Die Stadt Filadelfia begrüßt uns mit christlicher Kreiselkunst
Das Hotel Florida bietet Parkplätze für Overlander an, wir checken ein.
Parken Rappel im Schatten und springen sofort in den Pool!
YES!
Das Wasser ist zwar warm, aber trotzdem tut das soooo gut!
Endlich ein bißchen Abkühlung…die letzten Tage waren echt heftig….
Heute sitzen wir nur noch im Schatten und im Pool….
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Mit Sonnenschirm wandern wir zum Fernheim Supermercado. Vorbei am Knelsenhaus, das wir uns unbedingt demnächst anschauen möchten. 1948 von Jakob Knelsen erbaut, dient es heute mit seiner Original-Ausstattung als Haushaltsmuseum.
Jetzt aber erstmal Mercado Fernheim.
Avocado in Übergröße.
Unbekanntes….
und sehr gut bekanntes….
Mmmmmmhhh, Lebkuchen……
Oh, schau mal: Apfelsaft! Endlich mal wieder Apfelsaftschorle trinken! Ein Traum! Nehmen wir mit!
Und was machen wir mit dem Rest des Tages?
Pool!!
Morgens, mittags, abends……So lässt sich die 40°C Dampfhitze sehr gut aushalten.
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Heute machen wir Kultur. Das Knelsenhaus hat leider geschlossen.
Schade, dann statten wir jetzt dem Heimatmuseum einen Besuch ab.
Die Geschichte der Mennoniten ist eine lange, traurige Geschichte von Folter, Verfolgung und Flucht. In Deutschland zunehmend unter Druck folgten sie Ende des 18.Jhds der Einladung von Katharina der Großen, in die Ukraine zu kommen. Nach der russischen Revolution von Stalin ihrer Rechte beraubt und aufs schlimmste unterdrückt, baten die Mennoniten um Ausreiseerlaubnis. Nur einem Drittel wurde dies gewährt, sie traten die schwere Reise über den zugefrorenen Fluss Amur nach Harbin in China und von dort nach Paraguay an. Die zurück gebliebenen wurden gefoltert und ermordet.
Paraguay wies ihnen Land im dornigen, heißen, wasserarmen Chaco zu. Dort, bei den „Wilden“, wo niemand sonst leben wollte. Dankbar für die Aussicht auf ein friedliches Leben zogen sie dorthin und begannen, das Land urbar zu machen.
Dies und das Gerücht über Erdölvorkommen rief nach einiger Zeit Besitzansprüche aus Bolivien hervor. Es begann der „Guerra estúpida“, der „dumme Krieg“, der 130.000 Menschenleben kostete. Paraguay setzte sich trotz schlechterer Ausrüstung durch. Nach einem Waffenstillstand wurde der Gran Chaco zu ¾ Paraguay zugeschrieben. Mittendrin saßen die gewaltfreien Mennoniten, kümmerten sich um Verletzte beider Seiten und bauten Strassen für das paraguayische Militär.
Über allem steht der Hauptgedanke:
Im Museum werden Alltagsgegenstände gezeigt, die die Menschen nach Paraguay mitgebracht haben.
Mit dem „Schott“, dem Abacus, wurde noch bis in die 70er Jahre gerechnet.
Wir haben das 2008 in Lettland in Riga auf dem Markt erlebt. Die Marktfrauen schoben flink die Steine hin und her und zeigten uns dann das Ergebnis. Als wir etwas bedröppelt und völlig ratlos auf den Abacus schauten, lachten sie aus vollem Halse. Unvergessen!
Eine Pfaff Nähmaschine. Je vier Familien erhielten eine Nähmaschine von den Mennonitenbrüdern aus Deutschland.
Auch die Druckerpresse kam aus Deutschland. Das Mennoblatt förderte die Verbindung zur alten Heimat
Wir sehen alte Werkzeuge und Haushaltsgegenstände. Grundausrüstung, die jede Familie bei der Ausreise aus Deutschland erhielt.
Zartes Porzellangeschirr, das den Familien so kostbar war, daß es mit auf die Flucht genommen wurde. Und alles unbeschadet überstand.
Die Geschichte des Holzlöffels geht einem zu Herzen
Ein Plan von Filadelfia, präzise von Hand gezeichnet und in wunderschöner Schrift. Wer kann heute noch so schön schreiben?
Die erste Telefonzentrale
Wir sind total begeistert. Alle Austellungsstücke sind ausführlich beschriftet in spanisch, deutsch und englisch. Sehr liebevoll gemacht und sehr interessant.
Es gibt noch viel mehr zu sehen. Aber wir machen erstmal Mittagspause.
Nach einem kurzen Gewitter laufen wir wieder rüber, zum Mennonitenmuseum, untergebracht in einem wunderschönen Kolonialhaus.
Ausführlich wird die Geschichte der Mennoniten dokumentiert.
Gegenüber befindet sich das Jakob Unger Naturkundemuseum
Ausgestopfte Tiere sind eigentlich traurig anzuschauen, aber so können wir mal Geoffrey Katze und Pekari in Originalgröße sehen. Ihre Spuren haben wir bei der Lagune entdeckt.
Wir sehen viele Wasservögel wieder, wie den rosa Löffler mit seinem plattgewalzten Schnabel
Das arme Rind muss elende Qualen ausgestanden haben, als das Horn in den Schädel wuchs
Wie porös so ein Kaimanschädel ist. Mit einer extra Aussparung im Oberkiefer für den Zahn
Genug von toten Tieren,
wir wechseln in die Abteilung Flora: Quebracho Baum. Sein Holz ist so kompakt und schwer, daß es im Wasser untergeht.
Wir lernen einiges über Heil- und Giftpflanzen und können uns Baumsamen mitnehmen.
Weiter geht es hinüber zum Museum der interkulturellen Begegnung.
Drinnen ein Einblick in die indigene Kultur. Bescheidene Hütten, „Feuerzeuge“ und Waffen
Wunderschöner Federschmuck, getragen als Kragen und als Lendenschurz
Das Zusammentreffen der indigenen Völker mit den Einwanderern war friedlich.
Mittlerweile sind die indigenen Völker jedoch massiv ihres Landes und ihrer Lebensräume beraubt worden und versuchen, sich zu wehren. Immer und überall ist es die gleiche traurige Geschichte.
Im Museumsgarten stehen große Flaschenbäume. Mehr als 7 Meter Umfang hat die dicke Ömme.
Durch das Rote Tor gehen wir zurück zum Hotel Florida.
Und jetzt? Pool!
Wenn man sich vorstellt, daß wir für Fische so aussehen, oje, oje, das ist echt zum Fürchten….
Wir ändern unsere Pläne. Eigentlich wollten wir von Filadelfia aus noch weiter nach Norden des Gran Chaco fahren. Vor allem der Defensores del Chaco Nationalpark interessiert uns. Ein streng geschütztes Gebiet, in dem einige indigene Völker in freiwilliger Isolation von der Außenwelt leben. Es gibt Hinweise auf unbekannte Volksgemeinschaften, die jeglichen Kontakt vermeiden. Überdies ist dieses Gebiet Lebensraum für viele bedrohte, seltene und endemische Arten, auch unbekannte. In Begleitung von Rangern kann man auf wenigen Wegen den Park besuchen. Das würden wir gerne machen.
Aber die Temperaturen steigen weiter, auf 45°C. Zusammen mit der hohen, tropischen Luftfeuchtigkeit können wir das nicht aushalten, haben wir gemerkt.
Stattdessen werden wir in der Gegend bleiben und eine große Lagunenrunde machen. Hoffentlich können wir dort viele weitere Vögel und andere Tiere sehen. Ameisenbär, Mähnenwolf, Jabiru, das wär traumhaft…..
Morgen geht´s los.
Liebe Grüße, bis dann!
Julia & Martin
Drink positive!
Auf Instagram: Rappelkisteberlin







































































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