Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

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In Elea treffen wir unsere Freunde wieder und richten uns in einer windgeschützten Ecke ein. Abends knistern die Pinienzapfen im Kamin. Elea ist jedesmal wie nach Hause kommen.

 

Die Tage sind wunderbar sonnig, die Nächte eiskalt. Die Morgensonne taut das Eis auf unserem Dach, die Pflanzen sind mit einer Eisschicht überzogen. Zum Sonnenuntergangsdrink sind wir warm angezogen, denn am Meer weht ein strammer, kühler Wind.

 

In Kyparissia nehmen wir unseren Impftermin wahr. Es gibt ein wenig Verwirrung, weil die Apothekerin in Astros uns für die zweite Impfung eingetragen hat. Dies soll aber die dritte werden. Kein Problem, wir müssen nur kurz zurück zum KEP, dem Bürgeramt, dort wird alles geändert. Selbstverständlich wird dort auch Samstags gearbeitet und natürlich hat man sofort Zeit für uns. Das ist äußerst beeindruckend, wenn man aus Berlin kommt.

Danach laufen wir zurück zum Hospital und holen uns die dritte Impfung ab. Alles super einfach und unproblematisch.

Langsam müssen wir Pläne für die Rückfahrt nach Berlin machen, denn wir haben ein paar Termine dort. In ca 10 Tagen soll es losgehen.Bis dahin verbringen wir die Zeit mit unseren Freunden in Elea.

Das Wasser auf dem Gelände wird abgestellt. Beim Bürgermeister haben sich Anwohner beschwert. Warum müssen sie für das Wasser bezahlen und die Camper bekommen es für umsonst? Verständlicher Ärger. Darauf muß er reagieren, auch wenn er das eigentlich nicht möchte, wie er sagt.

Wir verbringen die Tage ruhig und gelassen, erledigen etwas Arbeit, faulenzen in der Sonne, fahren mit der Dax umher und machen Besuche. Abends treffen wir uns alle am Lagerfeuer.

 

Eine große Gruppe junger Vanlifer parkt in der Nähe. Musik wummert am späten Nachmittag herüber. Fette Bässe, ordentliche Lautstärke. Da steht anscheinend eine richtig große böse Box!

2 junge Leute laden ein zur Party am Abend. „Es ist nur heute Nacht und um Mitternacht machen wir die Musik aus“ versprechen sie. Warum nicht?

Abends sitzen wir erst bei Sylvia und Alfred am Lagerfeuer und gehen dann später rüber. Wahnsinnig guter Sound, ich tanze gleich los. Endlich mal wieder Party!

Lichterketten, Mini Spiegelkugeln, großes Lagerfeuer, auf einem Bildschirm zeigt jemand nonstop Reisefilmchen. Total süß gemacht!

Natürlich wummert die Musik auch nach Mitternacht noch weiter, war doch klar. Aber manchmal muß man auch mal feiern. Wir haben uns jedenfalls großartig amüsiert!

 

 

Als die Bässe auch am nächsten Abend wieder losdröhnen, gibt es etwas Ärger. Nicht jeder hat ein Berlin-Techno-gestärktes Nervenkostüm. Eine Gruppe Camper geht rüber, um mit den jungen Leuten zu reden. Leider wird das Gespräch schnell ärgerlich, am Ende zerstreiten sich auch noch die jungen Vanlifer untereinander und ein paar reisen ab. Schade, daß einige Leute nicht freundlich und friedlich bleiben können.

Unsere Fähre ist für den 27.ten Januar gebucht. In Berlin schnellen die Inzidenzen in den Himmel. Kein gutes Gefühl, zurück in diesen Seuchenmoloch zu fahren.

Der Himmel verdüstert sich, es beginnt zu regnen. Und damit nicht genug: es beginnt zu schneien! In Elea! Unser Freund Dimitris ist gerade zu Besuch und kann es nicht fassen! Schnee!

 

Die Abreise rückt näher, wir besorgen Mitbringsel in Kyparissia, z.B.: eine Flasche „Old Sports“ Gin von regionalen Ginbrauern. In Kopanaki treffen wir uns zum Essen nach dem Markt.

Abschied. Noch eine Flasche Prosecco mit den Freundinnen, den letzten Abend verbringen wir in kleiner Runde am Lagerfeuer.

 

Wir packen in Ruhe zusammen, haben es nicht eilig. Nach einem Strandspaziergang heißt es mittags: auf Wiedersehen ihr Lieben!

Wir treffen uns irgendwo, irgendwann wieder!

 

In Kato Achaia stellen wir uns wieder an den Hafen für eine Nacht. Das Abendlicht taucht die Schneegipfel und Patras in Rosa.

Morgens ziehen kleine Kähne die großen Fischerboote aus dem Hafen.

 

Dieses nervtötende Online PLF Formular, das wir für Italien brauchen, will wieder nicht funktionieren. Erst nach mehreren Versuchen klappt es. Unsere Provianttasche für die Fähre ist gepackt, wir fahren zum Hafen von Patras und holen unsere Fährtickets ab. Draußen spricht ein Lkwfahrer Martin an. „Taliban, Taliban!“ sagt er und zeigt auf die Rappelkiste. Das verstehe, wer will. Wir lächeln nur nett und winken. Bei der Kontrolle vor der Hafeneinfahrt müssen wir lange warten, dann leuchtet ein Beamter unter den Steyr. Wir müssen alle Türen öffnen, der Innenraum wird kurz besichtigt. Alles klar, wir dürfen ins Hafengebiet fahren.

Es ist noch eine Menge Zeit, wir frühstücken gerade gemütlich, als draußen vor unserem Auto ein Riesentumult ausbricht. „Ella! Ella!“ schreit ein Mann, „Komm! Komm!“ Ein Hund bellt wie verrückt. Martin geht raus und fragt, was los ist. Den wild gewordenen Hund an der Leine zeigt der Mann auf unser Auto „Ella! Ella!“ Zu unserer Überraschung kriecht ein junger Mann unter unserem Shelter hervor. Ängstlich sieht er uns an. Erwischt.

Die Polizei kommt und jagt ihn Richtung Ausgang, uns tut er sehr leid. Fast wäre es dem jungen Mann gelungen an Bord zu kommen. Der Hundeführer verabschiedet sich und macht weiter seine Runde. Wenig später schlägt der Hund noch zweimal bei Lkws an, noch zwei „blinde Passagiere“ werden verjagt.

Als letzte fahren wir auf die Fähre.

Oben an Deck genehmigen wir uns ein Bier, die Dose zu 3,50€. Die See ist ruhig, ein wunderbarer Sonnenuntergang verabschiedet uns. Auf Wiedersehen Hellas!

 

Unsere Kabine ist diesmal nicht so toll, eng und ohne Tageslicht, eine dunkle Höhle.

Zum Frühstück finden wir einen Sonnenplatz an Deck.

Je näher wir Ancona kommen, desto mieser wird das Wetter. In der großen Bar sitzen wir mit unserem Gepäck, warten auf die Hafeneinfahrt und auf die Durchsage, daß alle zu den Autos gehen sollen.

15Uhr15 legen wir an. Die Durchsage kommt nicht, irgendwann wird es uns unheimlich und wir eilen zum Autodeck. Gerade rechtzeitig! Kaum sitzen wir im Steyr, geht die Ausfahrt auch schon los!! Fast verpasst!

 

Zuerst kaufen wir im nächsten Laden alle Köstlichkeiten, die die Käsetheke zu bieten hat. Welch eine Festtafel!

 

Während der Nacht donnern die langen Eisenbahnzüge vorbei, ein Höllenlärm….

Wir wollen Strecke machen und gehen morgens auf die Autobahn. In der Poebene empfängt uns dichter Nebel, danach sonnige, blaue Kälte.

Um halb 4 nachmittags fahren wir in Neumarkt von der Autobahn, genug für heute. Platzsuche. Wir brauchen lange, alle angefahrenen Parkplätze sind mit Schranken versperrt. Nach einer Stunde nervender Suche parken wir in Brannzoll am Bahnhof. Ratternde Züge während der Nacht sind wir ja inzwischen gewöhnt. Noch 90 Kilometer bis zum Brenner, morgen sind wir in Deutschland.

 

Es ist Sonntag, perfekt für die Fahrt über den Brennerpass. Keine Lkws unterwegs, sonniges Wetter, wir kommen schnell voran.

 

PIEP! Die Gobox legt los, wir sind in Österreich. 53,-€ sind noch drauf, das müsste reichen. Wenig später beginnt die Gobox ein Piepkonzert. PIEP! PIEP! Das bedeutet, sie ist fast alle. Das kann doch gar nicht sein?! Diese verdammte Gobox!! Wir laden nochmal 75,-€ drauf, weniger geht ja nicht. Wieder auf die Autobahn, jetzt schweigt die Gobox. Gar kein Piep ist auch nicht gut. Verflixt nochmal!! Wieder raus zur nächsten Tanke. Der übelgelaunte Tankwart schnauzt Martin an: „Seit 5 Jahren mach ich nix mehr mit Gobox!!“ Woher sollen wir das bitte schön wissen? Idiot! Nächster Autohof raus, die Box resettet und…PIEP! Funktioniert wieder. Ein Fluch, diese Dinger!

An der Grenze ist niemand, wir rollen einfach durch nach Deutschland. Da sind wir wieder! Nach 5 Monaten zurück.

 

Um 16 Uhr machen wir in Greding Feierabend. Es ist kalt und grau. Seit 2017 haben wir keinen Wintermonat mehr in Deutschland erlebt, die graue Kälte ist noch etwas ungewohnt.

Was ist denn hier los?! Schneegriesel liegen morgens auf der Dachluke. Wir machen einen Spaziergang durch Greding im Schneetreiben. Dicke Flocken, romantisch schön.

 

Auf der Autobahn immer wieder Stau, weil die Schneeräumfahrzeuge vorausfahren. Es wird erst gar nicht richtig hell. Von einem überholenden Lkw knallt uns ein Schneebatzen auf die Scheibe, ein Mordsschreck! Martin schaltet die Außenspiegelheizung ein, daraufhin beschlägt die Frontscheibe. Keine Sicht mehr. Spiegelheizung aus = klare Scheibe! Interessanter Zusammenhang. Fahrn fahrn fahrn auf der Autobahn. Langweilig.

Nachmittags geht der Schnee in Dauerregen über. Bei Beelitz biegen wir ab und suchen unser Nachtlager. Bis nach Hause wäre es noch eine Stunde, aber es ist 16 Uhr und wir haben keine Lust auf den Feierabendverkehr in der Stadt. Lieber morgen früh reinfahren. Unser erstes Ziel, der kleine Bahnhof Beelitz- Heilstätten hat nur wenig Platz. Am anderen Ende von Beelitz liegt ein, noch teilweise im Bau befindlicher, Großraumparkplatz mit Womo Stellplätzen. Geplant für die Landesgartenschau 2022. Völlig in Ordnung für eine Nacht.

 

Auf geht´s! In die große Stadt! 3 Wochen werden wir bleiben, unsere Termine erledigen, Freunde treffen, den Platz in unserer Wohnung genießen, die Spülmaschine und die ständig verfügbare Waschmaschine lobpreisen. Aber als erstes machen wir den Kamin an und heizen ein!

Willkommen in Berlin!

Liebe Grüße!

Julia & Martin

Drink positive!

Auf Instagram: Rappelkisteberlin

 

 

 

 

 

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