Brasilien – Fahrtage…1500 Kilometer nach Süden 14.12.2025 – 17.12.2025

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Heute beginnt unsere Rückreise nach Süden. Für die 1500 Kilometer haben wir fünf bis sieben Tage veranschlagt. Damit es nicht zu anstrengend wird, planen wir Etappen von ungefähr 300 Kilometern pro Tag.  Vielleicht mit ein oder zwei Pausentagen, wenn wir einen schönen Ort sehen, an dem wir gerne bleiben würden. Wir starten um halb 8 Uhr in der Morgenkühle.

Auf den ersten 20 Kilometern bremsen noch die Bodenschwellen in den Ortschaften, aber kaum auf der BR 262 angekommen, sausen wir südwärts

Zweieinhalb Stunden unterwegs….bei Juatuba wechseln wir auf die MG 050.

Das sind bestimmt Reifen für Minenfahrzeuge. Würden Rappelkiste aber auch gut stehen…..

 

Ein Einkaufsstop nach 4 Stunden Fahrt…Fröhliches Gezwitscher begleitet unseren Einkauf, im Mercado lebt eine große Spatzenkommune.

Das Wetter schlägt um, kräftige Regengüsse prasseln runter. Im Regennebel passieren wir die ersten Seen der Lagoa Dique.

 

Sieben Stunden unterwegs. Reicht langsam.

Am Furnus See halten wir Ausschau nach einem Bade- und Schlafplatz, aber Höhenschranken versperren uns die Zufahrten zu den Parkplätzen.

Der See ist erschreckend abgesunken.

 

Nicht weit von hier gibt es mehrere Wasserfälle. Da wird was gehen, bestimmt!

Vielleicht machen wir morgen eine Fahrpause und gehen ein bißchen wandern, die Gegend soll sehr schön sein…

Pustekuchen! Alles auf Privatglände. Entweder gar nicht zugänglich oder mit saftigen Eintrittspreisen belegt. Selbst der schmutzige Matschparkplatz am allerkleinsten „Wasserfall“ – nicht mehr als eine Stromschnelle – soll noch 10,-€ Eintritt kosten. Übernachten extra.

Das wird nichts mit uns und den Wasserfällen…

Stattdessen: durchhalten, weiterfahren…..

Diese Bodenschwellen sind verfluchte Bremser….

Über viele Kilometer sehen wir Mate-Teeplantagen, aber keine Möglichkeit, irgendwo zu parken

Und der Himmel sieht auch schon wieder so aus, als wollte er gleich auf die Strasse plumpsen…

Müde, fertig, geht nicht mehr. Zehneinhalb Stunden sind  wir jetzt unterwegs. Uns bleibt nichts anderes übrig, als die nächste Tankstelle anzusteuern.

449 Kilometer haben wir heute gerockt! Acht Stunden reine Fahrzeit.

Wir sind sowas von kaputt….

Mehr und mehr LKWs parken ein, ein beliebter Platz.

Später stellt sich ein Laster dicht neben uns. Alle anderthalb Stunden springt für fünfzehn Minuten der Motor an, es wird eine anstrengende Nacht…

 

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Guten Morgen von der Tanke!

Gleich wieder on the road –>

Ganz schön langweilig die ersten zwei Stunden….

und die nächsten zwei auch……….

Viereinhalb Stunden unterwegs. Mittagspause…

Pssst!! Die Jungs von der Tanke schlafen tief und fest….

Da wollen wir nicht stören……stattdessen: Kilometer schrubben…..

Sieben Stunden unterwegs….Kraftstoff nachfüllen….

Eigentlich eine schöne Gegend, viele Flüsse und Seen….aber kein Ufer- oder Angelplatz, nichts, wo wir uns hinstellen könnten….

Zuckerrohr, ein bißchen Kaffee und Sojafelder

Kurz vor 18 Uhr, unterwegs seit zehn Stunden….es reicht.

Unser Übernachtungsplatz?

Hey! Wir sind Trucker! Ein Parkplatz auf einem kleinen Posto genügt uns.

Trucker Lifestyle!

Und Top Timing! Keine fünfzehn Minuten später ist hier der letzte Parkplatz von Lkws besetzt, da haben wir total Glück gehabt!

Eben noch allein werden wir jetzt schön eingerahmt von zwei langen Lastern, daneben wirkt Rappelkiste fast winzig.

Wir sitzen noch ein wenig auf der Treppe, Sonnenuntergangsblick in der dampfigen Hitze.

Die LKW-Fahrer sind wie immer sehr freundlich, einer fragt völlig erstaunt: „What are you doing here in the middle of nowhere?!“

Auf unserem Tacho stehen 549 Kilometer mehr, krasse Nummer. Wir kommen viel schneller in den Süden als wir dachten!

Jetzt nur noch Ventilator an, kochen und Feierabend!

 

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Kein Intercooler in der Nähe, die Nacht war ruhig.

🎶On the road again🎶…..Links und rechts der Strasse Sojafelder. Ein bißchen Waldwirtschaft.

Was macht diese Riesenweintraube hier? Weit und breit sehen wir keine Rebstöcke….

Ab 700 Metern über dem Meeresspiegel Kaffeeplantagen, eingehüllt in Nebelschwaden

Danach nur noch Soja. Soja , Soja, Soja…

Vor den Silotürmen warten endlose Reihen von Lastern

Stundenlang fahren wir durch Sojafelder, das Ausmaß ist erschreckend. Soja, Soja, Soja…Brasilien gehört zu den größten Produzenten weltweit. China und Europa sind die größten Abnehmer, allein Deutschland importiert 33 Millionen Tonnen jährlich!

Mehr als 90% werden als Tierfutter in den Mastbetrieben verarbeitet. Der Sojaanbau ist einer der Haupttreiber für die fortschreitende Zerstörung des Regenwaldes.

330 Kilometer gefahren, 7 Stunden unterwegs. In Cassavel soll es einen netten Platz am See geben. Das käme uns recht.

Der Platz ist schräg und die Parkbuchten winzig, das wird nix mit Feierabend.

Weiter, auch heute wird wohl die nächste Tanke unser Übernachtungsplatz werden.

Aber kein Posto gefällt uns. Zu klein, zu schmuddelig, zu schräg, auf der Gegenseite……

Wir fahren nochmal 100 Kilometer weiter, bis Martin so müde ist, daß wir jeden Posto nehmen würden, egal, wie er aussieht.

Quälen uns weiter, durch zwei Städte. Verpassen Ausfahrten. Danach kommen ewig keine Tankstellen mehr, irgendwie verflucht heute…

Dann sichtet Martin eine Tanke auf der Gegenseite, wir wenden beim nächsten Retorno, Feierabend! Endlich!

Ein paar Intercooler parken hier, aber wir können uns abseits stellen, alles gut.

In großen Pfützen planschen die Vöglein, wir beneiden sie. So ein See wäre uns auch sehr willkommen bei der Gluthitze…

Vor uns liegen nur noch 30 Kilometer bis nach Iguazu. Die langen Fahrtage sind geschafft. Wir sind viel früher da, als erwartet. Alle unsere Wanderpläne, Träume von Ausflügen zu Wasserfällen oder Vorstellungen von schönen Plätzen an einem der vielen Seen haben sich unterwegs zerschlagen. Nun denn….

 

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Guten Morgen! Ganz schön voll geworden der Parkplatz.

Um 20 vor 9 Uhr rollen wir vom Hof.

Immer korrekt angezogen, sogar mit Sonnenbrille: die fahnenschwenkenden Baustellenpuppen

Foz de Iguazu. In der Stadt sehen wir die ersten Hinweisschilder zu den Grenzen nach Argentinien und Paraguay. Ein Dreiländereck.

Ein Großeinkauf im weihnachtlichen Supermercado mit 🎶Jingle bells🎶 im Sambastyle

Ein Dinosaurier faucht uns an, Rappel faucht zurück!

Als nächstes suchen wir den Campingplatz eines Eco Hostels.

Ist das wirklich die Zufahrt? Dieser zugewachsene, wackelige Pistenpfad?

Wir fragen lieber nochmal nach. „Si, si“ versichert ein Parkplatzwächter freundlich, „Camping, 300 Meter!“

Okay…..

 

Der Platz ist wunderschön. Große Parkflächen unter Schattenbäumen und ein Pool!!

Zu den Eingängen zum Iguazu Nationalpark sind es 500 Meter zu Fuß.

Pro Nacht kostet es ca 10,-€.

Perfekt!

Heute gehen wir nicht mehr zu den Wasserfällen, heute werden wir uns von den drei Fahrtagen erholen.

Erstmal Einkäufe verstauen.

Zum Beispiel diesen Berg Gemüse, den wir für ein paar schmale Taler erstehen konnten.

Dann wird schön gegessen…..

Libellen schwirren durch die Luft.

Eine heftet in Sekundenschnelle ihre Eier auf die Rappelkiste.

Das sieht eklig aus…

Eine große Echse züngelt um uns herum

Testen wir mal den Pool ….

Herrlich!

Rings um uns singen die Vögel im Wald. Zikaden pfeifen ihr lautes Abendlied.

Morgen, ganz früh, bevor die großen Reisebusse kommen, wollen wir los zu den Iguazu Wasserfällen.

Wir sind sehr gespannt.

Liebe Grüße, bis dann!

Julia & Martin

Drink positive!

Auf Instagram: Rappelkisteberlin

 

 

 

 

 

 

 

 

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