Der kleine Florettseidenbaum hat noch mehr seiner wunderschönen Blüten geöffnet.
Rappelkiste ist startklar, heute verlassen wir Paraguay.
Ein Land ohne die ganz großen Weltwunder, dafür voller kleiner Sensationen. Die Wasserfälle, die Lagunen und die Kargheit des Chaco, die unzähligen bunten Schmetterlinge, Tapir und Jabiru, haben uns fasziniert und begeistert. Herzliche, freundliche Menschen haben uns den Aufenthalt leicht und unbeschwert gemacht. Die Dschungelfahrten auf den Pisten forderten ihren Tribut, im Austausch dafür bekamen wir das Abenteuer.
Paraguay hat uns sehr gut gefallen und wir kommen bestimmt wieder. Es gibt noch viel zu sehen!
Ein letzter Großeinkauf, noch einmal investieren wir eine Million PYG in Lebensmittel.
Die letzten Guaraní tauschen wir in ARS, argentinische Pesos.
Auf der Paraguay Seite müssen wir zur Aduana. Vor einer Bude sitzen 4 Leute in zivil. Einer nimmt unsere TIPs entgegen, staunt darüber, daß wir 2 TIPs haben. Er will Auto und Moto sehen. Rappel beeindruckt ihn: „Eso es bastante grande! Que lindo!“ Martin zeigt die Honda Dax. „1970!? Muy viejo! Muy lindo!“ Gefallen ihm, unsere Fahrzeuge. Das war´s, Hände schütteln, Adios!
Kurz vor der Grenzbrücke bedankt sich Paraguay für den Besuch: „Gracias por visitar Paraguay!“ steht auf dem Schild.
„Muchas gracias, Paraguay!“ sagen wir.
Adios und Auf Wiedersehen!
Alles weitere regelt der Grenzposten auf der argentinischen Seite.
Die „Puente Internacional San Roque González De Santa Cruz“ verbindet die beiden Städte Encarnación und Posada.
„Migracion?“ fragen wir einen Officer. Er weist uns zu einer Tür, es ist der Ausgang, stellen wir fest. So stehen wir unverhofft am Anfang der Schlange, etwas peinlich. „No problema!“ heißt es am Schalter. Pässe bitte. Zack, zack, geht alles sehr schnell. „Salida Paraguay tambien?“fragen wir. „Si, todo esta hecho!“ sagt der freundliche Officer, alles erledigt.
Jetzt zur Aduana. Man weist uns in eine enge Parknische, eher nicht für Rappelgröße gedacht. Ein paar Officer sitzen gemütlich draußen auf Bänken. Wir fragen sie, wo wir hinmüssen. „Speak english?“ fragen sie zurück. Yes, antworten wir.
Ah! freuen sich die Älteren, denn nur der junge Officer spricht englisch, der muss sich um uns kümmern, die anderen können sitzen bleiben.
Zuerst Inspektion. Der Officer und ich klettern in den Shelter, er klopft einmal auf die Kühlschranktür, öffnet zwei Oberschränke. „Bueno!“ Fertig.
Mit unseren Autopapieren geht er los zur Bürobaracke. An der Warteschlange vorbei bringt er uns direkt zum Schreibtisch des Kollegen. Paperwork. Sofort findet der Kollege uns im Computer, ein bißchen tippen, ausdrucken, unterschreiben. Rappelkiste und wir bekommen Aufenthalt bis November.
„Finish?“ fragen wir ungläubig. „Yes, finish, welcome to Argentina!“
Keine halbe Stunde haben wir für die Grenze gebraucht. Und alle wieder so freundlich und gut gelaunt, sehr angenehm!

Wir steuern zum nächsten Supermercado.
Wie immer zuerst zum Gemüse. Eine freudige Überraschung: eine große Auswahl und alles in Topzustand!
Nur eben sehr viel teurer als in Paraguay.
Die Weinabteilung ist ein wahr gewordener Traum…auch preislich.
So sieht unser erster Einkauf in Argentinien aus:

Inzwischen ist es 16:30Uhr, heute bleiben wir in Posada. Martin lenkt Rappelkiste zum Camping Municipal.
26000ARS, umgerechnet 16,-€ kostet die Nacht, ganz schön heftig. Dafür gibt es Strom, sehr gepflegte Duschen, einen Pool und Strandzugang zum Rio Paraná.
Wir testen den Pool. Ein Lifeguard passt auf uns auf.
Anschließend eine ausgiebige, warme Dusche.
Die Schilder machen uns sprachlos!
Wer pieselt und kackt denn in die Duschen?! Unfassbar, wie sich manche Leute benehmen….
Dann machen wir es uns auf der Rappeltreppe gemütlich. Mit einem kühlen Torrontés, den haben wir in den letzten Monaten vermisst…..
Ach, schön war´s in Paraguay, ein bißchen Wehmut kommt immer, wenn wir ein Land verlassen haben….
und die Becher sind auch schon wieder leer…..
Zum Glück haben wir noch Nachschub im Kühlschrank…
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Gute Nachrichten: im Esteros del Iberá Park hat es aufgehört zu regnen.
Wir lassen der Schlammpiste noch etwas Zeit zum trocknen und gönnen uns einen Ruhetag.
Zuerst zum Pool.
Die Kinderecke ist klasse! Wenn der Eimer kippt…das macht sicher auch Erwachsenen Spaß!
Gut bewacht vom Lebensretter planschen wir im Pool
Ich laufe rüber zum Flussbadestrand.
Ein Zaun schützt hier vor den gefährlichen Piranhas. Am Paraguayufer gab es keine Zäune. Vielleicht sind strömungsbedingt viele große Piranhas eher an diesem Ufer unterwegs und drüben nicht. Oder in Paraguay kümmert´s keinen…
Das Wasser ist sehr warm, viel wärmer als der Pool. Ein schöner Blick auf die Brücke hinüber nach Paraguay.
Auf dem festen Sandboden gedeihen Pflanzen
So sieht das unter Wasser aus, die Pflanzen fühlen sich hart und widerspenstig an.
Fische sausen hin und her, sind etwa doch Piranhas durch eine Lücke im Netz geschlüpft?
Nein, es sind nur kleine, harmlose Fischlein, die im Sonnenlicht silbern aufblitzen
Von oben betrachtet, wirken die Fische durchsichtig, nur an ihrem Schatten ausfindig zu machen
Wir nutzen die Gelegenheit und waschen eine Menge T-shirts, bleiben schön im Schatten und wandern von Rappelkiste zum Pool und zurück.
Ein schöner Ausruhtag.
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Guten Morgen!
Heute fahren wir zum Esteros del Iberá Park. Den Zustand der berüchtigten, extrem schlechten Piste werden wir vor Ort beurteilen. Und unsere gerissene Frontscheibe? Wird schon halten, auch auf der übelsten Piste.
Leben am limit….
Noch einmal in den Pool
dann geht´s los!
Um die Fahrt über die schlimme Piste so kurz wie möglich zu halten, sausen wir erstmal 1½ Stunden lang auf der RN14 nach Süden.
Bei einer Tankstelle biegen wir ab nach Osten, auf die RP40.
Die Piste ist in einem Superzustand! Wahrscheinlich war es ein Glück, daß es vorgestern geregnet hat. Denn jetzt fährt der Plätter über die Piste und bügelt alles glatt.
Den nächsten Grund für diese Superpiste sehen wir wenig später:
schwer beladene Holzlaster kommen uns entgegen und stauben uns ein.
FENSTER ZU!!
Libellen schwirren in der Luft, wir sehen die ersten Wassergräben des Iberá Feuchtgebietes
Rauchwolken über den Feldern, Staubwolken auf der Piste….
Weideland. Am Arroyo Aguapey könnte man schön übernachten. Wir möchten aber noch weiter. Hinter den Bäumen wird das Feld abgefackelt, vielleicht ist diese Abfackelei auch der Grund für die verbrannten Bäume etwas später….
Karakaras machen sich über einen plattgefahrenen Fuchs her. War das Selbstmord? Bei dem dünnen Verkehr ist die Wahrscheinlichkeit, überfahren zu werden, nicht sehr hoch, oder?
Die Holzlager und Laster haben wir hinter uns, auf den nächsten Kilometern wird die Piste etwas holperiger. Jetzt können wir uns vorstellen, wie tiefschlammig der Untergrund wird, wenn es regnet. Das muss eine üble Rutschpartie sein.
Für uns bedeutet es heute nur, das wir unser Tempo auf Schrittgeschwindigkeit drosseln müssen.
Eine große schwarze Schlange ringelt über den Weg. Reiher sitzen im Gras und auf Bäumen.
An einem Tümpel stehen ein riesiger Waldstorch und mehrere Kormorane. Wir halten, ich laufe zurück, aber bevor ich am Tümpel bin, heben alle ab und fliegen davon….Menno….
Immer wieder flitzen Tinamous über die Piste und sprinten in die Büsche
Diese zwei PS bleiben sehr gelassen, als wir vorbeirollen.
Ein Albino, sieht man selten.
Und diese Kollegen? Ein Pferdchen trabt kurz entschlossen noch schnell quer über die Piste….
Nach 70 Kilometern treffen wir auf die eigentliche, berüchtigt schlechte Piste.
Ja, das möchten wir bei Regen auch nicht fahren, das ist wirklich übel. Nach ein paar Kilometern reißt auch unsere Scheibe weiter…..
50 Kilometer sind es noch bis Carlos Pellegrini, unserem Ziel. Elegant wie eine schicke Hochseeyacht segelt Rappelkiste durch die Bodenwellen und plättet den Tiefsand.
Auf halber Strecke wieder ein Tümpel ….STOP!!
Haben wir richtig gesehen?
Ja. Kaimane.
Die Verkörperung von Urzeitgeschichte und unglaublicher Kraft. Völlig starr, nur ihre Augen haben uns genau im Blick.
Hinter ihnen mampfen in aller Seelenruhe Capibaras ihre Grasmahlzeit.
So nah dran zu stehen ist etwas ganz besonderes, wir sind völlig hingerissen!
Auf der weiteren Strecke ist die Tierwelt etwas unspektakulärer…..aber auch schön
Viele viele Tinamous…
In Colonia Carlos Pelegrini und steuern wir zuerst den Campingplatz an. Das Tor hat eine Höhe von 3,10Metern. Zu niedrig für Rappelkiste.
Wir fragen, ob wir auf dem Parkplatz vorm Camping stehen dürfen? Das ist für die Leute reserviert, die Bootsfahrten machen, erklärt uns der Patron freundlich. Es gibt noch einen anderen Camping, wir sollen dort fragen und wenn es dort auch nicht geht, sollen wir wiederkommen, dann finden wir eine Lösung.
Die Zufahrt zum anderen Camping ist zugewachsen. Wir machen uns auf den Weg zur Holzbrücke, an deren Ende es ein kleines Parkrondell gibt.
Passt Rappel da überhaupt drauf?
Wie für sie gemacht. Nicht alle Holzbretter sehen vertrauenswürdig aus, es klappert und poltert, aber alle halten.
Der Platz am anderen Ufer, wunderschön!
Rotschopftangaren und andere Vögel hüpfen herum, lassen sich von uns nicht stören.
Ich schaue mir die Brücke nochmal genauer an….was soll´s…wenn´s hält?
Ein schöner Ort mit wunderschönem Sonnenuntergang
Gut eingesprüht gegen Mosquitos sitzen wir auf der Mauer, mit Torrontés und Musik.
Jogger kommen vorbei, Autos klappern über die Brücke, alle Leute grüßen uns freundlich.
Sehr schön hier, wir sind so froh, daß wir es trotz der gerissenen Scheibe gewagt haben.
Der Riss ist jetzt länger, aber das macht auch nix mehr…
Der Himmel flammt auf…..
Liebe Grüße, bis morgen!
Julia & Martin
Drink positive!
Auf Instagram: Rappelkisteberlin
























































































































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