Paraguay – Ein Wochenende am Salto Pa` í 16.01.2026 – 19.01.2026

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Guten Morgen aus Melgarejo!

 

Während wir alles startklar machen, entdecke ich auf dem Boden eine Spielkarte.

Schon ein paar Mal haben wir auf unseren Reisen Spielkarten gefunden.

Sogar in den Dünen im Oman.

Jedesmal war es eine Pik 8.

Im Tarot der Fahrenden bedeutet die Pik 8: Vertraue, folge dem Stern!

Drehen wir die Karte mal um…..

Ja, gibt´s des?! Schon wieder eine 8!

 

Aber kein Pik, sondern eher Pokale oder Kelche

Dazu habe ich folgendes gefunden:

Ein Trinkspruch! Passt leider nicht 100%, denn die Kelche sind untereinander.

Scopa Karten haben nur 7 Kelche….also, konzentrieren wir uns auf die Zahl 8 => endloser Kreislauf, ständige Energie, Gleichgewicht und Harmonie. Klingt sehr gut!

Martin zerlegt meine erbaulichen Gedanken.

„Das ist eine bayrische Tarock-Karte. Keine Pokale, sondern Schellen. Die 8 ist eine Nullpunktekarte, also wertlos im Spiel.“

Och menno….

 

Wir wollen heute zu Alex, dem Dreher und machen uns auf den Weg.

Vorbei an der spartanischen Freiluft-Autowerkstatt. Da war es bei Egon wesentlich luxuriöser….

Die meisten Fahrgäste in den Reisebussen scheinen zu schlafen

Dieser Mann hat heute Kürbisse geerntet

Beim Verdura Lädchen ist die Auslage etwas bescheiden

Müll verbrennen im Wald, no problema….

 

Für 80 Cent pro Liter füllen wir unsere Dieseltanks mit Kraftstoff.

Ein paar Kilometer raus der Stadt, dann sollen wir ein Haus mit blauem Tor suchen. So lautet die Ortsbeschreibung von Egon.

Okay, das hier könnte es sein.

Ja, wir sind richtig.

Coole Werkstatt

 

Alex schaut sich den Selentblock an. Das Material hat er da, Dienstag hätte er Zeit.

Oh…heute ist Freitag….okay….abgemacht.

 

Was machen wir bis Dienstag?

Ein Blick auf die Karte….

Wir könnten wandern, auf dem Cerro Akati, dem zweithöchsten Berg Paraguays.

Auf dem Weg dorthin kommen wir am Salto Pa´ í vorbei.

Wandern oder Wasserfall?

Keine schwere Entscheidung. Los geht´s!

Vier Kilometer Rumpelei.

Laut Karte soll es hier sein. Ein paar Häuser, ein geschlossenes Tor vor einem Waldweg.

Kein Schild, nichts weist auf den Salto Pa´ i.

 

Wir halten und checken die Lage.

Gegenüber vom Tor steht ein Mann. Wir fragen: „Ist das der Weg zum Wasserfall?“ Und zeigen auf das Tor.

„Si..“

Es scheint sein Grundstück zu sein. Für die Nacht will er 30.000 PYG , umgerechnet 4,-€.

Okay, wir wollen erstmal gucken, ob uns das hier gefällt und ob Rappel unter den Bäumen durchpasst.

Unter den strengen Blicken des Patrons läuft Martin das Gelände ab.

Daumen hoch, nur ein tiefes Kabel im Weg. „Cable bajo, no problema!“ versichert der Patron.

Okay, dann rein in den Wald.

Das Cable bajo ist wirklich no problema! Verdad!

Auch die tiefer hängenden Äste nicht. Der Kollege holt die Machete, für den Fall, daß wir irgendwo nicht durchkommen sollten.

Ich bin kurz abgelenkt, weil mir ein blauer Morpho vor die Linse fliegt…..

Halt! Warte doch mal…!

Da sitzt er…..

Und schon trudelt er wieder davon….

 

Noch die letzten Kurven, dann öffnet sich der Wald zu einer Wiese. Perfekt!

Nur wenige Meter entfernt führen ein paar Steintreppen hinunter zum Fluss

und zum Badepool

Wie wunderschön!

Ganz schnell in die Badesachen und rein ins Vergnügen!

KALT!!!

Ein Traum!

Das ist perfekt für´s Wochenende!

 

Je näher wir zum kleinen Wasserfall schwimmen, desto mehr Gegenstrom haben wir. Das wird richtig sportlich hier.

Etwas tiefer liegen weitere Pools, in denen man sitzen und sich das Wasser über den Rücken laufen lassen kann.

 

Und unser Stellplatz? Wunderschön!

Umgeben vom lautem Zischen und Knistern der Zikaden sitzen wir vor der Rappelkiste

Gehen später wieder ausgiebig baden.

Ein großer Schmetterling segelt durchs Bild und verleiht mir kurz ein paar goldgelbe Flügel….

 

Kein anderer Camper kommt, wir bleiben allein hier im Wald.

Einfach schön!

Abends kühlt es etwas ab, ein leichter Regen fällt.

 

In der Rappelkiste ist heute Weinverkostung.

Zwei exzellente Tropfen!

Dazu ein gutes Abendessen und ein paar Runden SkipBo. Martin gewinnt 2:1.

 

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Gleich morgens laufen wir wieder die paar Meter zum Fluß

Der erste Moment ist brrrrr….kalt… dann ist es nur noch schön….

Heute mit Kissen für die Kamera. Ob das funktioniert?

Ja! So kann ich gleichzeitig schwimmen und filmen

Zum kleinen Wasserfall.

So nah ran wie es geht. Kaum zu glauben, wie kräftig die Gegenströmung ist…..

Uff….paddel, paddel…..ganz schön anstrengend nur mit einer Hand….

umdrehen…..

Sieht aus wie im Luxusresort mit „Infinity pool“

In einem der tiefer gelegenen Becken gibt es eine sprudelnde Schultermassage

Vormittags haben wir alles für uns allein, aber am Nachmittag kommen ein paar Familien zum Samstagsausflug.

Wir bleiben schön im Schatten, so ist es gut

 

 

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Richtig voll wird es am Sonntag.

Das halbe Dorf kommt zum schwimmen. Höflich fragen sie, ob sie ihr Auto neben unseres stellen dürfen? Aber selbstverständlich!

Kühlboxen, Stühle und die unvermeidlichen BOOMBOOM-Boxen werden runter zum Fluß getragen

Lachen, quatschen, fröhlich kreischende Kinder. Dazu die Rauchschwaden der Asados und richtig laute  🎶Salsamukke🎶

Mädchen und Jungs springen übermütig von den Felsen, machen Saltos, Köpper, Arschbombe mit Anlauf.

Seelenruhig sitzen die Eltern im Wasser und schauen zu. Sie haben vermutlich genau das Gleiche als Kinder gemacht.

Wir tauchen mit ein in dieses fröhliches Sonntagsleben, die Leute sind alle supernett zu uns.

 

Gegen 18 Uhr sind alle wieder weg. Der Patron kommt, wie jeden Abend und schaut nach dem Rechten. „No pueden comportarse“ sagt er kopfschüttelnd, als er den Müll am Fluss sieht. „Sie können sich nicht benehmen.“ Sein Sohn sammelt alles ein.

Es wird langsam dunkel. Blinkende Glühkäfer glitzern durch den Wald. In der Sprache Guaraní werden sie „Monámoná“ genannt, erklärt uns der Patron. Über 80% der Paraguayaner sprechen oder verstehen die indigene Sprache Guaraní. Es ist die zweite Amtssprache.

Vor 20 Jahren gab es viel mehr Glühkäfer, erzählt er, da hat der ganze Wald geblinkt. Er zeigt uns, daß die großen weiß blinken und die kleinen gelblich. Märchenhaft schön.

Dann erklärt er uns noch, welche Vögel wir im Wald hören und imitiert Vogelstimmen, richtig gut. Sehr interessant! Klasse, danke!

 

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Und schon ist es Montag. Heute Nachmittag müssen wir zurück nach Melgarejo.

Etwas Zeit haben wir noch….

Nochmal richtig tief eintauchen

Wir könnten hier locker noch ein paar Tage mehr bleiben……

 

Überhaupt gefällt uns das schwimmen und planschen in den Wasserfallbadepools ausnehmend gut.

Salto Miran Mabel, Salto Suizo und Salto Pá í  sind neue Lieblingsplätze für uns.

 

Später Nachmittag, wir starten Rappelkiste. Zuerst zum Trinkwasser auffüllen bei einer Quelle im Wald.

 

Dann zum Tor, Rappel macht sich schlank. Einer der Söhne steht schon mit dem Kabelheber bereit.

Ciao, Ciao, die Familie winkt uns zum Abschied

 

Gegen halb 5Uhr steht Rappelkiste wieder auf dem Platz am Park von Melgarejo.

Vorher waren wir noch einkaufen.

Der Mercado Super 13 hat eine frische Käselieferung bekommen. Im Kühlschrank stapeln sich Gruyère, Camembert und Appenzeller,

Wir sitzen auf der Treppe und machen Pläne, wo es als Nächstes hingehen soll. Vielleicht zum Mbaracayu Nationalpark? Der Name klingt auf jeden Fall schon mal interessant.

Morgen früh um 8Uhr haben wir unseren Termin bei Alex.

Dann sehen wir weiter….

Liebe Grüße, bis dann!

Julia & Martin

Drink positive!

Auf Instagram: Rappelkisteberlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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