Oman: Die Strände von Mughsail und Fayazah 06.02.2023 – 10.02.2023

Veröffentlicht in: Aktuell, Allgemein, Oman | 0

Nach einem ausgiebigen Frühstück ist die Fahrtüchtigkeit gegen Mittag wieder hergestellt.

Wir rollen vom Hof des Oasis Club – ein toller Abend gestern! – und steuern auf die Küstenstrasse nach Süden.

Nach nur 32 Kilometern schwenken wir, durchaus noch etwas angeschlagen von gestern, bei Mughsail zum Strand hinunter und suchen uns einen netten Platz bei Picknickhäuschen.

Feierabend.

Das heißt: auf den Sofas herumlungern, Chips und Schokomandeln futtern und eine norwegische Serie gucken

Erst abends tauchen wir wieder auf der Rappeltreppe auf.

Um die Ecke kann man die Marneef Höhle und Blowholes besichtigen. Das wär was für morgen.

Mit zunehmender Dunkelheit leuchten die Wellen erneut, aber lange nicht so intensiv wie in Salalah.

Heute ist Vollmondnacht.

 

Morgens ist es angenehm kühl. Die Tagestemperaturen liegen im Moment bei 30°C. Gut auszuhalten durch den stetigen, leichten Wind.

Dieses Strandpicknickareal ist noch nicht ganz fertiggestellt. Morgens laufen die Arbeiter mit ihren Essensbehältern übers Gelände. Ein paar Kamele kommen zum grasen, wir haben es nicht eilig und genießen die friedliche Stimmung am Meer.

In der Mittagshitze liegen die Bauarbeiter unter den Sonnensegeln und halten ein Schläfchen.

Wir kühlen uns im Meer ab und wandern dann rauf zur Marneef Höhle.

Die Aussicht ist fantastisch. Tristramstare flattern umher und pfeifen aufgeregt.

Wo ist denn der Höhleneingang? Wir finden keinen. Nur einen Felsvorsprung.

Soll dies die „Höhle“ sein?

Also wenn das die Marneef „Höhle“ sein soll…die  Bezeichnung ist unserer Meinung nach nicht ganz treffend.

Auf einer Klippe etwas unterhalb befinden sich die Blowholes. Vorsichtshalber mit Gittern abgedeckt. Tief unter uns braust Meerwasser durch enge Felstunnel und schießt bis zu 30 Meter hoch aus diesen Blaslöchern.

Bei der ruhigen See im Moment müssen wir nicht mit Wasserfontänen rechnen. Kein Wind – kein Blow. Außerdem ist es die falsche Jahreszeit. Kommt man zur Regenzeit, im Sommer, schießen die Fontänen aus den Löchern.

Uns bleibt nur, dem hohlen Klang der Wellen zu lauschen, die viele Meter unter uns durch die Felstunnel rauschen. Auch das ist schon sehr beeindruckend.

 

Ein rauer Küstenabschnitt, wir wandern langsam zurück.

Auf der Strandrestaurantterrasse trinken wir einen Mintlemonjuice. Sehr lecker! Stare schlagen sich den Bauch mit Pommes voll.

Die Wellen werden schon wieder hellgrün und schaumig

 

Schön hier. Martin zerlegt noch etwas Feuerholz für später, dann fahren wir weiter. Rappelkiste steht bereit.

 

Durch eine grandiose Berglandschaft, hoch hinauf und wieder hinunter in ein Tal

und dann eine stramme Serpentinenstrecke richtig steil nach oben. Da schnauft die Rappelkiste etwas….

Eben waren wir noch da unten…

 

Auf 500 Höhenmetern erreichen wir den Pass, kurz danach biegen wir ab auf die Piste nach Fayazah. Die ganzen 500 Meter müsen wir jetzt wieder runter. Aber nicht auf Asphalt, sondern auf einer rutschigen Steinchenpiste. Und es geht richtig abwärts, du meine Güte!

Wenn wir so auf den Klippenrand zusteuern wird es etwas eng im Hals….

Ein tiefer Blick – da müssen wir noch runter. Es ist nicht angenehm zu fahren.

Geschafft! Ab jetzt ist es nur noch schön. Eine zauberhafte Landschaft.

Vor uns liegen die ersten Strände von Fayazah, traumhaft!

Die gruselige Abfahrt hat sich voll gelohnt!

Wir tuckern auf der Piste weiter, vorbei an Stränden und kleinen Buchten, eine schöner als die andere. Durchqueren einen kleinen Hafen und halten dann, um zu entscheiden, wohin wir uns stellen. Die Qual der Wahl…

Eine kleine Bucht weiter vorn hat uns besonders gut gefallen. Also zurück und auf den weichen Sand gerollt. Ja, das ist ein herrlicher Platz!

Gleich mal das Wasser testen und schwimmen gehen…Eine große rote Strandkrabbe rennt davon und versteckt sich ganz platt gedrückt an einer angeschwemmten Alge. „Ich seh´dich….“

 

Die Sonne verschwindet früh hinter den hohen Felswänden. Der Schatten tut gut.

Hier stehen wir wirklich wunderschön

Im Vollmondschein blitzen immer wieder türkisfarbene Lichter im schwarzen Wasser. Wir bewundern den Sternenhimmel und das Meer, die türkisen Blitze und die Wärme der Nacht. Dieses wunderschöne Fleckchen Erde, was für ein Glück!

 

 

Ein Morgen ohne Muezzin. Als die Sonne über den Horizont blinzelt, verabschiedet sich der Mond im Westen.

Es wird schnell sehr heiß. Den halben Tag verbringen wir im Meer.

Und unter der Markise.

 

Wir müssen emails checken. In unserer Bucht haben wir kein Internet, aber sicher gibt es am Hafen Netz. ( Haha, kleiner Kalauer! )

Mit einem Regenschirm gut vor der Sonne geschützt, wandern wir los.

Über festen, weißen Sand, zwischen scharfkantigen Felsen hindurch.

Dunkle Krebse flitschen vor uns davon oder drücken sich flach an die Felsen.

 

Ich sehe die dicken „Schuppenpanzerwürmer“ wieder. Hab immer noch nicht rausgefunden, wie die heißen und was das genau für Tiere sind.

Eine grandiose Landschaft. Vielleicht etwas zu viele Krebse für unseren Geschmack. Es wimmelt. Kreuz und quer sausen sie davon oder verstecken sich, nicht mehr zu entdecken, wenn sie sich nicht bewegwn.

 

Alles Kunstwerke, die Wind, Wellen und Jahrtausende hier ausstellen.

Vor uns liegt der kleine, natürliche Fischerhafen. Und zack! haben wir Internet.

Alles gecheckt, alles wichtige erledigt. Zurück nach Hause…

100 Meter von der Rappelkiste entfernt, entdeckt Martin ein Internetsignal. „Hier gucke ich morgen Super-G!“ verkündet er begeistert, der alte Skirennfahrer….

Früher Abend, kurz nach halb 6, auch heute ist der frühe Schatten sehr willkommen.

Wir zischen uns ein Moussy Bier Alkoholfrei. Ein Toyota 4×4 fährt in die Bucht. Eine junge omanische Familie steigt aus. Der Mann spricht uns auf deutsch an. Seine Frau Sophie kommt aus Schleswig Holstein. Wir unterhalten uns sehr nett. Vor 10 Monaten sind sie in Abdullahs Heimat im Oman gezogen. Sophie trägt Abbaya und Schleier. Eine für mich immer noch außergewöhnliche Wahl, ein freiwilliges Frauenleben in der muslimischen Welt. Auch wenn der Oman sehr tolerant ist, bleibt das Leben der Frauen doch in unseren Augen sehr eingeschränkt.

„Viele Deutsche kommen an die Strände von Fayazah“ erzählt Abdullah. „Sie sagen „Hallo“ und dann schweigen sie, das ist ungewöhnlich….“

Ja, das können wir uns gut vorstellen. Wir beide sind allerdings wesentlich gesprächiger…

 

Maren und Mathias schreiben, daß sie schon unterwegs nach Maskat sind. Okay, da platzt der Traum vom Rub al Khali Abenteuer. Allein werden wir die Tour ins Empty Quarter nicht machen, zu gefährlich. Schade.

Die zersägte Palette von Mughsail wird angezündet. Die Luft ist inzwischen feuchtwarm, alles fühlt sich leicht klamm an. Wir essen draußen am Feuer.

Der immer noch fast volle Mond geht leuchtend orange über dem schwarzen Wasser auf.

Silbernes Mondlicht im Feuerschein

 

 

Tatsächlich klappt am nächsten Tag die Übertragung des Super-G Wettkampfs in Courchevel. Zu Martins großer Freude!

Skiweltmeisterschaft unterm Sonnenschirm, perfekt!

 

Dieser wunderbare Strand markiert den Wendepunkt unserer Reise. Wir sind kurz vor der jemenitischen Grenze, die uns wegen des dort herrschenden Bürgerkriegs verschlossen bleibt. Deshalb ändern wir die Fahrtrichtung von Süd nach Nord an der omanischen Küste entlang.

Einen Tag gönnen wir uns noch in diesem Paradies.

 

 

Abreise….aber ganz entspannt. Erst am Nachmittag verabschieden wir uns von der Bucht.

 

Am Nachbarstrand ist eine geführte Tour angekommen, Badespaß und Picknick.

Wir lassen uns von der Rappelkiste die steilen 6 Kilometer den Berg hinauf zur Landstrasse tragen.

Ein letzter Blick zurück….seufz….

Schon sind wir oben auf Asphalt und zuckeln die Serpentinen hinab ins nächste Tal. Schön langsam mit Motor- und Staudruckbremse. Herrjeh ist das steil!

Und wieder bergauf. Ein kleiner Trottel rennt über die Strasse und schon galoppiert uns die ganze Herde vors Auto….Kinder….

Es ist Freitag, die Familien kommen zum Strand, zum schwimmen und picknicken.

Wohin fahren wir denn heute noch?

Natürlich!

Zum Oasis Club!

Dort angekommen werden wir herzlich vom Manager begrüßt. Er hat uns gleich wiedererkannt. Ein paar Mitarbeiter kommen dazu und möchten gerne die Rappelkiste von innen sehen. „This is a real home!“ wundern sie sich.

Zur blauen Stunde sitzen wir auf der Terrasse, Eiswürfel klirren in den Gin Tonic Gläsern. Es wird sehr großzügig eingeschenkt. Der Gin füllt das halbe Glas! Ob wir jeder eine Dose Tonic dazu haben möchten, fragt uns der Kellner oder ob wir uns eine teilen? Oh!! Auf jeden Fall brauchen wir jeder ein Tonic zum verdünnen!

Zum Wohl!

 

Diesmal bestellen wir eine Flasche Wein und keine Einzelgläser mehr.

Unser Essen ist noch besser als letztes Mal. Gut, wenn man den Koch kennt….

Wieder ein ganz wunderbarer Abend auf der Oasis Club Terrasse.

Um Mitternacht sagen wir bye bye. Zum Abschied werden noch Fotos gemacht.

Im Schankraum kritzeln wir stellvertretend für die Rappelkiste ein Kürzel auf die Graffitiwand.

Ist das schön, wenn das Zuhause direkt vor der Tür steht…

Der Kellner kommt uns hinterher, ihm ist aufgefallen, daß wir noch bezahlen müssen! Oh! Das holen wir schnell auf dem Parkplatz nach.

Gute Nacht!

Bis morgen, liebe Grüße!

Julia & Martin

Drink positive!

Auf Instagram: Rappelkisteberlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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