Hurra, es geht wieder los!

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Los geht´s nach Südoststeuropa!

Mittags haben wir alles im Steyr verstaut, die Freunde winken, wir rollen vom Hof….tschüß Berlin, bis nächstes Jahr!


Riesa an der Elbe ist die erste Station auf unserer Winterreise gen Südosten. Die Bundesstrasse 101 ist sehr gut ausgebaut und kaum befahren. Bei sonnigem Herbstwetter rollen wir durch kleine Ortschaften mit so schönen Namen wie „Horst“ „Beutesitz“ und „Kaxdorf“. Spät nachmittags erreichen wir Riesa und parken an der Elbe mit Blick auf Schloss Promnitz am gegenüber liegenden Ufer. Das Schloss verfällt seit Jahrzehnten. Jetzt steht aber ein Kran, vielleicht erbarmt sich doch noch jemand und renoviert die Gebäude.
Nebel zieht vom Fluss herauf, in unserem kleinen Kamin knistert das Feuer. Wir feiern unseren ersten Abend auf Reisen, endlich wieder unterwegs!

Dichter Nebel am Morgen, der erst mittags der Sonne weicht. Wir spazieren durch Riesa, es hat sich viel getan seit wir das letzte Mal hier waren. Die Innenstadt belebt sich, die Häuser stehen nicht mehr leer. Martin erledigt letzte Reparaturen an unserer Einstiegsleiter, danach sitzen wir in der Sonne, faulenzen. Abends kehren wir nach einem langen Spaziergang in einer kleinen Schänke ein, das 0,3l Bier für 1,10€. So ein richtiges „Schultheiss – Eck“ mit dunklen Holzmöbeln, Tischdecken und Gardinen. Bei uns in Berlin früher an jeder Ecke, inzwischen leider vom Aussterben bedroht und nur noch selten zu finden.
Im Morgennebel geht´s am nächten Tag weiter Richtung Süden. In Sachsen biegen wir nachmittags von der A 72 ab. 16 Uhr, wird Zeit, einen Schlafplatz zu finden. Die Landstrasse schlängelt sich zwischen Hügeln hindurch. Ortschaften in denen die Zeit stehengeblieben ist. Bauernhöfe aus vergangenen Jahrhunderten, im Originalzustand. Sehr, sehr schön, verwunschen. Am kleinen See bei Stangengrün sollte unser Nachtlager sein, doch die letzten Meter Ackerweg sind für Lkw gesperrt. Wir suchen weiter. Fast alle Ortsnamen enden hier auf „ grün“ und so ist es auch. Der Vogtländer Wald. Wir finden einen Wanderparkplatz am Waldrand und quartieren uns ein. Pilzsammler mit reicher Ernte kommen zum Parkplatz und begrüßen uns: „Herzlich willkommen!“ Die Körbe voller Steinpilze, Gelbgestiefelter Schleimköpfe und Süßlicher Buchenmilchinge ( diese fantastischen Namen!! ) Alle Leute, die vorbeikommen sind sehr freundlich, fragen woher, wohin und heißen uns willkommen. Nette Leute, die Vogtländer.
Es wird dunkel, draussen nur noch Sterne und das Rauschen der Bäume. Fichtennadeln fallen feinknisternd auf unser Dach. Und drinnen flackert unser Kaminfeuer.

Den Morgen beginnen wir mit einem ausgedehnten Waldspaziergang bevor wir weiterziehen. Der Motor brummt, unser nächstes Ziel liegt in Bayern. In der Nähe von Landshut besuchen wir unsere Freunde Sylvia und Alfred, mit denen wir vergangenen Winter so schöne Monate in Marokko verbracht haben.

Spätsommerwetter, kurze Hosen und T- shirt. Wir nutzen die Tage für letzte Arbeiten am Steyr. Nur noch ein paar Kleinigkeiten. Die Zeit mit Sylvia und Alfred vergeht im Flug. Beinahe eine Woche bleiben wir, dann verabschieden wir uns wieder, reich beschenkt mit schönen, fröhlichen Tagen, Kuchen, Äpfeln, Walnüssen und Apfelringen. Wir hoffen sehr, ihr kommt später nach, ihr Beiden! Wir sehen uns in Griechenland!

Auf nach Österreich.
Autobahn und GoBox oder Landstrasse? Das ist hier die Frage!
Im Internet finden wir keine eindeutige Auskunft für unser 7,5t Lkw Wohnmobil. Als Motorsportbegleitfahrzeug zugelassen, dürften wir theoretisch als Sonderkfz auf Landstrassen fahren. Wir fragen an den ersten Tankstellen. „Woaß i net, foahrt´s einfach“ ist die Antwort. Okay, dann riskieren wir das mal. Überall Verbotsschilder über 3,5t. Beim besten Willen nicht zu übersehen. Fühlt sich unangenehm an. Bei Wels parken wir für die Nacht an der Sporthalle ( auch gesperrt über 3,5t ) und genehmigen uns im Vereinsheim mit Blick aufs Tennistraining einen Rotwein und ein Bier für 10,-€. Hüstel, das sind schon andere Preise hier.
Es ist saukalt geworden, nebelig und trübe. Nachts um die 4°C. In unserem Shelter ist es kuschelig warm.
Weiter auf der Landstrasse Richtung Ungarn. Bergauf und bergab. Moment mal, unsere Motorbremse zischt so merkwürdig…..„Keine Bremswirkung“ sagt Martin. Er stoppt und schaut sich den Auspuff genauer an. Ein Riss vor der Motorbremse verhindert die Wirkung. Nicht gut, unser Auspuff reißt demnächst durch. Wir funken Dani, den SteyrSpezi an. Er kennt jemanden in der Nähe von Wien, der einen neuen Steyr-Auspuff auf Lager hat. Also ab durch die Steiermark nach Wien. Hügelige Landschaft, auf den Feldern blüht blau – violetter Büschelschön mit gelbem Raps, Sonnenblumen und Lein gemischt, zur Bodenverbesserung. Am Ort Steyr vorbei, große Gutsschlösser und Kloster am Weg. Und überall Verbotsschilder über 3,5t. Wir haben das Gefühl, wir schleichen heimlich hintenrum durch Österreich. In Mödling, ganz in der Nähe des Teilehändlers, parken wir am Bahnhof. Wochenende. Bis Montag stecken wir hier fest.

Von Mödling fahren Züge im 20 Minuten Takt nach Wien. Das nutzen wir. Der Zug bringt uns in den 5.ten Bezirk Margareten.
Wien ist immer wieder einen Besuch wert. Die Baustile wild gemischt, hohe neben niedrigen Häusern, Jugendstil und 50er Jahre, verzierte Paläste, kleine einstöckige Gebäude. Aber wenig Strassengrün. Beim Naschmarkt findet ein großer Flohmarkt statt. Wir finden wunderschöne Taschenuhren, wer trägt sowas noch? An einem Stand Donald Duck, Mickey Mouse, Goofy und die ganze Disneyfamilie als Plastikfiguren in allen Größen. Der 50cm große Donald für 200,-€. Etwas zu teuer, aber schön und original 60er.

Der Naschmarkt ist rappelvoll, wir schieben uns durch die Gassen. Zu voll für unseren Geschmack. Am Stand vom Schilcher Sturm genehmigen wir uns zwei Gläser des süßen rosigen Getränks und schlendern anschließend wieder in´s Margartenviertel. Wir suchen die Schänke, in der wir vor ein paar Jahren waren, wissen aber den Namen nicht mehr. Internet hilft auch da, nach ausgiebiger Recherche taucht der Name „Haas Beisl“ auf – das ist es. Der Kellner empfängt uns mit Wiener Schmäh, das Essen ist gut, die Atmosphäre wienerisch, so wie wir uns das vorstellen. Schöner Ausflug nach Wien, denken wir, als wir später zurück im Zug nach Mödling durch die Dunkelheit fahren.

Montag früh holen wir beim Händler unseren neuen Auspuff ab und fahren ein paar Kilometer weiter nach Mannswörth zu MAN. Der überaus freundliche Werkstattmeister klemmt uns noch zwischen die Termine. Mittags können wir in die Werkstatt. Obwohl natürlich die Schrauben abreißen, ist der Auspuff schnell ausgetauscht. „Typischer Standschaden von der Zeit bei der Armee,“ klärt uns der Werkstattmeister auf. „Die LKW´s werden nicht regelmäßig bewegt, Schwitzwasser bildet sich und der Auspuff rostet von innen.“ Der alte Auspuff wird noch geschweißt „könnt ihr mitnehmen, vielleicht braucht den noch jemand“.

Gut gelaunt fahren wir los. Für die letzten Kilometer in Österreich besorgen wir jetzt doch noch eine GoBox. Die Box kostet 5,-€ „Bearbeitungsgebühr“. Mindestens 75,-€ müssen wir aufladen. Ein freundlicher Lkw Fahrer erklärt uns, wie es funktioniert. Auf der Autobahn Richtung Ungarn piepst die GoBox fröhlich vor sich hin. Kurz vor der Grenze parken wir in Deutsch-Jahrnsdorf auf einer Wiese. Morgen geht´s nach Ungarn.

Viele Grüße, bis dann!

Julia & Martin

Drink positive!

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