Oman: Einsame Strände und Pistenabenteuer – von Mirbat nach Sadah 15.02.2023 – 19.02.2023

Veröffentlicht in: Aktuell, Allgemein, Oman | 0

Nach Norden. Bald wechselt die Strasse von Asphalt auf Sand. Ein großer Hotelkomplex residiert an der Küste, dann wird es einsamer.

Eine Viertelstunde später führt uns die Piste vor eine Mauer mit großem Tor und endet auf einem Bauplatz.

Mist! Sollten die Berichte im Internet wirklich stimmen und die Küstenpiste verbaut worden sein?

So schnell geben wir nicht auf, lieber probieren wir einen anderen Weg. Er führt in die falsche Richtung, aber das kann sich ja noch ändern….

Wieder ein großes Tor. Dahinter ein leeres Gelände, von einer hohen Mauer mit Stacheldraht und Wachtürmen umgeben. Da kommen wir nicht durch. Aber an der Mauer entlang geht es weiter.

Wie sieht´s hinter der Ecke aus?

Nicht schlecht! Immer an der Wand lang. Und dann landen wir auf einer breiten Piste, die allerdings noch weiter weg vom Meer führt.

Nicht verzagen, irgendwo können wir bestimmt nochmal in die richtige Richtung abbiegen.

Jawoll!

Der Abzweig kommt

Der Untergrund wird sandiger und dann stehen wir vor einer traumhaften Bucht!

Perfekt!

Ohne Luft abzulassen segelt die Rappelkiste problemlos durch den Weichsand.

Steht!

Ist das schön hier!!

Dann werden wir mal die Umgebung erforschen.

Die Felsen sehen aus, als ob das flüssige Gestein gerade erst fest geworden wäre.

Millionen von Muscheln, bunte Steine und glitzernder Quarz.

Weiter oben auf der Klippe bedeckt feinblättriger Schiefer den Boden. Die Steinplättchen klirren wie Glas bei jedem Schritt.

In der Nachbarbucht dümpelt ein Fischerboot

Oben auf der Klippe liegen Krebsscheren und Kugelfische. Anscheinend der Picknickplatz von Möwen.

Wieder unten wimmelt es von Krabben auf den Muschelbänken. Komme ich näher flitzen sie davon…

 

So, die erste Erkundung ist abgeschlossen.

Zwei Säcke Feuerholz haben wir mitgebracht. Martin macht sich ans Werk.

Bald knistert das Holz in den Flammen

Der warme Wind facht unser Feuer an

 

Keine hohen Felsen im Westen, die Sonne verschwindet eine Stunde später als in Fayazah.

Und hinterlässt ein spektakuläres rosa Licht

Als ich ein kleine wunderschöne Muscheln aufheben will, läuft sie davon. Nanu?

Achso..es ist das Haus eines Einsiedlerkrebses und da sind noch mehr Muschelwohnmobile unterwegs….

Unser Haus schimmert im Feuerschein unter einem Dach aus Milliarden von Sternen. Außer uns ist kein anderer Mensch hier.

Eine wunderschöne Nacht

 

 

Der Mond ist schon wieder zur Sichel geworden. Guten Morgen!

Heute ist ein Tag nur zum entspannen und genießen. Martin guckt Skirennen, denn wir haben hier superschnelles Netz. Ich liege mit Buch in der Sonne. Ab und zu gehen wir schwimmen.

Ruckzuck vergeht so ein Wellness-Tag. Nicht zu fassen!

Das Feuer knistert, es ist dunkel, wir genießen den stillen Abend, nur das Meeresrauschen ist zu hören.

Huch?! Was ist das? Autos kommen zum Strand und WUMM! wird die Bucht hell beleuchtet!

Am anderen Ende der Bucht parken ein paar Autos, im gleißenden Licht von Extrastrahlern werden Zelte aufgebaut. Ach klar! Es ist Donnerstag! Wochenende! Herzlich willkommen neue Nachbarn!

Über uns das Sternenzelt, phänomenal

Vor uns wärmt uns ein Glutherz

 

 

Noch ein Tag für lesen, schwimmen, sonnen. Wir können uns noch nicht von dieser Bucht trennen. Unsere omanischen Nachbarn kommen rüber und sagen Hallo. Ich backe Weißbrot. Unser Roggenmehl ist schon länger alle. In den Supermärkten gibt es alles: Buchweizenmehl, Kartoffelmehl, Kichererbse, Hirse, Kastanie, Linse, Reismehl etc aber kein Roggenmehl.

Unsere Nachbarn grillen, sie bieten uns Steaks an. Danke sehr! Leider nichts für uns. Sie verfüttern sie an die Möwen, die freuen sich. Schließlich packen sie zusammen, Wochenende vorbei.

Am frühen Abend wird das Wasser grüner, Algen werden angeschwemmt. Wir wissen inzwischen was das bedeutet:

magisches Meeresleuchten

Klatschen die Wellen auf einen Felsen sprühen türkise Funken.

Die letzten Holzscheite werden verfeuert.

Wir müssen uns morgen losreißen. Wieder so schwer…..

 

Morgens, nach dem Bad, noch ein Blick von der anderen Seite der Bucht.

Seufz….aber wir müssen wirklich weiter. Vor uns liegen 1000 Kilometer allein bis Sur und wir möchten noch weiter, bis Maskat rauf.

Also: auf die Piste, fertig, los!

Wenig später sichten wir die nächste Lagune

Durchqueren kleine Wasserläufe, alles grün…

Dann karge Felslandschaft, grau…..immer wieder entdecken wir Zufahrten zu herrlichen Stränden.

Von Sand auf Kies auf Sandwellblech

Es geht unglaublich steil bergauf. Was ist hinter der Kuppe?

Holperige, einsame Wege, grandios! Wir fahren wir auf Klippen, das Meer rauscht tief unter uns.

Zwei Gazellen fliehen mit flinken Beinen vor uns den Berg hinauf

Eisgraue Vögel mit leuchttürkisfarbenem Kopf fliegen auf, hellorange Libellen schwirren herum. Alle viel zu schnell für die Kamera.

Auf und ab durch die Felslandschaft.

Achterbahnfahrt. Am Horizont markiert der Jabal Qinqari einen Wegpunkt in der Ferne. Das ist unsere Richtung.

Eine große Agame flitzt unter einen Stein, ein Fuchs springt davon. Hätte er sich nicht bewegt, hätten wir ihn nicht sehen können. Die Tiere sind perfekt an die Umgebung angepasst.

Wir rollen über Kies durch einen trockenen Wadi, zwei Laufvögel rennen über die Piste

 

Schwarz-roter Fels, von dicken hellen Adern durchzogen rahmt eine Schlucht. Sie führt uns um den Jabal Qinqari herum.

Drei Stunden rumpeln wir durch diese grandiose Landschaft. 45 Kilometer haben wir bisher zurückgelegt. Reicht eigentlich für heute. Etwas voraus ist auf der Karte eine Piste zum Meer eingezeichnet. Die werden wir nehmen und dann Feierabend machen. Und schwimmen gehen….

Nochmal rauf und runter und dann rechts abbiegen.

Wir machen zwei Versuche auf dieser Piste.

Der Weg ist vollkommen verwittert, kaum zu erkennen und zugeschüttet mit Geröll. Könnten wir probieren…..Vernünftig betrachtet sind wir zu müde und zu unkonzentriert für dieses Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Diesen Strand erreichen wir heute nicht.

Also weiter….

Die ersten Anzeichen von Zivilisation, Farmen und Funkmasten, in der Ferne eine Stadt.

Schließlich erreichen wir Sadah, dort endet unsere Pistenfahrt.

Eine unglaublich schöne, abwechslungsreiche Strecke, ganz toll!

 

Sadah entpuppt sich als ein hübscher Ort mit einem kleinen Fischerhafen.

Am Hafen könnten wir gut stehenbleiben. Aber irgendwie ist uns das heute zu sehr im Ort. Wir hätten es gerne einsamer.

Lange wollen wir aber auch nicht mehr fahren, die Pistenfahrt war ganz schön anstrengend.

Nur einmal auf der Landstrasse über den Berg und schon sichten wir unseren Strand für heute Nacht.

Feierabend!

Schauen wir uns die Gegend mal genauer an, auf zur Fotosafari!

Oh! Eine wunderschöne Echse! Hoffentlich haut sie nicht so schnell ab!

Nein, sie hält still und lässt sich ablichten, danke!

Rötlicher Fels mit weißen Adern. Kleben da Muscheln? Sehen eher aus wie eingerollte Stacheltiere? Oder Schnecken?

Auf den Klippen wächst eine Kolonie Minivulkane

Zu wem gehörte dieses schmale Becken? Oder welches Knochenteil ist das?

Von der Klippenhöhe aus sieht man eine große Lagune, könnte man auch schön stehen….

Kugelfische in verschiedenen Farben

Eine große Sammlung FlipFlops

 

Noch mehr bleiche Knochen und meine geliebten Oktopus-Pilker

Und was liegt da?

Wie schön! Und so groß! Tritonshorn oder Pferdeschnecke?

Hier gibt es aber auch viel zu entdecken!

Eine fröhliche Porzellanschnecke grinst mich an

Fotosafari macht Spaß! Das könnte eine Stachelschnecke sein….und hier: dieser ungewöhnliche Stein

Ein erledigter Seevogel, eine knotige Wellhornschnecke. Diese Knochen findet man ganz oft, ich kriege nicht raus, von welchem Tier sie sind. Weiß das jemand?

Toll, was es alles zu sehen gibt.

Ich hab jetzt genug und geh´ wieder nach Hause.

Überall liegt Schwemmholz, aber keiner von uns hat Lust, Holz zu sammeln. So bleibt das Lagerfeuer kalt. Macht nichts, wir gehen heute mal früher rein.

Martin packt die Stühle zusammen.

Ganz schön müde. Toller Tag! Die Mirbat Piste und die vielen wunderschönen Buchten gehen uns noch lange im Kopf herum. Auf der Strecke könnte man Tage und Wochen verbringen.

Bis morgen! Liebe Grüße!

Julia & Martin

Drink positive!

Auf Instagram: Rappelkisteberlin

 

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