Mit Siebenmeilenstiefeln zurück nach Berlin 11.06.2022 – 28.06.2022

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Flott zieht die Rappelkiste an der Lkwschlange vor der Grenzstation vorbei. Unsere Zeit in Georgien ist um. Wir haben es bis zur letzten Sekunde ausgekostet. Nun müssen wir uns sputen. Unsere Termine in Berlin rücken unaufhaltsam näher, wir werden jeden Tag Strecke machen müssen. Egal, hat sich auf jeden Fall gelohnt, so lange wie möglich in Georgien zu bleiben.

Da wir keine Frachtpapiere haben, reihen wir uns zur Ausreise bei den Pkws ein. Am Schalter zeigt Martin Auto- und Mopedpapiere und Reisepässe.

Der Grenzbeamte mault Martin an: „Beifahrer! Gefälligst aussteigen!“ Oh, da hat jemand sehr schlechte Laune. Meinen Führerschein will er sehen. Keine Ahnung, warum….jetzt die georgische Kfz-Versicherung….“Warum hat das Moped keine?!“ Der Grenzmann ist wütend. Martin versucht zu erklären, daß er nicht vorhatte, mit dem Moped zu fahren. „No driving, no driving!!“ faucht der Grenzer. Er blättert in unseren Papieren, vor und zurück und vor und zurück……die Autoschlange hinter uns wird länger. Die Kollegen kommen und fragen, was so lange dauert. Ein Streit entbrennt, dann knallt unser Mann die Ausreisestempel in die Pässe und scheucht uns davon. Hui, nichts wie weg….

Einreise Türkei. Hier haben zum Glück alle gute Laune. Lustig, freundlich und zack –>  Einreisestempel, „Hos Geldiniz!“ – „Willkommen!“ –> nach einer halben Stunde sind wir durch.

 

Entlang der Schwarzmeerküste auf der 4-spurigen Schnellstrasse. Unglaublich, diese Lkw-Schlangen!

Sehnsüchtig schauen wir auf das türkisfarbene Wasser und die Badegäste. Wir wollen auch baden!

Nein, wir schwitzen weiter vor uns hin, denn wir haben es eilig!

In Of ( was für ein toller Name! ) halten wir und laden unsere Turkcellkarte auf. 23 Gigabyte für 6,90€.

Die Städte sind allesamt keine Schönheiten. In Trabzon ziehen sich die Hochhausburgen bis hinauf in die Hügel. Mitten im Verkehrsgetümmel hält ein Stadtbus neben uns, der Fahrer macht Zeichen. Nanu? „Where you from?“ ruft der Busfahrer. „Germany“ sagt Martin. „Germany gut! Welcome! Hos Geldiniz“! Als der Bus weiterfährt, winken uns alle Fahrgäste zu.

Kleine Häfen säumen die Küste. Ringsum stehen lange Reihen kleiner Wochenendhäuser mit Bootshaus.

Ein Liter Diesel kostet inzwischen 1,75€ – sehr teuer geworden. 260 Kilometer, 5 Stunden unterwegs, es wird Zeit für Feierabend. Erst hinter Vakfikebir ( wieder so ein toller Name! ) finden wir einen Parkplatz auf einem schmalen Damm bei einem dieser Wochenendhäfen. Eine Familie picknickt dort. „Hos Geldiniz! Welcome!“ begrüßen sie uns. Ob wir mit essen möchten….sehr nett. Zwei ältere Herren spazieren vorbei „Where you from? Germany? Hos Geldiniz!“ Wie oft haben wir diese herzliche Begrüßung heute schon gehört? Freundliche Menschen.

 

Feierabend!

 

Fahrtag Nr 2:

Vom Gewitter der vergangenen Nacht ist nichts übrig geblieben. Um 6 Uhr morgens strahlt schon wieder die Sonne.

Eine Stunde später ist Abfahrt.

Die Schnellstrasse weiter gen Westen. Vor einem Tunnel zögern wir, die Ampel steht auf rot….scheint aber niemanden zu interessieren, also rein in die Röhre.

Die Durchfahrt problemlos, keine Baustelle, nix, wahrscheinlich ist bloß die Ampel kaputt…

Die Städte werden nicht hübscher. Vor uns liegt Samsun.

Ein riesiges Viertel mit Werkstätten

Von Stadt zu Stadt, Hochhäuser, Hochhäuser. Hinter Samsun verlassen wir die Küste.

Plötzlich schrillen unsere Telefone! Was für ein Schreck! Lebensgefahrhinweis?!

Unwetterwarnung, übersetzt unser Translator. Hm, sieht gar nicht so aus….

Oder doch? Eine ¾ Stunde später ist die Strasse nass, es tröpfelt.

Am Strassenrand alle paar Meter Verkaufsbuden. Überall dampft ein Ofen, darauf eine Kanne mit heißem Tee.

Na, da vorne regnets schon ganz schön

„Ich brauch mal ´ne Pause“ sagt Martin. Wir halten am Strassenrand. Keine Minute später bricht ein Unwetter los, wie wir es selten erlebt haben!  Wassermassen fallen vom Himmel, Hagel in Kicherbsengröße prasselt auf die Windschutzscheibe. Heulender Wind, Blitz und Donner – die Sicht gleich Null. Alle Autofahrer fahren an den Rand und bleiben stehen. Nur die Lasterfahrer brettern durch, endlich freie Fahrt!

Nach einer halben Stunde lässt der Regen nach. Die Strassen sind überschwemmt, die Verkaufsbuden saufen ab.

 

Hinter Osmanik eine komplett andere Landschaft. Vor dunklen Zackenbergen dehnen sich Reisfelder aus, wir fühlen uns versetzt nach Südostasien.

Abwechselnd mit Getreide, entlang eines großen Flusses. Wie heißt der? Hah! Der Kizimirlak! Unser alter Bekannter, sei gegrüßt!

Traumhaft schön hier!

Das müssen wir uns eines Tages unbedingt genauer ansehen. Und bei besserem Wetter…

Der Wind jagt uns vor sich her, aber das Unwetter hat sich ausgetobt

Unterwegs seit 9 Stunden, 560 Kilometer abgeschrubbt. Reicht für heute. Hinter Ömerli biegen wir links in einen Feldweg.

Ein bißchen Rumpelpfad, dann steht die Rappelkiste auf einer Wiese bei einem Brunnen. Kurze Auspuffkontrolle: alles prima! Gut geschweißt.

Feierabend!

Der Fastvollmond geht auf. Grillen und Frösche stimmen ihr Orchester an. Später schallt von irgendwoher der Ruf des Muezzin durch die dunkle Nacht. Eine Nachtigall stimmt ein, sie singen ein Duett. Mystisch, ein bißchen unheimlich…..aber gleichzeitig bezaubernd.

 

 

Fahrtag Nr 3

Wieder um 8 Uhr los. Die Fahrerei schlaucht.

Auf die Schnellstrasse. Jede noch so kleine Kaffeebude hat eine eigene Moschee.

Jetzt geht´s runter. 10% Gefälle abwärts, über Kilometer. Vollen Einsatz für die Motorbremse, die Lkws rasen an uns vorbei. Manch einer schlingert, weil der Fahrer gleichzeitig telefonieren muss…..Unten im Dunst sehen wir die Brücke, über die wir später fahren.

100 Kilometer vor Istanbul entscheiden wir, den Umweg über Canakkale zu nehmen. Keine Lust auf den Istanbuler Verkehr am Nachmittag. Schon hier ist es voll. Wir kommen nicht gut vorwärts. Tempo 50, Ampeln, Stau. Und dann erwischt uns noch ein Blitzer, verdammt!

Da drüben sind wir gefahren, als wir im April aus Istanbul weg sind. Scheint ewig lange her zu sein.

Der Verkehr um und in Bursa ist die Hölle, noch mehr Stau in der Sommerhitze – so gesehen hat sich der Umweg nicht gelohnt, schlimmer ist der Verkehr in Istanbul auch nicht.

Bursa raubt die letzte Energie, wir wollen nur noch irgendwo ankommen und biegen ab Richtung Meer.  27 Kilometer über Landsträßchen und durch kleine Dörfer. Wir sind beide erschöpft.

Dieser Baum in der Kurve wird zu unserem Verhängnis des Tages….Tief im Laub verbirgt er ein Geheimnis….

KRACH!!

„Was war das!?“

 

„Unser Auspuff ist ab“ sagt Martin. Hängengeblieben an einem der starken Äste und abgerissen. So kurz vor dem Ziel.

500 Meter weiter am Strandparkplatz Schadensbegutachtung.

Komplett aus der Verankerung gerissen…..

Statt Feierabend und Entspannung heißt es jetzt: Reparatur.

Schwere Arbeit – hochdrücken, halten, mit Spanngurten fixieren. Die Halterungen sind teilweise ausgerissen, die Schrauben wollen ewig nicht greifen. Wir wechseln uns ab, drücken, schrauben, ziehen…..100 Versuche und eine Stunde später klappt´s! Und sieht echt gut aus!

Ein Hoch auf Spanngurte!

Das Feierabendgetränk haben wir uns verdient! 520 Kilometer, 9,5 Stunden Fahrzeit, eine umfangreiche Reparatur, super anstrengend….

Fischer ziehen ihr Boot ins Wasser, Spaziergänger grüßen herüber: „Merhaba! Hos Geldiniz“ Ein gelber Vollmond steigt auf….

Schöner Platz.

 

Fahrtag Nr 4

Was ist da in der Tüte? Diese niedlichen Kerle haben Hunger!

Der süße Fratz gibt der Kamera einen dicken Kuss

Würden wir gerne einen mitnehmen? JA, alle, die ganze Familie!

 

Machen wir nicht. Ohne Hunde fahren wir weiter, Richtung Canakkale.

Weiße Strände, zwei, drei Flüsse, einige schöne Plätze zum Verweilen. Blöd, wenn man es eilig hat…..

In Karacabey schlängeln wir durch zugeparkte Strassen, finden dann tatsächlich selber einen Parkplatz für die Rappelkiste. So können wir Brot kaufen, Sesamkringel und Börek. Ab auf die Schnellstrasse, noch etwas über 160 Kilometer bis Lapseki zum Feribot nach Gelibolu.

Ca 18,-€ kostet die Fahrt und dauert eine halbe Stunde. Wir könnten auch über die Brücke fahren – grusel… Lieber so. Es geht sofort los.

Von Gelibolu nach Yunanistan ( Griechenland ) sind es 100 Kilometer. Die letzten Türkischen Lira werden in Diesel umgetauscht, 280 Liter rauschen in den Tank.

Buchstabenwolken am Himmel…..was steht denn da? ÜbersetzerApp…..Ah!

„Kommt recht bald wieder!“ Klar, machen wir! Sehr gerne!

 

Zum Glück können wir einfach an der Schlange vorbeisausen.

Die Ausreise läuft freundlich und zügig. Einmal Moped zeigen, zack – Ausreisestempel -„Güle Güle“ Auf Wiedersehen!

Die Einreise nach Griechenland dauert länger. Wie lange in der Türkei? Wie lange in Georgien? Zigaretten, Alkohol? Ein Zöllner durchsucht das Fahrerhaus, gleichzeitig eine Zöllnerin den Shelter. Vorne soll ich alle Klappen öffnen. „Ist das eine Waffe?“ er zeigt auf die Tasche mit dem Surfsegel. „Ist der Hund echt?“ er meint den Rappeldackel, kleiner Scherz. Hinten alle Schränke auf, die Jacken am Kleiderhaken werden durchsucht. Wohin in Deutschland? Ah, Berlin gut. „This is like a little home“ sagt die Zöllnerin. Alle sind sehr freundlich. „Welcome to Greece!“

Dichte Wolken verhüllen die Berge. Der Himmel lässt seinen Freudentränen freien Lauf.

Bis Nea Iraklion ziehen wir noch durch, dann stellen wir für heute den Motor ab. Uff…. Müde….10 Stunden für 513 Kilometer.

 

 

In 4 Tagen von Georgien nach Griechenland….schneller als gedacht. Wir gönnen uns einen Strandtag. Hurra!

 

Tag 5:

 

Tag 6:

Heute haben wir einen Termin in einer Werkstatt in Thessaloniki. Die lockere Fettkappe soll ersetzt werden. Seit Anfang Mai fahren wir mit dem Provisorium, weit über 3000 Kilometer hat es bestens gehalten, über Stock und Stein. Aber neu ist besser.

Ronni spricht sehr gut englisch und versteht sein Handwerk. Über das Provisorium muss er herzhaft lachen. „Very good!“ Die alte Fettkappe raus, Kontrolle des Lagers -„I cannot find anything wrong with it, very good condition!“ Das hört man gerne. Neue Kappe rein, die alte bekommen wir sauber und runderneuert wieder mit. „Just in case, but it will not happen again.“

Überall auf dem Gelände stehen Steyr, die Jungs kennen sich aus.

Um halb drei sind wir fertig, jetzt könnten wir durchbrettern nach Igoumenitsa. Ach was, nur raus aus Thessaloniki und zum nächsten Strand!

Mit schwarzem Schlamm beschmierte Gestalten liegen am Strand und lassen den Matsch in der Sonne trocknen. Schmoddazombies, aufgestiegen aus dem schwarzen Moor……Seltsam…sie kommen alle von dahinten…das schauen wir uns morgen mal an.

 

Tag 7:

Morgens sehen wir nach. Eine Salzlagune. Darin wimmeln winzige rote Tierchen.

Abgetrennt eine Badestelle mit großer Uhr. „Use of the heaters ist allowed“ steht auf dem Schild. Die Leute setzen sich in das sonnenerwärmte Salzwasser – nicht zu lange! Deshalb die Uhr. Dann schmieren sie sich mit schwefeligem Schlamm ein, das alles soll gut für die Gelenke sein.

Unsere Gelenke sind noch ganz fit, wir sparen uns das und düsen stattdessen nach Sagiada, nördlich von Igoumenitsa.

Lavendelfelder leuchten zwischen goldenem Weizen. Herrlich!

In Grevená gibt es ein Mammutmuseum, klingt interessant. Wir durchqueren den Pindos Nationalpark. Eine wunderbare Landschaft, große Schilder warnen vor Bären. Gleich notiert, das werden wir uns irgendwann genauer ansehen….

Ach, es gibt viel zuviel zu sehen auf dieser Welt….

Nach 340 Kilometer ist Feierabend für heute. In Sagiada waren wir schon einmal. Damals gerade aus Albanien eingereist, nicht im Geringsten ahnend, wie sich unser Leben durch Corona verändern solte.

Abkühlen von der Sommerhitze. Zuerst mit einem kühlen Bade

später mit einem kühlen Getränk. Yamas!

Unsere Fähre nach Ancona ist gebucht. Für sage und schreibe: 600,-€ !!!  Holla! Spitzenpreis bislang. Alle Fähren sind so gut wie ausgebucht, mit Glück haben wir einen Platz bekommen. Der nächste freie Abfahrtstermin ist der 20. Juni. So sind wir „gezwungen“ noch ein paar Tage in Sagiada rumzuhängen. Hurra!

 

Tag 8:

32°C, schwimmen, Essen gehen, im Schatten dösen, schwimmen, Sonnenuntergang bewundern….

Zwei Griechinnen, Mutter und Tochter sprechen uns auf deutsch an. „Wie kommt man denn auf die Idee hier Urlaub zu machen?“ Lustige Frage. Sie sind aus Leverkusen, die Mutter stammt von hier. Eine Tante hat ein Vegan-Café in Berlin, Kreuzberg. Bei uns um die Ecke. Wir plaudern sehr nett.

 

Tag 9:

32°C, schwimmen, Kaffee trinken gehen, im Schatten dösen, schwimmen, den Fischen zusehen, wie sie hoch aus dem Wasser springen.

„Und der Himmel ist blau, so blau, so blau…“ singen „Die Ärzte“ den ganzen Tag in meinem Kopf….

 

Tag 10:

Jeden Tag kommen vormittags dieselben Leute zum schwimmen. Ihre Pickups und Pkws parken rings um die Rappelkiste. Wir winken uns zu, grüßen, alle sehr nett. Ein älterer Herr kramt hinten in einer Kiste auf seinem Pickup herum, kommt dann zu uns herüber und drückt uns eine große Tüte Apfelsinen in die Hand.  „Dóro!“ sagt er, „Geschenk!“ Einfach so! Einfach herzallerliebst!

Heute Abend geht unsere Fähre, schnüff….Abschiedsessen…..

Um 20 Uhr stehen wir im Hafen von Igoumenitsa. Die Tage in Sagiada haben gut getan, volle Entspannung nach der Fahrerei.

Kurz vor Mitternacht läuft die Superfast 11 ein. Boarding dauert eine Stunde.

Bye bye Hellas! Igoumenitsa wird schnell kleiner, bald nur noch ein paar Lichtpunkte im dunklen……Ach, das tut weh.

Darauf einen Becher Rotwein aus Nemea

 

Tag 11:

Der Swimmingpool ist geföffnet und wir haben keine Badesachen dabei! Kruzifix! An Bord herrscht Maskenpflicht, niemand trägt eine, nur die Mannschaft. Kein Abstand, keine Maske – Corona…war da was?

Um 17 Uhr gleitet die Superfast Ferry in den Hafen von Ancona. Bella Italia! Die Seitenruder wühlen den Untergrund auf, Möwen finden Futter im Schlammwasser. Angekommen in Italien.

Wir steuern die Küste entlang nach Norden. Kurzer Einkauf: was gibt es für schöne Produkte in Ialien! Und teuer! Hoppla! In Torette de Fano stellen wir die Rappelkiste ab, 10 Minuten später haben wir nette Nachbarn.

Jetzt runter zum Strand und hinein in die warmen Wellen des Mittelmeers. Herrlich! Danach eine kühle Dusche und ein kühler Rosé auf der Treppe. „Que Bella! Una Bestia!“ schreit ein kleiner Junge, als er Rappel sieht. Martin winkt ihm zu, ob er mal ans Steuer möchte? Klar! Spaziergänger bleiben stehen, alle Kinder dürfen mal ans Steuer. Kinderprogramm, das macht Spaß! Eltern, Kinder und wir glücklich.

 

Ein Rundhauber stellt sich später dazu. Der Typ spricht uns an und macht sich über die Polizei in Elea lustig. Überhaupt die Griechen, haha, die hat er soo oft verarscht, die Blödis. Was für ein arrogantes A…loch! Respektlos und ignorant. Solche „Camper“ machen alles kaputt. Das Gespräch wird kurz, wir sind nicht freundlich.

 

Tag 12:

Waschtag!

Da strahlt sie wieder…

Ab auf die Autostrada. Bologna, Modena, Verona. Um 14 Uhr biegen wir ein zum Camping Municipale in Lazise. Etwas zu früh, die Strasse ist noch voller Marktstände, wir müssen warten. Ich laufe vor und frage nach einem Platz. „Wir haben soooo viel Platz!“ sagt die Dame am Eingang, ich soll mir schon mal einen aussuchen. Eine Stunde später ist die Bahn frei, unter großem Interesse richten wir uns ein, viele Leute bleiben stehen und manch einer knipst verstohlen ein Foto. „Könnt ihr da auch einen Wohnanhänger dranhängen“ fragt ein Mann. Wir schauen etwas irritiert…..“Dann ist der aber nicht mehr so schnell“ stellt er fest. Jetzt müssen wir lachen: „Der merkt das garnicht!“

Das Bad im Lago di Garda erfrischt, das Seewasser ist kühler als das Meer.

Abends flanieren wir entlang des Sees zu Gipi´s Bar, wie immer, wenn wir in Lazise sind.

 

Tag 13:

Stadtbummel. Was für Riesenblüten! Über handtellergroß!

Ein kreislaufanregendes Getränk, etwas Obst und ein paar Kohlenhydrate –> klingt wie ein perfektes Frühstück!

Martin wienert nachmittags die Dax, golden glänzt sie in der Sonne.

 

Tag 14:

Zum Aufwachen ein Bad im See und Guten-Morgen-Kaffee bei Gipi´s. Nachmittags ziehen dunkle Wolken auf. Besser, wir rollen die Markise ein. Kaum erledigt, bricht ein heftiger Sturm los.

Nur kurz, dann weicht das Grau einem bezaubernden Abendlicht. Zeit zum flanieren….

Wir sind so gerne hier!

 

Heute ist Tag 15:

unser letzter Tag in Lazise für dieses Mal. Wir machen die Rappelkiste startklar, verstauen die Dax, bummeln nochmal durch die Gassen. Abends zuerst ein Gelato, dann zu Gipi´s, den Flaneuren zuschauen. „Bis September“ ruft uns Gipi zu, als wir uns verabschieden. Ja, bis September!

Am Tor zum Camping hängt das „Completo“ Schild. Alles besetzt. Morgen früh wird ein Platz frei…..schnüff…..

 

Tag 16:

„Ciao! Ciao!“ rufen die netten Damen vom Campingplatz uns hinterher.

Auf zum Brenner!

Irgendwo im Tunnel reisen wir nach Östereich ein, wir merken es nur daran, daß die ungeliebte GoBox lospiepst.

50 Kilometer vor der Grenze zu Deutschland piepst das Ding viermal. Wir müssen nochmal laden. Minimum sind 75,-€ – , unschön für die paar Kilometer. An der nächsten Raststelle hängt groß ein GoBox Schild. Martin fragt nach. „GoBox hab ich nicht!“ ranzt der schlecht gelaunte Mitarbeiter Martin an. „Aber das Schild?“ „Keine GoBox, musst du eben auf die andere Seite!“ schnauzt er, unfreundlicher Mensch.

Auf die andere Seite? Das heißt: nächste Ausfahrt raus –> zurück Richtung Süden –> alle Tankstellen abklappern, vielleicht eine finden, die GoBox auflädt–> weiter Richtung Süden zur nächsten Ausfahrt –> und alles wieder retour? Nein!

Noch 30 km – 4xPIEP. Noch 20km, 10, 5 – jedes Mal 4xPIEP, die letzten Kilometer im Stau – dann Bundesrepublik Deutschland. Halleluja! Geschafft!

Der Stau bleibt uns noch eine Weile erhalten. Die Strecke nach Garmisch ist gesperrt, irgendein Weltwirtschaftsgipfel findet dort statt. Alle müssen über München. Bis nach Landshut wollen wir heute noch. 36 Kilometer vorher schickt uns eine Umleitung mehr als eine Stunde lang quer über Felder und Dörfer.

Diesel kostet 2,-€. Ob das jemals wieder unter 2,-€ geht?

Spät erreichen wir den Parkplatz an der Isar, langer Tag heute.

 

Tag 17:

37°C. Zu heiß für alles. Wieder ein langer Fahrtag über die Autobahn. Wir machen noch einen Stop vor Berlin, in Strehla an der Elbe. Dort erstmal eine kalte Dusche, schon geht´s uns etwas besser.

 

Tag 18:

Im Morgengrauen starten wir die letzte Etappe nach Berlin. Übermorgen hat Martin den ersten wichtigen Termin in der Stadt, perfektes Timimg.

Und da sind wir wieder. Parkplatz vor der Tür, eine nette Überraschung!

Willkommen zuhause!

 

 

Hui, dies ist ein laaanger Bericht über eine laaange Strecke. Zugegeben: die Siebenmeilenstiefel standen zwischendurch in der Ecke. Ein paar Ruhetage mußten sein. 4600 Kilometer in 11 Tagen – nur die Fahrtage inkl Fähre gerechnet.

Unsere Reise ist vorbei. Begonnen Anfang März mit Skifahren in den Dolomiten. Dann ein zu kurzer Besuch bei den Freunden in Griechenland. Durch die Türkei, in Istanbul, wunderschöne Tage in Kappadokien mit seinen Felsen, den Ballons, unterirdischen Städten und den Pferden. Über die anatolischen Berge nach Georgien, das uns verzaubert hat mit seinen 1000 Schattierungen Grün, der endlosen Weite, dem Vogelgesang, dem Wein. Und überall trafen wir herzliche, freundliche Menschen.

Was für ein schönes Leben!

Jetzt genießen wir den Sommer in Berlin, freuen uns sehr auf die Freunde und die Familie.

Und im Herbst geht es wieder los, zur nächsten Tour.

Bis dann, liebe Grüße!

Julia & Martin

Drink positive!

Auf Instagram: Rappelkisteberlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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