Seit halb 5Uhr morgens dringt das Klappern der Holzbrücke bis in unsere Träume. Bis dahin war es eine ruhige Nacht.
Dichter Nebel steigt vom Wasser auf
Eine mystische Morgenstimmung, Libellen und Schwalben sirren durch die Luft.
Die Holzbohlen schimmern silbrig, das gegenüberliegende Ufer ist nicht zu sehen.
Wie aus einem Fantasy-Film: die Brücke in eine geheimnisvolle Welt
Rappelkiste steht sicher in ihrer Nische am Ufer
Vormittags hat sich der Nebel längst verzogen, wir wandern zum Informationszentrum des Reserva Natural.
Der Name Iberá leitet sich von „Y vera“ ab => helles Wasser in der Sparche Guaraní. Nach dem Pantanal in Brasilien ist dies das größte Feuchtgebiet der Erde.
Schon auf dem Weg dorthin können wir Tiere beobachten.
So starr, wie die Kaimane da liegen wirken sie wie aus Plastik.
Im Infozentrum zahlen wir 30.000ARS, ca 19,-€ pro Person. Das kommt uns, verglichen mit Paraguay, ganz schön teuer vor. An argentinische Preise müssen wir uns erst wieder gewöhnen.
Wir bekommen neongrüne Bändchen. Nur mit diesen Bändchen können wir später eine Bootsfahrt mitmachen, die allerdings extra bezahlt werden muss.
Hinter dem Haus führen Wanderwege in das Sumpfgebiet.
Kaum 2 Minuten gelaufen, entdecken wir einen Kaiman, versteckt zwischen den Wasserpflanzen
Nur ein paar Meter weiter grast ein Sumpfhirsch
Was haben wir für ein Glück!
Seelenruhig lässt sich der Hirsch nieder, Mittagspause…
Auf hohen Stegen wandern wir durch das Sumpfgebiet, die Tiere können drunter durch und so einfach weiter ihrer Wege ziehen.
Wir sehen wunderschöne Sumpfblüten, Bem-ti-vis begleiten uns
Am Geländer heften sich Baumpilze fest.
Was hat Martin da entdeckt?
Diese Schönheit:
Eine Fackel, so lautet der deutsche Name
In einem Bach suhlt sich ein Capibara, ein Wasserschweinchen
Große Vogelnester tropfen von den Bäumen
Eine Brücke führt uns in einen lamettabehangenen Wald.
Schattig und kühl
Wieder hinaus über eine Wiese, es summt und brummt, große Libellen surren durch die Luft
Vogelnester, aus Matsch gebaut, kleben am Dach eines Picknickplatzes. Wir genießen den Schatten des nächsten Waldstückchens.
Überall gibt es etwas zu entdecken…..
Manchmal müsssen wir ganz genau hinschauen….Auf den ersten Blick kaum zu sehen…..auf den zweiten wunderschön….
Von einer erhöhten Plattform bekommen wir einen kleinen Überblick über die Esteros del Iberá.
Leider haben wir unser Fernglas vergessen und können die Vögel nur aus weiter Ferne beobachten.
Beeindruckend. Die Ausmaße sind nicht zu erfassen.
Hier endet der Wanderweg.
Wir kehren um. Vor uns auf dem Steg leuchtet wieder eine Fackel…
Und dieser hübsche…ach, gleich doppelt!
Gräser wie Pfeilspitzen, Farbtupfer im Grün, manche beweglich, manche fest an Ort und Stelle, ein schöner Weg.
Ein großer Schmetterling lässt sich im Gebüsch nieder
Auf dem Weg sitzt gemütlich ein Capibara und lässt sich die Sonne auf´s Fell scheinen.
Wir pirschen vorsichtig näher…
So vorsichtig müssen wir gar nicht sein. Der/die/das Capibara hat die Ruhe weg. Gemächlich wandert es von der einen zur anderen Seite und wieder zurück und lässt sich von uns überhaupt nicht stören.
Es sind eher wir, die sehr aufgeregt sind. Das wir einem Capibara so nah kommen, haben wir nicht erwartet.
Capibara sollen sehr lieb sein, heißt es.
Wir trauen uns näher ran.
Die sind ganz schön groß….
Langsam und auf Abstand bedacht, gehen wir am Wasserschweinchen vorbei, das völlig gelassen bleibt.
Sieht wirklich sehr lieb aus…
Der Tegu auf der Wiese vor dem Infozentrum ist da ein ganz anderes Kaliber.
Unser Rundgang ist zuende, wir laufen zurück zum Damm.
Im Wasser liegen Kaimane, völlig regungslos.
Faszinierende Geschöpfe. Wie weit sie das Maul aufsperren können.
Und dieser Blick….respekteinflössend
Ob der Reiher in Gefahr ist?
Umschwärmt von Libellen laufen wir zurück
Rappelkiste flimmert in der Sommerhitze
Heute nachmittag wollen wir eine Bootstour machen.
Mitten hinein in die Wasserlandschaft
Deshalb wandern wir gleich weiter zum Camping Municipal, dort kann man die Touren buchen.
Durch die altersschwachen Holzbohlen der Brücke schimmert das Wasser
Tinamous tippeln über den Weg
Wir möchten gerne die 17Uhr Bootstour buchen, aber man muss mindestens zu dritt sein. Hm….
Auf dem Camping parken Debbie und Miguel aus Palm Springs/California. Wir plaudern sehr nett, es stellt sich raus, daß sie auch die Bootstour machen möchten. Super, das 17Uhr-Boot ist gesichert!
Wir schauen uns noch ein bißchen um, der Camping ist sehr schön gelegen.
Da drüben steht die Rappelkiste
Auf dem Rückweg sehen wir vor der Brücke das 20t Schild, sie ist also viel stabiler als sie aussieht
Jetzt erstmal Pause…
Halb 5Uhr, pünktlich stehen wir am Bootsteg.
Kurz vor 17Uhr bekommen wir unsere Schwimmwesten
Los geht´s! Wir beide sitzen ganz vorn, super!
Zuerst tuckern wir zum Rangerhaus und melden die Fahrt an.
Dabei kommen wir an Rappelkiste vorbei….
Von unten betrachtet wirkt die Brücke recht solide
Und dann gibt unser Skipper Gas, huuiiiii geht die wilde Fahrt los!!
Das Boot fliegt dahin, das Wasser fühlt sich bretthart an, als wäre das Boot auf einer Rüttelpiste.
Ein paar Minuten wilde Fahrt, das Boot hält auf einen dicht bewachsenen Seerosengürtel zu.
Am Ufer grast eine Capibarafamilie.
Der Skipper schaltet den Motor aus.
Wir gleiten durch Seerosen und Wasserhyazinthen
Über uns schweben dunkle Vögel, im Wasser lauern still und starr Graureiher auf Beute. Rot- und Gelbstirnblatthühnchen laufen mit ihren langen Füßen über die Seerosenblätter
Chajas stehen im Ufergras
Auf den Wiesen dahinter grasen Nandus
Reiher beeindrucken uns mit ihrer Spannweite. Die Abendsonne lässt das rotbraune Gefider der Rotstirnjassanas leuchten, während sie über die Seerosenblätter schreiten. Wir sehen Bem-te-vis und Gelbstirnjassanas.
Mit einer langen Stange stakt der Skipper das Boot aus den Wasserpflanzen, wir nehmen wieder Fahrt auf.
Und steuern zum nächsten Grünstreifen. Chajas und Bronzekiebitze, das Gefieder der Jassanas schimmert im Sonnenlicht
Capibaras schwimmen von Ufer zu Ufer
Der dunkle Klops dort im Gebüsch ist auch ein Capibara
Wir staken näher ran.
Ganz ruhig und langsam…Oh..dieses Kräutlein duftet so gut….
Entzückend!
Ein paar Meter daneben beobachtet uns dieser Geselle, leise nähern wir uns
Der sieht so dick und rund aus, als hätte er gerade ein Capibara verschlungen. Und grinst auch sehr zufrieden.
Gleich daneben der nächste meterlange Kaiman, ihr einheimischer Name lautet: Yacaré
Der Bootsmann lässt uns Zeit zum hinschauen, bewundern und fotografieren.
Wir schippern weiter, in einen Kanal hinein. Kormorane genießen das Abendlicht, Nachtreiher fliegen auf, ihre Augen leuchten rot.
In den Bäumen sitzen Graureiher
Wieder halten wir aufs Ufer zu, der Motor ist aus.
Im hohen Schilf grast ein wunderschöner Sumpfhirsch
Wasserhyazinthen spiegeln sich, mutig schwimmt ein Capibara durchs Wasser. Kormorane segeln dicht über unseren Köpfen, noch mehr Nacht- und Graureiher schwingen sich in die Luft
Eine große Capibarafamilie rupft sich ihr Abendbrot
Direkt daneben liegt dieser dunkle Riese, die Capibaras stört´s nicht…
Ein gewaltiger Brummer…
Die Capibarafamilie mampft unbesorgt weiter.
Im Schnitt futtert ein ausgewachsenes Capibara um die 3 Kilo Grünzeug am Tag. Der Name Capibara bedeutet: „Herr der Gräser“
Erneut halten wir….unser Bootsmann hat etwas entdeckt.
Auf den ersten Blick kaum zu sehen
Vorsichtig manövrieren wir weiter
und halten erneut neben dem nächsten fast versunkenen Kaiman.
Ohne Motor gleitet das Boot nah heran
Der Kaiman beobachtet uns ganz genau, sieht aber keinen Grund nervös zu werden.
Dieser Blick….
Wir schauen ihm in die Augen …..und sehen unser Spiegelbild
Gänsehaut…..Tief beeindruckt schleichen wir uns davon….
Mehr als eine Stunde sind wir schon unterwegs. Eine Kormorankolonie hat ihren Übernachtungsplatz auf den Strommasten eingerichtet, Karakaras beobachten uns von oben herab.
Wir wenden, das Boot düst den Kanal entlang, die Schatten werden länger
Wenig später sehen wir erneut eine Herde Sumpfhirsche
Und ein kapitales Kaiman Exemplar im letzten Sonnenlicht
Die Sonne steht tief, wir tuckern zurück
Und bekommen ein großes Finale:
zu unserer größten Freude schwimmt mit ruhigen Bewegungen ein Kaiman vor uns her
Was für ein Glück!
Sonnenuntergang, mit langem Finger streicht das letzte Sonnenlicht über das Wasser
Unser Bootsmann stoppt den Motor und wir alle bewundern gemeinsam das magische Leuchten
Richtig toll unsere Bootsfahrt! Die Köpfe voller Bilder radeln wir nach Hause
Unter dem Sternenhimmel nehmen wir noch ein Abendgetränk, aufgewühlt von diesem erlebnisreichen Tag
Was wir heute alles gesehen haben, fast zuviel für nur einen Tag….
Liebe Grüße, bis morgen!
Julia & Martin
Drink positive!
Auf Instagram: Rappelkisteberlin









































































































































































































































































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