esteros del Iberá noch nicht verlassen.
Wenig scheu hüpfen Kardinal- und andere Vögel um uns herum
Nachmittags laufen wir wieder los, es gibt noch einen weiteren, kurzen Wanderweg zu entdecken.
Ein Rotstirnjassana stakst durchs Schilf, mit den langen Füßen laufen sie problemlos über die Seerosen.
Kaimane lungern im Wasser herum
Die Hinweistafel am Wanderweg ist wenig informativ, sie hat ihre beste Zeit hinter sich. Hinein in den Dschungel, der Schatten tut gut.
Im Wald lebt eine große Affenfamilie, mit etwas Glück kann man sie beobachten. „Nur nicht zu lange stehenbleiben!“ hat man uns gewarnt. Die Affen pinkeln auf die Zuschauer, wenn es ihnen zuviel wird.
Wir halten Ausschau….
Still ist es…
Mit breiten Fingern klammert sich dieser Baum am gestürzten Kollegen fest
Plüschhauben beäugen uns
Die Affen lassen sich nicht blicken
Dafür sehen wir auf dem Rückweg eine große Capibarafamilie. Seelenruhig planschen sie im Wasser, direkt vor der Nase von Kaimanen
Ist das Leben am Limit oder perfekte Gefahreneinschätzung?
Wir laufen heimwärts
Debbie und Miguel sind vom Camping zu uns umgezogen.
Wir plaudern und lachen zusammen, Miguel verschenkt spontan seine LA-Baseballkappe, als er hört, daß Martin früher selbst lange Baseball gespielt hat.
Ein schöner Tag geht zuende
Morgen ziehen wir weiter…..
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Guten Morgen!
Wie angenehm die kühlen Nächte sind! Vor allem nach der Hitzetortur im Chaco.
Wir sind startklar. Der Riss in der Scheibe ist durch die Tageshitze noch ein bißchen länger geworden.
Einen Versuch machen wir noch, um die Affen zu sehen. Nochmal in den Wald hinein…
Aber der Wald bleibt still, keine Affen zu sehen oder zu hören.
Nun denn….
Ein tolles Erlebnis, diese Tage in den Esteros del Iberá.
Wir sind überglücklich, daß wir uns nicht von dem Riss in der Scheibe und den Berichten über die „grauenhafte“ Piste haben abschrecken lassen.
Die Piste ist in gutem Zustand, wir sehen Capibaras und Sumpfhirsch
Von den Strommasten herab prüfen Karakaras das Gelände
Rote Flatterfähnchen schmücken einen Schrein für Gauchito Gil, den verehrten Schutzheiligen der Reisenden.
Wir sind unterwegs nach Mercedes, um ihm in seiner Kapelle einen Besuch abzustatten.
Nach anderthalb Stunden Staub schlucken, verlassen wir die Piste und sausen die nächsten 50 Kilometer auf feinstem Asphalt ohne Löcher dahin.
Die alten Häuser in Mercedes erzählen von besseren, vergangenen Zeiten.
Wir wollen hier über Nacht bleiben und uns die Altstadt anschauen.
Auf einem Parkrondell stellen wir uns zu zwei französischen Womos.
Ringsum stehen Foodtrucks und Essbuden, die neue Nachbarin warnt uns, es sei sehr laut nachts.
So richtig toll finden wir es hier sowieso nicht. Und so machen wir uns nach dem Mittagessen gleich wieder auf den Weg zur Kapelle von Gauchito Gil.
Ca 8 Kilometer vor der Stadt haben die Argentinier ihrem Volksheiligen einen Wallfahrtsort gebaut.
Ein großes Gelände, wir werden freundlich auf einen Riesenparkplatz gewiesen und laufen hinüber zur Kapelle
Zu Gauchitos Geburtstag am 08.01. pilgern jedes Jahr hunderttausende Gauchos mit ihren Pferden, Trucker und andere Reisende zu seinem Schrein, um Kerzen anzuzünden und ihm Wein und Zigaretten mitzubringen.
Der rote Baum vor dem Eingang, die Erinnerung an den gewaltsamen Tod von Gauchito Gil.
Kleine Nischen an den Wänden bieten Platz für Opfergaben, wie zum Beispiel Nummernschilder
Die gefärbten Fenster tauchen alles in rotes Licht
Die Kirche erkennt Gauchito nicht als Heiligen an, aber das ist den Leute egal. Sie nehmen den Glauben an Gauchito sehr Ernst. Sie beten, bringen ihm Opfergaben und berühren die Statue.
Etwas weiter reihen sich viele, viele Andenkenlädchen aneinander. Hier gibt es Gauchitopüppchen in jeder Größe, Aufkleber, rote Bändchen und Schals.
Wir bummeln von Büdchen zu Büdchen und kaufen Aufkleber für unsere Fahrzeuge. Auf das sie jetzt noch besser beschützt sein werden.
Soweit also bestens ausgestattet machen wir uns wieder auf den Weg. In Mercedes möchten wir nicht übernachten, also fahren wir heute noch 220 Kilometer nach Osten. Unser Ziel ist Santa Ana am Rio Uruguay, wir wollen wieder ans Wasser und baden!
Vier Stunden Fahrt durch Weide- und Buschland, nicht besonders aufregend
Zur Abwechslung einmal TRÖÖÖT! für Gaucho Gil
Noch ein paar Kilometer, dann sind wir in Santa Ana.
Hoffentlich finden wir einen schönen Platz….
Liebe Grüße, bis dann!
Julia & Martin
Drink positive!
Auf Instagram: Rappelkisteberlin


































































































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