Georgien: Am Tifliser Meer 02.06.2022 – 07.06.2022

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Heute fahren wir zum Tifliser Meer. Bevor es losgeht, laufen wir rüber zum Park des Shumi Weingutes, um etwas Wein einzukaufen. Am Eingang sitzt Gregori. Ob wir Lust haben, den Weinkeller zu besichtigen? Natürlich!

Wir gehen vorbei an den Rebstöcken, 400 Sorten stehen im Weingarten, eine der größten Traubensammlungen der Welt. Shumi sucht und kultiviert alte Reben. Gleichzeitig forschen sie im eigenen Labor, mischen, testen und probieren neue Sorten. Auch ein paar europäische Trauben, wie zB Riesling, werden einbezogen. Dies hier ist der Versuchsgarten.

Die Rosenstöcke vor jeder Rebenreihe sind nicht nur Deko, sondern vor allem Krankheitsanzeiger. Ein Insekt piekst unterirdisch die Wurzeln an, woraufhin die Rebstöcke eingehen. Rosenwurzeln sind weicher, weshalb dieses Insekt zuerst die Rosen anpiekst. Werden diese krank, weiß der Winzer, daß Gefahr im Verzug ist und kann handeln.

Wir besichtigen alte Werkzeuge. Einen ausgehöhlten Baumstamm, in dem früher die Trauben gestampft wurden. Bündel aus Bergkirschenzweigen, die zur Reinigung der Bottiche benutzt wurden, da ihr Holz antiseptisch wirkt. Daneben eine uralte Chachadestillation.

Im Garten dreht sich ein wasserbetriebener Grillspieß, ein Shumi Patent

Gregori führt uns in das archäologische Museum. Hier sind Nachbildungen von Wein- und Trinkgefässen ausgestellt, die auf dem Gelände des Weingutes gefunden worden. Die Originale stehen im Archäologischen Museum in Tiflis, mit dem Shumi zusammenarbeitet. Liebevoll gemacht und sehr informativ. Sie können mit Recht stolz sein auf die Sammlung.

Dann stehen wir im kühlen Weinkeller. Konstant 15°C, auch im Hochsommer, wenn es draußen auf 45°C raufgeht. Es riecht intensiv nach Traubensaft. Etwa 20 Qvevri, Tongefässe, sind im Boden eingelassen. Jedes fasst 2000 Liter. Gut bewacht von einem Fabelwesen mit Fischaugen….

2 Millionen Flaschen verkauft Shumi pro Jahr, 80% davon ins Ausland.

Für den orangefarbenen Mtsvane wird der Traubensaft mitsamt Schalen, Kernen, Blättern und Zweiglein in das Tonfass gefüllt. Darauf ein Glasdeckel, der mit Sand abgedeckt und so verdunkelt wird. Ab und zu wischt der Kellermeister den Sand beiseite und prüft den Gärungsprozess. Die Zweige und Blätter setzen sich unten ab. Ist der Wein fertig, wird er von oben abgepumpt. Die pflanzlichen Reste werden geborgen und zu Chacha verarbeitet.

Am Rand steht ein kleines Holzfass mit Wein von einem 400jährigen Weinstock. Die Flasche für 7000,-Lari = 2330,-€.

Gegenüber den Qvevris stehen Fässer aus französischer Eiche. Hier reift der Wein, der nach europäischer Art gekeltert wird. Auch ein  biodynamischer Wein reift hier. Nach Mondkalender kultiviert, unter sehr strengen, speziellen Kriterien. Shumi probiert wirklich viel aus.

Wir gehen ins Archiv. Von jedem Jahrgang lagern hier Flaschen. Zu besonderen Anlässen ziehen sie eine auf und kosten. Der Staub auf den Flaschen schützt vor zuviel Licht. Wir bewundern das Champagnerlager. Die weißen Striche zeigen die letzte Drehung an. Alles sauber eingezeichnet auf einer Liste an der Wand.

Gregori erklärt ausführlich und begeistert, es ist sehr beeindruckend!

 

„Möchtet ihr noch einen Wein probieren?“ fragt Gregori. Nein, leider, wir fahren heute weiter. „Heute schon? Aber ihr könnt so lange hier bleiben wie ihr wollt!“ Sehr nett, aber uns zieht es jetzt zum Shop.

Wir kaufen Wein, Chacha, Port und Brandy. Gregori hilft uns, die Taschen zum Steyr zu tragen und wir verabschieden uns herzlich. Bis zum nächsten Mal, wir kommen wieder!

Shumi Winery empfehlen wir gerne weiter! Ein wunderschöner, interessanter Ort mit sehr engagierten Mitarbeitern, klasse!

 

 

An der Ampel zählen die Sekunden bis zum Grün runter, am Rand parkt ein Wagen mit typisch georgischer Heckscheibe.

Wir bekommen einen ersten Eindruck sportlich georgischer Fahrweise. Trotz Gegenverkehr wird im Eiltempo noch eine dritte Spur eröffnet – oh! passt doch nicht – okay – im letzten Moment zurück auf die rechte Seite.

Von diesen Hasadeuren werden wir heute noch viele erleben……

Unser Abstecher zur Badagoni Winery ist ein Flop, no Shop.

Ab in die grünen Tunnel….

Über den Turdofluss, durch die Wälder zum Gombori Pass.

Klar, hier passen auch drei Fahrzeuge mit Höchstgeschwindigkeit aneinander vorbei

 

Am frühen Nachmittag erreichen wir den Pass. Am Strassenrand viele Honigverkäufer und wunderschöne Ausblicke über das grüne Georgien

Wie Schneeflöckchen wehen weiße Blüten über die Strasse, links geht es nach Verona…..

Durch kleine Ortschaften mit schönen Häusern….

Zu unserer großen Freude kreuzen wir nochmal den Lori! Sei gegrüßt!

Vorbei an der Burgruine von Ujarma und ein paar gemütlichen Kühen

dann liegt vor uns in der Tiefebene Tbilisi, die Hauptstadt.

Über den Kakheti Highway sausen wir vorbei an der Lilo Mall und kleinen Geschäften. Ein Mann verkauft große Barsche, die Jungs von der Reifenbude liegen erschöpft im Schatten, können wir gut verstehen…

Wir steuern das East Point Shopping Center an, müssen noch Vorräte auffüllen. Und dann geht es hinaus, ans Tifliser Meer. Es ist so unglaublich heiß heute, wir sehnen uns nach einer Abkühlung im Wasser….

Unterwegs werden wir mal wieder von einem lebensmüden Autofahrer überholt, in der Kurve. In diesem Moment taucht ein Lkw auf der Gegenspur auf – Martin muss voll in die Eisen und auf den Grasstreifen am Strassenrand ausweichen, sonst – PENG! Verdammt nochmal! Das war knapp!

Die mörderische Fahrweise raubt uns den letzten Nerv.

Nur zu gerne verlassen wir die Hauptstrasse und rollen eine kleine Piste hinab zum See. Kein Schatten – das wird heftig! Aber dennoch sehr schön! Und ab in die Badeklamotten – abkühlen!!

 

Abends fangen Schwalbenschwärme die Mücken weg. Eine freundliche weiße Dame kommt zu Besuch und vertilgt genüßlich etwas Darling Hundefutter, von Martin serviert.

Rushhour – über uns befindet sich die Einflugschneise zum Tifliser Flughafen. Die Flieger kommen aus Teheran, aus Baku. Sie starten nach Istanbul, Jerewan, nach Doha.

Die Abendsonne vergoldet das Wasser, die weiße Dame hat es sich bei uns gemütlich gemacht.

Kurz vor der Dunkelheit kommt ein Jetski angebraust. Der Fahrer dreht noch eine Extrarunde, bevor er zum Anhänger schippert.

Gekonnt wird der Jetski auf den Anhänger gesteuert. Anschließend alles an Land gezogen, man fährt im stehen….

Rushhour ist vorbei, Stille am Himmel. Gegenüber flimmern die Lichter der Großstadt Tiflis. Darüber ein Sichelmond, die Nacht ist angenehm warm, ein leichtes Lüftchen weht, herrlich hier!

 

 

Der nächste Tag beginnt wolkenverhangen. Ganz angenehm, mal aus der prallen Sonne raus zu sein. Das Wasser ist sehr erfrischend kühl, huii….

Mittags erklingt sonores Motorengebrumm…..da sind sie! Unsere Verabredung kommt!

Maren und Mathias kurven die Piste hinab zum See. So schön, daß wir uns nochmal treffen! Zuletzt haben wir gemeinsam den Goderzi Pass gemeistert und schöne Tage am Kvabliani verbracht.

Georgien – Goderzi Pass 10.05.2022

In ein paar Tagen kommen ihre Jungs mit dem Flieger nach Tiflis zu einer gemeinsamen Tour.

Natürlich gibt es viel zu erzählen, der Nachmittag vergeht schnell.

Der See ein glatter Spiegel. Während die Sonne das Wasser heute in Blaugraurosa taucht, sitzen wir immer noch zusammen und plaudern bis tief in die Nacht..

 

 

32°C….schwimmen, sonnenbaden, Schatten suchen, plaudern….so verbringen wir den Tag. Ein paar Familien leisten uns am See Gesellschaft. Es ist Pfingstwochenende, richtig viel los. Zwei Männer versenken ihren Strandbuggy im Wasser und amüsieren sich köstlich dabei….

Der Jetskikapitän dreht seine Runde, diesmal mit Schwimmsessel und Söhnchen dabei. Bevor er abends mit dem Anhänger wieder heimfährt, schenkt er uns Khachapuri und Eistee, sehr nett! Madloba! Wir gehen nochmal schwimmen, der See schimmert metallisch, bleigrau…

Wolkenblitze zucken über den schwarzen Himmel, das Wetter ändert sich. Nachts ein kurzes Gewitter, nichts schlimmes.

 

Der Himmel bleibt den ganzen nächsten Tag über bewölkt, starker warmer Wind geht, Zeit für Kitesurfer

und ein dramatisches Abendlicht. Als ob die Wälder in lodernden Flammen stehen.

Donnergrollen und wilde Blitze kündigen ein Unwetter an

Um 21 Uhr kommt der Regen, Feierabend für heute…

 

 

Strahlend frisch gewaschen präsentiert sich der Himmel am nächsten Tag, blau und wolkenlos

Maren und Mathias holen ihre Söhne Yannik und Luis vom Flughafen ab, heute morgen sind sie über uns hinweg eingeflogen.

Wieder über 30°C, wir hängen alle nur im Schatten rum, kühlen uns im Wasser ab, erst abends werden wir richtig lebendig.

Wir treffen uns bei „Kurt“, dem großen Gelben, essen gemeinsam und kühlen jetzt mehr von innen…..

Warmer Wind kommt auf, ein paar Kiter sausen noch übers Wasser bis eine plötzliche Flaute alle Kites sinken lässt……dumm gelaufen….

Ein wunderschöner Tag….

 

 

Schöne gemeinsame Tage sind das. Doch heute ist Abschied….unsere Wege trennen sich mal wieder  Die fröhlichen Vier starten zu ihrer Rundreise. Hat uns sehr gefreut, euch Jungs kennengelernt zu haben!

„Wir sehen uns im Winter, im Oman!“ versprechen wir uns.

Wir freuen uns jetzt schon drauf….Gute Reise!

Einen Tag am Tifliser Meer hängen wir noch dran, es ist zu heiß für eine Stadtbesichtigung in Tiflis.

Allein, allein…..

Es soll abkühlen die nächsten Tage. Graue dicke Wolken am Abend kündigen es an. Martin versorgt die nette Mandelaugenlady. Angler kommen, anscheinend beißen die Fische besser vor Regenwetter. Später schenkt uns ein Angler seinen Fang, kleine Rotaugen.

Über Tiflis beginnt es zu regnen.

Wunderschön ist es am Tifliser Meer.

Morgen, ganz früh, bevor die Hasadeure ihre waghalsigen Überholmanöver starten, fahren wir nach Tiflis und sehen uns die Hauptstadt an.

Liebe Grüße, bis bald!

Julia & Martin

Drink positive!

Auf Instagram: Rappelkisteberlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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