Meterhohe Wellen rollen an den Strand von Boiçucanga. Wir verzichten auf das Morgenschwimmen, die Brandung ist zu heftig.
Auch die Wasserfallwanderung, die man uns empfohlen hat, lassen wir sein, es zieht uns weiter.
Kurz nach 8 Uhr morgens brechen wir auf.
Überall am Strand beginnt der Tag mit Frühsport
Wenn man nicht im Dunklen fährt, wie gestern, ist die Küstenstrasse wunderschön mit ihrem bergauf und bergab
Umgeben vom dichten Regenwald rollen wir nordwärts.
Erschrecken furchtbar, als eine dicke Luftwurzel auf die Frontscheibe schlägt. BÄMM!
Von hoch oben sehen wir auf das Meer und weiße Strände. Kleine Ortschaften schmiegen sich um halbrunde Buchten.
Die Zufahrten sind allesamt sehr eng, nichts, was wir mit Rappel ohne Vorabbesichtigung wagen würden. Manchmal ist sie einfach etwas groß.
In São Sebastião gibt es Parkplätze am Strand in Rappelgröße, aber wir wollen eigentlich etwas ruhigeres finden.
Die Region um Ubatuba ist eine beliebte Urlaubsgegend. Es ist Feiertagswochenende, 15.ter November, die Ausrufung der Republik. Mal sehen, wie voll es wird.
Abseits der Hauptstrasse versuchen wir unser Glück in einer rumpeligen Seitengasse.
Und finden ein himmlisches Plätzchen:
vor uns ein grünes Palmengärtchen, Strand und Meer, hinter uns leerstehende Ferienhäuser, die uns von der Hauptstrasse abschirmen.
Zuerst stürzen wir uns ins Wasser, abkühlen von außen. Dann laufen wir zur Beachbar. Abkühlen von innen.
Zero Alk Bier schmeckt einfach immer sehr malzig und süß. Nicht mein Favorit.
Bronzekiebitz und Karakara stolzieren durch unser Gärtchen
Da haben wir ein kleines Paradies gefunden.
Das denken sich die Mosquitos auch, stürzen sich auf uns und lassen sich vollaufen. Hungrige Biester….
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Guten Morgen!
Wir spazieren am Praia do Sapê heute mal in die andere Richtung
Hier ist richtig was los, volle Strandbars, Familien, laute Musik und fahrbare Theken
Wir haben heute keine Lust auf Partymeile und verziehen uns gerne wieder in unsere ruhige Ecke.
Im Baum sitzt dieser schöne Flieger mit den langen Schwanzfedern
Jeder Tag beginnt spektakulär:
Feiertagswochenende: Familien kommen mit Sack und Pack zum Strand, die Quioskos öffnen und das Bananenboot wird vorbereitet.
Das Wasser ist herrlich. Freundliche Wellen heben uns hoch und setzen uns sanft wieder ab.
Ein bißchen bruzzeln in der Sonne…..
Und wieder in die Wellen tauchen
Fahrbare Essbüdchen mit Mais, Açai oder Eiscreme werden über den Strand geschoben, das Bananenboot zieht seine Runde
Die Luftfeuchtigkeit nimmt zu, nichts trocknet mehr. Badesachen, Handtücher, Bettdecken, Kissen, alles klamm.
Kommt abends ein kleines Lüftchen auf, fange ich an zu frieren wegen der Feuchtigkeit. Die feuchte Jacke und die klamme Decke sind auch nicht so angenehm….und eigentlich zu warm….kompliziert….
Am Montag, wir haben gerade beschlossen, noch einen Tag zu verlängern, kommt morgens ein Security Mann vorbei und erklärt uns sehr freundlich, daß hier Camping am Strand verboten ist. Oh!
Danke, daß er erst nach dem Wochenende gekommen ist, so hatten wir 4 schöne Tage an diesem herrlichen Platz!
Wir brechen auf….schade….
Der Weg schlängelt sich wunderschön über die Berge an der Küste entlang. Dschungeldörfer, die dem Wald den Platz streitg machen.
Rio Escuro, auch ein schöner Badeplatz….
Weit neigt sich der Dschungel über die Fahrbahn, wir achten jetzt ganz genau auf herabhängende Luftwurzeln, der Schreck sitzt tief.
Man spürt die Nähe zu São Paulo: volle Jachthäfen und alles etwas edler
Die Ubatuba Region: ein beliebtes Urlaubsziel mit organisiertem Strandleben.
In Ubatuba fragen wir mal wieder nach Gas. Aber wir müssen es einsehen: niemand darf uns unsere deutsche Flasche füllen. Nun kaufen wir eine brasilianische Gasflasche. Martin muss den Anschluß in der Rappelkiste umbauen, per Translator bekommt er eine sehr gute Umbauberatung vom Fachmann.
Die Küste um Ubatuba ist traumhaft schön
Aber einen Platz für uns zu finden, ist nicht so leicht. Die Pisten steil und eng, dicke Äste hängen tief herunter. Oft führen nur Wanderwege hinunter zu den Stränden.
Dann finden wir die Zufahrt zum Praia Estaleiro.
Fantastisch! Rappelkiste rollt am Strand entlang, weit hinten findet sich eine diskrete Parkbucht, wie für uns gemacht!
Unser Blick aus der Tür:
Natürlich testen wir zuerst das Wasser!
Das Licht ist suboptimal, aber trotzdem startet die Fliegerin.
Ist das nicht ein wunderschöner Platz?
Nachmittags kündigt sich ein Gewitter an, der Himmel wird düster.
Wir spazieren zum Dorf
Gerade bei den Beachbars angekommen, beginnt es zu regnen. So ein Zufall!
In der KaoTiki Bar bestellen wir Caipirinha. Die Wirtin bringt die Getränke und erklärt uns, daß wir am Strand nicht campen dürfen. Es gibt seit diesem Jahr ein neues Gesetz. Hm…das ist ja blöd.
Wir hatten schon beschlossen, hier ein paar Tage zu bleiben….
„Auch nicht für eine Nacht?“ fragen wir. Nein, nein, es ist verboten. Aber für heute Nacht können wir uns in die Einfahrt ihrer Bar stellen.
Das ist sehr nett, dankeschön!
Dann können wir jetzt erstmal gemütlich unseren Drink genießen…
Es schüttet und gewittert, ein hübscher kleiner Bach plätschert inzwischen an unserem Tisch vorbei
„Jetzt gehen wir da nicht raus!“ Nö, wir bestellen noch ´ne Runde…
Neben uns sitzen Alina und Ricardo, wir kommen ins Gespräch. Alina probiert´s auf portugiesisch: wir verstehen kaum ein Wort, dann englisch, das geht ein bißchen besser, dann Translator, das geht immer. Sie schenkt mir ihr Makramee-Armband. Ricardo knüpt es fest. Superlieb gemeint, aber ich weiß nicht recht, ob ich das so mag…
Die beiden sitzen schon den ganzen Nachmittag hier und sind sehr fröhlich, wir bestellen noch ´ne Runde. Die Verständigung ist nicht ganz einfach, aber wir lachen viel zusammen.
Für uns vier bleibt die KaoTiki Bar eine Stunde länger als sonst geöffnet.Aber irgendwann ist dann doch Schluss.
Es schüttet immer noch. Alina und Ricardo laden uns zu sich ins Ferienhaus zum Essen ein, sie kocht Hühnchen. Wir lehnen freundlich ab und verabschieden uns herzlich. Das war lustig mit den beiden!
So….raus in den Gewitterregen. Eigentlich total schön….
„🎼🎵We´re singing in the rain….🎶“ – voll wie 1000 Matrosen tanzen wir durch das Unwetter zur Rappelkiste.
„Ich fahre keinen Meter mehr!“ sagt Martin. Natürlich nicht, heute wird uns keiner mehr verscheuchen…
Patschnass….“Gehen wir schon rein?“ „Nein!“ Noch nasser können wir ja doch nicht werden!
Der Regen fällt weich und warm, es ist einfach zu schön…
Wir bleiben im Regen, bis alles verschwimmt….
Boa noite!
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Bom dia!
Viertel nach 9 Uhr, wir sind startklar.
Tief hängen die Regenwolken auf den Bäumen, nur 40 Kilometer sind es bis nach Paraty.
Gut, daß wir heute nicht weit fahren müssen.
Liebe Grüße, bis später!
Julia & Martin
Drink positive! ( Heute nur Wasser und Tee, ich schwöre! )
Auf Instagram: Rappelkisteberlin




































































































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