Am Strand von Peruíbe.
Eigentlich wollten wir weiter, aber wer möchte den ganzen Tag im Auto sitzen, wenn man stattdessen im Meer baden und in der Sonne liegen kann?
Einen herrlichen Tag mit Fast-Nichtstun verbringen, traumhaft!
Die Abendsonne taucht das Meer in rosa Wasserfarbe
Dann flammt der Himmel auf
Und beschert uns ein großes Farbspektakel zum Tagesausklang…
Bis morgen!
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Hm….das´s ja man mieses Wetter…
Ändert sich auch den ganzen Tag nicht. immer noch keine Lust, weiterzufahren.
Bis morgen!
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Guten Morgen!
Heute vor 36 Jahren haben wir beide, schwer verliebt, eine schicksalshafte Entscheidung getroffen. Ohne die Tragweite auch nur im Entferntesten zu ahnen.
Unzertrennlich seit diesem Tag, gehen wir gemeinsam durch ein Leben voller Wunder.
Was für ein unsagbar großes Glück ❤️
Auf die Räder! Wieder die 6 Kilometer zur Fischbude, wir gehen Essen!
Diesmal holen wir Fisch bei Patricia, der Name steht groß über ihrem Marktstand. Wie freundlich und fröhlich immer alle sind, wir werden so nett bedient, einfach schön.
Unsere Frittierbude von neulich ist heute nicht da, wir sollen zu Vitoria gehen.
„LEONARDO!!“ dröhnt Patricias laute Stimme über den ganzen Platz.
Eine junge Bohnenstange mit Gesichtstatoos eilt herbei, er bringt uns hin. Tatoos im Gesicht sind hier sehr beliebt, wir sehen sie oft bei Männern und Frauen.
Wir geben unsere Tüte mit Fisch ab, bestellen Reis dazu und Salat.
Es ist chaotisch, die drei Kellner rennen scheinbar planlos hin und her, plaudern noch hier ein wenig und dort, dann im Laufschritt wieder zurück, Getränke machen, Essen bringen.
Am Nebentisch wird Gitarre gespielt und laut gesungen, sehr lebendig, uns macht´s hier viel Spaß
Wir bestellen zwei Caipirinha, profimässig Limaõ, medio forte, pouco azugar. Der jugendliche Mixer bringt die Flasche Cachaça gleich mit an den Tisch, falls wir doch noch etwas stärker wollen. Não obrigado, perfecto!
Viele Leute kommen zum essen hierher. Manche bringen auch nur große Tüten voll Fisch zum frittieren und nehmen dann alles mit.
Mama steht in der kleinen Bude und frittiert, was ihr die Leute bringen.
Das Essen ist Samba für die Geschmacksnerven!!
Heute keine Pommes, sondern Reis dazu. Außergwöhnlich gut, wussten wir gar nicht, daß brasilianischer Reis so exzellent gut ist.
Als Dessert nochmal zwei Caipi bitte!
Für die ganze Sause bezahlen wir am Ende 18,-€. Dafür bekommen wir in Berlin keine 4 Caipirinhas und naürlich erst recht kein so gutes Essen!
Auf die Räder! Zum Mercado durch die ziemlich häßliche Stadt
Mit einem Berg von Süßigkeiten in der Tasche radeln wir gegen den inzwischen heftigen Wind zur Rappelkiste. Im Windschatten von Rappel können wir noch etwas draußen sitzen , aber bald wird es zu ungemütlich.
Viel zu windig am Meer. Also rein.
Feierabend!
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Samstag, der Strand ist voller Badegäste, die Strandbars haben alle Stühle rausgestellt, richtig was los heute.
Für uns ist heute erstmal Waschtag.
Im kalten, klimatisierten Waschsalon, bibber….
Zurück zum Strand, den Shelter vollgehängt mit Wäsche, Arbeit erledigt, wir sitzen draußen im Palmenschatten.
Feuchtwarme 32 Grad, Sommertemperaturen.
Der aufkommende, leichte Wind ist sehr willkommen.
Dann legt er eine ordentliche Schippe drauf, weht den Sonnenhut vom Kopf und schiebt die Tassen vom Tisch…hm….
Es wird noch heftiger: kaum stehen wir auf, kippt der Wind die Stühle um, jetzt wird´s ungemütlich. Wir geben auf und räumen rein.
Auf unseren Telefonen ploppen Warnhinweise auf, Sturm mit kräftigen Windböen wird angekündigt.
Ein Blick auf den Windfinder : wir stehen optimal zur Windrichtung, es sollte nicht allzu sehr wackeln.
Die ersten Böen fegen über den Strand, es pfeift laut durch den Dachgepäckträger.
Und es wird schnell schlimmer. Aus dem Pfeifen wird ein lautes Dröhnen, die Böen versetzen Rappel heftige Tritte, es beginnt stark zu wackeln. Uns wird es unheimlich.
Besser, wir suchen uns einen geschützteren Platz.
Du meine Güte! Nur mit vereinten Kräften bekommen wir die Tür auf, der Sturmwind drückt eisern dagegen.
Totaler Wahnsinn da draußen! Martin startet.
Die Wellen schäumen, über den Boden kullern Kokosnüsse, Palmwedel fliegen herum, eine kleine Palme ist abgebrochen.
Dann bricht von jetzt auf gleich ein Unwetter der Extraklasse aus!
Regen hämmert auf´s Dach, der Wind dröhnt laut und dunkel.
Wir verdrücken uns in eine Seitengasse, gerade noch rechtzeitig. Hier stehen wir geschützter, hören dem Pfeifen des Windes zu und sehen durch eine Häuserlücke, wie die Regenschleier waagerecht die Promenade runterpeitschen, wie sich die Palmen biegen. Echt heftig!
Erst gegen Mitternacht hat es sich ausgetobt und wird wieder ruhiger.
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Am nächsten Morgen erkundigen sich besorgte Freunde, ob bei uns alles in Ordnung ist?
So erfahren wir von dem Tornado, der nur 700 Kilometer entfernt alles verwüstet hat. Wir haben nur die Ausläufer mitbekommen, Glück gehabt!
Wir kehren zurück zu unserem Parkplatz. Die Kokosnüsse sind schon eingesammelt und aufgeschichtet, die Palmwedel sauber gestapelt, das abgebrochene Bäumchen zur Seite geschoben.
Beachlife rollt wieder an, alles ganz normal.
Seit 6 Tagen sind wir jetzt in Peruíbe, die lange Pause tut gut. Aber langsam müssen wir mal weiter…
Gehen wir nochmal essen? Natürlich! Auf die Räder! 6 Kilometer am Strand entlang.
Patricia erkennt uns sofort wieder
„Na?“ fragt sie, „wollt ihr wieder 4 Caipirinha trinken?“
Na sowas! Das hat sich rumgesprochen!
Bei Vitoria ist viel los, aber wir bekommen einen freien Tisch.
Wir sind hier die einzigen europäischen Touristen weit und breit.
Natürlich bleiben wir unserem Ruf treu und bestellen Caipirinha, wir wollen ja niemanden enttäuschen!
„Medio forte, pouco azugar“, sagt der junge Barmixer. Genau!
Hier kommt unser Essen
Auf den Punkt, frisch und köstlich! Futtern und genießen!
Viel zu tun heute, Leonardo flitzt hin und her
Der Barmixer freut sich, als wir noch zwei Caipis bestellen. Er macht sie einfach perfekt!
Wir genießen es sehr!
Herzlich werden wir verabschiedet. „See you tomorrow?!“ Leider nicht, wir müssen uns mal losreißen….
Bestens gelaunt radeln wir zurück, halten kurz bei der VW-Bus-Bar, aber sie haben nur IPA Bier <- das schmeckt so grauslich – oder Bier mit Rotwein gemixt. Schon bekommen wir einen Becher hingehalten zum probieren…..
Hust….Quietschsüß, wie in Bier aufgelöster Gummibärchensaft, kurz gesagt: untrinkbar!
Das wird nichts mit uns und der VW-Bus-Bar, wir radeln zurück zur Rappelkiste.
Unser letzter Abend in Peruíbe.
Eine schöne Zeit. Hier stimmt einfach alles: ein herrlicher, kilometerlanger Strand, freundliche Wellen, ein grünes Vorgärtchen unter Palmen vor der Rappelkiste.
Mercado und Waschsalon in der Nähe, gastfreundliche, uns wohlgesonnene Menschen, gute Bars und sagenhaft gute Frittierbuden.
Und die besten Caipirinhas ever!
Kein Wunder, daß wir viel länger geblieben sind, als ursprünglich gedacht!
Morgen ziehen wir weiter. Obwohl wir hier auch noch locker länger bleiben könnten….
Liebe Grüße, bis dann!
Julia & Martin
Drink positive!
Auf Instagram: Rappelkisteberlin





































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