Zurück in Argentinien.
Durch Puerto Iguazu, das ziemlich schäbig wirkt, steuern wir zum Ruta 17 Supermercado.
Schlendern dort schnurstracks zur Weinabteilung.
Ein wahr gewordener Traum…..da ist Argentinien schwer zu toppen!
Der argentinische Peso ist seit unserem letzten Besuch nochmal um ein Drittel gefallen, aber die Preise sind überraschenderweise nicht gestiegen.
Die Gemüseabteilung……schluchz…..
Warum nur? Wenige Kilometer nebenan gibt es in Brasilien das feinste, frischeste und beste Gemüse und Obst. Und hier? Schwer zu verstehen….
Über rote Lehmpisten schwankt Rappelkiste zum Camping Tierra Roja.
Der Camping ist super, ein großes Gelände, viel Platz und DREI Swimmingpools!
Einen davon probieren wir gleich mal aus…..
Prost! Bis morgen!
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Morgens bestellen wir ein Taxi zum Eingang zu den Iguazu Falls. Das dauert länger als erwartet, es muss erst noch ein Fahrer gefunden werden. Nach einer dreiviertel Stunde kommt Carlos und bringt uns die 20 Kilometer zum Entrada.
Er wird uns auch wieder abholen, einfach eine WhatsApp schicken, dann kommt er. Super!
Es ist noch früh, nix los bei den Ticketschaltern.
Prima!
Denken wir…..
Erster Versuch: unsere Kreditkarten können nicht gelesen werden. Wir sollen zum Kiosk und mit Dollars bezahlen.
Zweiter Versuch: unsere Dollars sind einmal gefaltet, das geht nicht. Die nette Dame im Kiosk nimmt sie nur frisch gebügelt an.
Dritter Versuch: ein anderer Schalter. Nochmal alle Kreditkarten…NO. Wir sollen es online versuchen.
Vierter Versuch: der online Ticketverkauf läuft nur auf spanisch. Wir tüdeln uns durch, dann plötzlich: „compra no posible“ – es geht nicht.
Fünfter Versuch: verzweifelt, genervt und langsam sauer……wir gehen zum Bankomaten um Pesos zu holen. „Fuera de servicio“ Außer Betrieb….
Sechster Versuch: zurück zu einem Ticketschalter, der Apple Pay anbietet. „No!“ sagt die Dame im Büdchen, kann sie nicht machen, wir sollen selber probieren…okay, aber es funktioniert aus unbekannten Gründen nicht.
Siebter Versuch: sprechen eine Mitarbeiterin an. Sie geht mit uns zum Schalter, die Kassiererin soll bitte doch mal Apple Pay probieren. Sie versucht es, aber es funktioniert nicht…
Achter Versuch: zur Touristinformation. Die beiden Ladies führen gerade eine sicher sehr wichtige Unterhaltung und haben erst später Zeit für uns. Wir schildern unser Problem: „try online“ ist die Antwort.
Wir sagen: es geht nicht….Leichtes Augenverdrehen, man hält uns vielleicht für zu blöd für einen online Ticketkauf.
Die junge Dame nimmt mein Telefon und tippt sich durchs Online Kaufmenü.
Oh?! Es geht nicht?!
Na sowas?! Uns platzt bald der Kragen…..
Neunter Versuch: Wir sollen zum Bankautomaten. No! Geht nicht, waren wir schon!
Okay, eine der Damen erhebt sich vom Sessel. Sie wird uns am Schalter Nummer 15 treffen.
Zehnter Versuch: Schalter Nummer 15.
Ganz hinten, hinter einer langen Reihe von geschlossenen Schaltern, sitzt einsam und allein eine Dame im Dunklen vor dem einzigen Lesegerät, das ausländische Kreditkarten lesen kann. Tipp, tipp, tipp….haben wir unsere Tickets.
Warum nicht gleich?! Warum müssen wir eineinhalb Stunden lang hin und herlaufen, uns durchfragen, abgeweisen lassen und verzweifeln?
Leute!!
Zu den Wanderwegen bringt uns eine Bimmelbahn, den Zehnuhrzug werden wir erwischen.
Immer noch leicht angefressen, aber es wird bestimmt gleich besser…..
20 Minuten dauert die Zuckelfahrt
Am Bahnsteig warten Plüschhaubenhäher bis alle ausgestiegen sind. Dann suchen sie die Waggons nach Eßbarem ab.
Überall Schmetterlinge! Wir werden umflattert…
Da kommt ein 88er angesegelt….und hier! Dieser metallisch schillernde Falter, wunderschön…
Nochmal von ganz nah….er hat ein gestreiftes Gesicht. „Hola mariposa…“
Den Namen kann ich nicht herausfinden….weiß jemand mehr?
Ein 1100 Meter langer Steg führt über den Fluss zum Garganta del Diablo, dem Teufelsschlund.
Wunderschön: ein Malachitfalter
Viele viele 88er und diese Nachtblauen.
Diese unterschiedlichen Flügelober- und Unterseiten, so faszinierend…Wie heißt du denn?
Der Fluss sieht so harmlos und liebreizend aus, dabei lauert nur wenige Meter weiter der Absturz. Die Strömung muss schon immens sein….nur der aufsteigende Wasserrauch gibt einen Hinweis auf das kommende Inferno
Je näher wir kommen, desto mehr spüren wir den Nebel und hören das Tosen des fallenden Wassers
Der Steg führt auf die Aussichtsplattform am Garganto del Diablo
Der erste Blick auf den Schlund…..als saugt er das Wasser in sich hinein….
Hier stauen sich die Besucher etwas
aber es gibt noch einen „Fensterplatz“ für uns….
Unglaublich diese Wassermassen! 80 Meter stürzen sie in die Tiefe.
Ringsum steigen Wasserwolken in den Himmel
Ein Königsschwalbenschwanz tanzt durch den Nebel…
Rauchschwalben stürzen sich in die Fluten
Unfassbar, daß sie das überleben und nicht davongerissen werden.
Am Himmel komplettiert ein großes Wolkendrama das donnernde Schauspiel.
Die Luft ist dampfschwer, nachmittags soll ein heftiges Gewitter kommen.
Hinschauen, staunen, dem Tosen und Donnern lauschen…..
Schwer, sich von diesm Anblick zu lösen.
Martin geht schon mal zurück und sucht uns eine schöne Bank für unser Picknick.
….ein letzter Blick….Wahnsinn….
Nur wenige Meter von der Kante entfernt plätschert, scheinbar völlig harmlos, die reinste Flussidylle.
Prächtige Schmetterlinge, Tiger- und Juliafalter umschwirren einen blühenden Strauch. So wunderschön….
Martin hat mich schon gesehen…
Mittagspause
Beobachtet von Plüschhauben.
Na? Fällt vielleicht was für uns ab?
No.
Auf dem Weg zur Bahnstation sehen wir große Fische im Rio. Geschätzt einen Meter oder länger. „Catfish!“ freut sich ein Amerikaner. „That´s a nice barbeque!“
Ein 88er mit seinem außergewöhnlichen Muster.
Und diese Schönheit hier…
Zarte Härchen, wie ein ganz feines, weiches Fell und eine Vielfalt von Mustern auf den Flügeln
Schmetterlinge überall
Die Unterseite
Die Oberseite
Dieser hier:
die Unterseite grau-weiß marmoriert
Die Oberseite nachtblau-feuerrot
Die Fantasie der Natur kennt keine Grenzen
Falter landen auf dem Rucksack, auf Martins Mütze
und auf meinem Finger. Je nach Lichteinfall schimmert das Blau der Flügel hell oder dunkel.
Vorsichtig setze ich ihn auf Blättern ab, im Sonnenlicht leuchtet das Blau der Flügel auf
Echsen huschen über den Weg, Martin wird weiter umschwärmt.
Fast übersehen: ein schwarzer Falter mit noch schwärzeren Mustern auf den Flügeln
Wir nehmen die Bimmelbahn zur Estacion Cataratas
Für die Besucher ist ein Schutzkäfig aufgebaut, in dem sie in Ruhe essen können…
Lustig, Zoo mal andersrum…
Wir setzen uns davor, denn im Moment sind keine Tiere in Sicht
Auf der Wanderkarte ist der Standort von Millionen von Fingern durchbohrt….
Wir wählen den blauen Circuito Superior
Der Weg verläuft oberhalb der Wasserfälle, unter den Stegen sprudelt das Wasser. Die Ausblicke sind fantastisch
Wieder eine kleine Echse, die sich geduldig ablichten lässt, bevor sie davonflitzt. Wir sehen hinüber nach Brasilien zum rosa Hotel, während unter unseren Füßen das Wasser über die Felskante rauscht
Lange warten wir darauf, daß dieser Schmetterling seine Flügel öffnet…..die Unterseite wie ein trockenes Blatt
Mit welchen Farben wird uns die Oberseite überraschen?
Tja… gar nicht. No, nein, keine Lust….die Flügel bleiben zugeklappt….na gut….
Direkt neben der Schwelle stehend sehen wir zu, wie die Wassermassen in die Tiefe stürzen…..
Während wir den Regenbogen bewundern, setzt sich ein 88er in Szene….
Geruhsam gleitet der Fluß dahin, nimmt plötzlich Anlauf und fliegt hinunter
Beim Salto nebenan kommt das Wasser schon wild angesprudelt….
bevor es mit Getöse in den Gischtnebel hinabfällt….
Der Steg führt weit hinaus zum Salto San Martin
Begleitet von den schönsten Faltern
Unter der Aussichtsplattform schießt das Wasser durch zur Kante………..
Wellen laufen zurück, als wollten sie dem Absturz entkommen….

Kühle Luft und Gischt fährt übers Gesicht….
Es brodelt und tost in wilden Strudeln, tausende Wasserperlen glitzern im Sonnenlicht
Langsam gehe ich über die Brücke zurück.
In einem Baum hängen weiße Blütenbüschel. Orchideen?
Martin hat Besuch von einem 88er.. Die sind hier wirklich überall.
Salto San Martin ist der Wendepunkt des Wanderweges. Zurück geht es durch den Wald, abseits der Wasserfälle
Unterwegs entdecken wir diese Schönheit
Wir biegen ab auf den gelben Trail, wieder neugierig beobachtet von Plüschhauben. Eine steile Treppe führt hinab.
Vorhin sind wir oben entlang der Saltos „Dos Hermanas“ gelaufen, jetzt sehen wir sie von unten
Wieder eine ganz andere Perspektive.
Auf den Pflanzen glänzen feinste Nebeltröpfchen
Ein wirklich schöner Wanderweg.
Zur Krönung des Tages hockt sich ein Äffchen aufs Geländer. Seelenruhig knabbert er an einem Blattstengel. Die Zähne sind echt beeindruckend…
Was haben wir für ein Glück, genau in diesem Moment hier zu sein!
Wir schauen hinüber zum Salto San Martin…..oh…kommt das Gewitter jetzt schon?
Wir beschleunigen etwas unser Tempo, um rechtzeitig zum Rastplatz zu kommen.
Während wir von Ferne die Wasserwolken des Garganto Diablo bewundern, klärt der Himmel schon wieder auf.
Eine Brücke überquert die reißenden Fluten des Salto Lanusse
Diese Brücke gegenüber sieht schwindelerregend aus…
Wir lassen diesen Umweg aus…..
Ein Guyanahörnchen eilt über das Geländer, direkt vor meine Kamera….wieder so ein Glücksfall!!
Kurz vor dem Rastplatz schleicht ein mächtiger Tegu auf uns zu und streckt uns die Zunge raus…
Die Gewitterwolken haben nur geblufft, alles wieder himmelblau.
In den Bäumen schnarren Tukane…
Ein Äffchen sitzt lässig in der Astkrone
Seine Majestät King Louie grüßt sein Publikum
In den Bäumen über uns raschelt es…..
Das alles betrachten wir gemütlich von einer Bank aus, begleitet von einem erfrischenden Choppe Brahma
Im Hintergrund steht das übergroße Warnschild: Affen sind keine Haustiere! Sie beißen und übertragen Krankheiten!
Müde vom vielen laufen und den Kopf voller Bilder machen wir uns auf den Weg zur Bimmelbahn und fahren zum Entrada zurück. Der Tag ging so schnell vorbei!
In einer halben Stunde wird der Park geschlossen.
Carlos holt uns, wie abgemacht, ab. Gegen 18:30 Uhr sind wir zurück beim Camping,
Mit einem Sprung in den Pool beleben wir unsere müden Knochen.
Dann bricht das angekündigte Gewitter doch noch los.
Ein wunderschöner Tag! Ganz in Ruhe lassen wir die Bilderflut von heute nochmal vorüberziehen
Es lohnt sich so sehr, beide Seiten der Iguazu Wasserfälle zu besuchen. Beide sind so unterschiedlich, das Erlebnis ist jedes Mal neu.
Finden wir eine Seite schöner als die andere? Ganz klar: nein!
Beide sind umwerfend schön!
Liebe Grüße, bis morgen!
Julia & Martin
Drink positive!
Auf Instagram: Rappelkisteberlin






















































































































































































































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