Oman: Wadi Al Arabiyin und ein Werkstattbesuch in Maskat 05.03.2023 – 08.03.2023

Veröffentlicht in: Aktuell, Allgemein, Oman | 0

Ein dunstiges Morgenlicht, alles verschwommen.

Auf dem Kiesstrand liegen Korallenbrocken, von tausenden feiner Äderchen durchzogen.

Vor uns springt ein großer Rochen hoch aus dem Meer, schlägt einen doppelten Salto und taucht wieder ein. Ein großartiger Anblick.

Im Wasser treiben unzählige tote Kugelfische, wir verzichten aufs Bad. Warum werden eigentlich überall so viele Kugelfische angeschwemmt?

Und warum springen Rochen so hoch aus dem Wasser und überschlagen sich? Das finden wir noch heraus….

Alles startklar!

Bei der Moschee wollen wir Wasser tanken, aber der Wasserdruck ist schwach, ein müdes Rinnsal. Wir haben noch 100 Liter, damit kommen wir fast eine Woche aus, reicht also noch.

Dann mal hinein in den Wadi Arabiyin.

Hohe Felswände, grüne Tümpel und Wasserläufe, Bäume wachsen in den Felsspalten.

Nach wenigen Kilometern tauchen in der Ferne die Häuser von Mithqub auf, einem winzigen Dörflein.

Entlang des Wadi stehen Palmenoasen, darin versteckt kleine Farmen

Eine Landschaft aus Grün, Graubraun und Ocker. Der Fluss staut sich zu flachen Seen, wie geschaffen für ein kühles Bad.

Einmal, zweimal durchqueren wir den Wadi und tiefe Pfützen

Eine hohe Brandung aus weißem Gestein

Durch Betonrinnen wird Wasser in die Palmengärten geleitet

 

Bei einer großen Gumpe parken einige 4x4Wagen, eine Touristengruppe badet im See.

Von Maskat kann man Tagesausflüge in verschiedene Wadis buchen. Ganz schön bleich die Leute. Winterblass.

Eine Ansammlung Häuser

Hier gabelt sich die Piste. Rechtsrum führt sie in die Berge – sehr verlockend….

Aber dann würden wir den Wadi verlassen. Nein, nein, wir träumen von einem Bad in Süßwasser. Also links, dem Flusslauf folgend. Erstmal hinauf, vorbei an der Ruine eines Zipfelturms.

Und dann aber sowas von bergab….

immer tiefer in die Schlucht hinein

Strommasten signalisieren, das noch eine Siedlung kommen muss. Da ist sie schon! Eingebettet zwischen hohen Bergen in einem Palmental – Alswyh

Für einen besseren Überblick halten wir auf einem Plateau. Was wir sehen lässt unsere Herzen höher schlagen! Über Felsen sprudelt ein kleiner Wasserfall in einen grünen See, ein Traum!

Ein erster Erkundungsgang. Klares Wasser, winzige Fischlein schauen zu uns herauf. Auf dem Kies am Ufer genug Platz für die Rappeline.

Die Piste führt noch etwas tiefer in den Wadi, wir gehen die Strecke ab. Am Ende ein schräger Parkplatz über dem Fluss. Den Kiesberg hinab befindet sich unten wieder eine wunderbare Badegumpe, sehr diskret zwischen den Felsen. Auch schön, aber uns gefällt´s vorne viel besser.

Wir holen die Kiste.

Und dann ab ins Wasser!

Neugierige Fischlein linsen in die Kamera.

Ungefähr so müssen wir für sie aussehen…..schwabbelnde Monster…

 

 

Herrlich! Sehr erfrischt klettern wir aus dem See.

Etwas weiter den Fluss hinauf wehen leuchtend grüne Algen im Wasser. Uäähhh, Glibber…

Der Wasserfall plätschert

Unsere vom Salzwasser bretthart gewordenen Handtücher trocknen frisch gespült auf den Steinen.

Ein Mann balanciert riesige Büschel Schilf und schafft es trotzdem noch uns zuzuwinken.

Rote Libellen sonnen sich auf den Felsen.

Um 17 Uhr verabschiedet sich die Sonne für heute, es wird angenehm kühl.

 

Ein Lichtschein hinter den Bergen kündigt den Vollmond an, lange bevor er aufgeht und die Schlucht beleuchtet.

Durch die Dunkelheit tönt ein hohes Trillern, vielleicht ein Nachtvogel, Grillen zirpen. Frösche knarzen wie alte Holzdielen, ganz leise rauscht der Wasserfall.

 

 

Morgens 10 nach 5: der Muezzin singt! Die hohen Berge ringsum verstärken den Schall, laut hallt das Echo von den Felswänden. Wir sind wach. Die Hähne auch, Kikeriki nonstop. Jemand treibt im Licht seiner Taschenlampe eine Ziegenherde in die Schlucht.

Aufstehen und ins Wasser springen, so beginnt unser Tag.

 

Der Wasserfall sprudelt, Tropfen perlen, springen davon, formen Wasserfinger und Kugeln

 

Stahlblaue Libellen sitzen auf dem Schilf, rote jagen über die Algenkissen im Nebenfluss. Im See tummeln sich kleine Fische im warmen Oberflächenwasser.

Heute haben wir Besuch aus dem Dorf, ein Mann mit seinem kleinen Sohn. Die Unterhaltung ist etwas schwierig, er spricht kein englisch und unser arabisch beläuft sich auf Salam Aleikum, Shukran und Mashallah.

Er gibt uns ein paar Blätter, wir sollen dran reiben und riechen. Fantastisch! Die Blätter verströmen einen intensiven frischen Duft nach Zitrone, Seife, Parfüm. Er zeigt mir den Strauch. „Maghnwlyah.“ Schwer zu verstehen. Immergrüne Magnolie lesen wir später.

Im Schatten der Markise genießen wir den Tag.

Kühlen uns im Wadi ab, bis wir Schrumpelfinger haben.

Obwohl wir nicht allein sind, direkt beim Dorf stehen und jeden Tag Besucher kommen, fühlen wir uns an diesem Ort unglaublich fernab vom Rest der Welt. Friedlich. All die Konflikte, Sorgen und Probleme scheinen weit weg…..

 

Gute Nacht!

 

 

 

Übermorgen haben wir einen Werkstatt Termin in Maskat. Die Dichtung vom Turbo ist defekt, Rappelkiste fiept ganz furchtbar. Und wir haben ein Stromproblem: wenn wir das Fahrerhaus kippen, geht das Licht an. Das haben wir beim Reifendurchwechseln festgestellt.

Das bedeutet: wir müssen heute aufbrechen.

Nochmal ausgiebig baden

mit einem sehnsüchtigen Blick zurück verlassen wir diesen wunderbaren Ort.

 

Zurück durch die Schlucht

entlang des Flusslaufs, an der steinernen Brandung vorbei,

auf die Autobahn nach Maskat, der omanischen Hauptstadt. Was für ein Gegensatz zu heute morgen….

Zuerst in ein Einkaufsparadies. Wir halten Ausschau nach Roggenmehl, geben die Hoffnung nicht auf. In den Regalen stehen Weizen- Reis- und Kichererbsenmehl, daneben noch Erdnuss- Walnuss- Kurkuma- Blaubbeer- Buchweizen- Gerstengrasmehl usw usw, eine unglaubliche Vielfalt! Aber kein Roggenmehl…..

Durch die Stadt lotsen wir die Rappelkiste zum Strand. Die abendlichen Picknicker grüßen und heißen uns willkommen. Die Sonne macht Feierabend, der Mond leuchtet zart orange. Schön, aber wir denken mit etwas Sehnsucht an gestern…..

 

Halb 8 Uhr morgens tingeln wir an schicken Stadtvillen vorbei zur Mercedes Werkstatt,

der Stau ist zum Glück auf der Gegenfahrbahn.

Ein Werkstattpalast, pikobello sauber, riesig, unzählige Arbeitsbühnen, alles so organisiert und ordentlich und nur die feinsten Autos.

Der Werkstattmeister stellt sich vor: Micha, aus Deutschland, seit 7 Jahren im Oman.

In einer Ecke entdeckt Martin einen Schatz, verstaubt und zugesch…..da blutet sein Herz….

Den hat ein Kunde vor Jahren mal abgestellt, erzählt Micha. Was draus wird, ist nicht ganz klar.

Unterdessen wird die Rappelkiste untersucht. Das Fiepen der Turbodichtung wird durch mutig festes Anziehen der Schrauben behoben.

Eine neue Entdeckung:

die Aufhängung vom Auspuff ist komplett abgerissen.

Ein Elektriker kümmert sich um das Stromproblem. Neu dazugekommen: wenn wir den Sicherungskasten öffnen, sprühen Funken. Er wurschtelt sich durch die Kabel.

Rappelkiste wird bestens betreut. Wir erwähnen, daß wir über kurz oder lang neu lackieren müssen. Micha schlägt vor, das in dieser Werkstatt machen zu lassen. Wir könnten den Steyr hier abstellen, über den Sommer nach Hause fliegen, währenddessen würde der Wagen lackiert. Er wird einen Kostenvoranschlag einholen. Rappeline hierlassen und nach Hause fliegen?! Eine ganz neue Idee, wir werden drüber nachdenken.

Martin und die Mechaniker werkeln.

Der Elektriker findet das Problem, die Auspuffaufhängung ist wieder fest, Turbo fiept nicht mehr, alles repariert. Wir dürfen unsere Wassertanks füllen. Micha fragt, ob er uns eine Kiste Bier besorgen soll, er hat eine Lizenz. Sehr nett! Aber wir lehnen vielmals dankend ab ( ?! )

Noch in die Waschanlage

Ein Lackierer kommt vorbei und sieht sich alles an.

Dann rollen wir vom Hof zurück zum Strand. Die Mercedes Werkstatt ist sehr zu empfehlen, hier arbeiten gute Leute! 250,-€ hat uns die Reparatur gekostet.

Die Picknicker bauen ihre Riesenhalogenlampen auf, sie sitzen gern im hellsten Licht.

Wir sitzen auf der Treppe. Es ist sehr warm heute Abend. Mücken sirren um uns herum, wir greifen zu Autan.

Lisa und Moritz sind auch in Maskat, sie haben Besuch aus der Heimat und logieren bis heute Abend im Grand Hotel. Irgendwann heute Nacht wollen sie zu uns rauskommen.

Bis sie ankommen, schlafen wir schon längst. Und träumen von Al Arabiyin, dem kleinen Paradies zwischen den Bergen….

Bis morgen, liebe Grüße!

Julia & Martin

Drink positive!

Auf Instagram: Rappelkisteberlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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