Die Morgensonne zaubert einen rosa Schimmer auf die kümmerlichen Reste der Lagune.
„PongPing….PongPing…PongPing…..“ so klingt das Morgenlied eines Vogels, wie ein Tischtennisspiel
Das Licht wird klarer, mit der Sonne steigt die Sommerhitze.
Flamingos und Rosa Löffler suchen schon wieder fleißig nach Nahrung.
Wir brechen früh auf
In der Hoffnung auf ein paar Grad weniger Hitze verlassen wir heute den Chac.
Kaninchenkäuze folgen uns mit ihrem strengen Blick. Bussarde breiten ihre enormen Schwingen aus. In den grünen Tümpeln stehen, starr und geduldig, weiße, braune und graue Reiher. Schwärme kleiner Vögel sausen hin und her über die Piste.
Die Brücklein bringen immer etwas Abenteuer auf die Piste…
Die Heuballen in Nationalfarben sind schon fast alle abtransportiert. Die Piste ist stellenweise pampig, aber gut zu fahren. Große Vogelnester hängen in den Bäumen.
Für die 50 Kilometer Piste brauchen wir eine Stunde, dann erreichen wir die PY09 und machen Tempo.
So ähnlich muss die Chaco Landschaft ausgesehen haben, bevor der Wald gerodet wurde. Dornig, sumpfig und verschlossen.
Unter einem Baum stehen zwei Jabirus
Wir eilen vorbei an Palmenwäldern und kleinen Farmen
An grün leuchtenden Tümpeln und Sümpfen. Amazonas-Enten paddeln herum, Waldstörche, Silber- und Nachtreiher stehen im Wasser.
Zack! hat wieder ein Reiher einen Fang gemacht.
Warnungen vor Ameisenbär, Jaguar und Mähnenwolf. Ach, wenn doch nur einer von euch zu sehen wäre….
Zwei Jabirus stehen direkt am Strassenrand, einer schluckt gerade einen Fisch herunter.
Wir sind viel zu überrascht, um ein Foto zu machen.
Die Landschaft ist grün, die Strassen gerade…Nandus eilen über das Gras. Föhnwarmer Fahrtwind bläst durch das Fahrerhaus.
Längere Zeit müssen wir einem Laster mit Tierkadavern folgen. Bergeweise rohe, abgezogene Häute und Köpfe. Gruselig.
Dann können wir endlich überholen….
Remansito, wir nähern uns der Hauptstadt Asuncion.
Was ist wohl in den Flaschen? Sieht aus wie Benzin und Diesel
Die Skyline von Asuncion
Auf der 33 Meter hohen Puente Remanso ( würg…) überqueren wir den Rio Paraguay
Stauen uns mehr als 40 Kilometer durch die Vorstadtviertel von Asuncion
Dann sind wir in San Bernadino.
Parkplatzsuche. Morgen ist Markttag und wir wollen möglichst in der Nähe vom Markt stehen. Zu müde, um uns schnell entscheiden zu können, kreuzen wir über eine Stunde herum. Einbahnstrassen zwingen uns zu weiten Umwegen, die Stimmung ist etwas angespannt.
Aber irgendwann haben wir was. Sogar im Schatten.
Endlich Feierabend für heute.
Ein paar kühle Getränke frischen uns wieder auf.
Zum Sonnenuntergang laufen wir runter zum Lago Ypacarai.
Ein wunderschöner See, das Wasser ist so verlockend nach diesem heißen Tag, wir würden so gerne reinspringen….
Aber der See ist stark belastet durch Industrie- und Haushaltsabwässer, haben wir gelesen. Asuncion und Umgebung verfügen immer noch nicht über eine durchgängige Kanalisation und so landet ein großer Teil ungeklärt einfach im See oder im Rio Paraguay.
Den Kindern ist das egal….
Wir verzichten auf´s baden und freuen uns stattdessen über das außergewöhnlich schöne Abendlicht
Vorbei an kleinen Lädchen laufen wir die Strasse hinauf
und setzen uns vor Denny´s Pizza.
Wir bestellen zwei Pizzen, bekommen dann aber nur eine. Je zur Hälfte mit dem belegt, was wir bestellt haben. Interessant…
Das scheint hier so üblich zu sein, wie wir mit Blick auf die Nachbartische sehen.
Jeder seine eigene Pizza?
No, no, no! Siempre juntos! Essen wird immer geteilt.
Lecker!
28°C heute Nacht. Immerhin schon ein bißchen kühler als im Chaco.
Bis morgen!
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Markttag in San Bernadino. Der deutsche Markt, wir sind sehr gespannt.
Tische und Schirme reihen sich unter hohen Schattenbäumen.
Kooperativen bieten Selbstgemachtes und Kunsthandwerk
Luffa Schwämme, die für einen guten Zweck verkauft werden. Eine Sammlung Bierdeckel und passende Gläser.
Fast an jedem Stand wird deutsch gesprochen.
Wir bleiben beim Kuchenstand hängen, kaufen hausgebackenen Käse- und Streuselkuchen.
Weiter zum Brot und zum Käse, ein Traum! Da schlagen wir ordentlich zu.
Ein Stand wie ein kleiner Edeka
Am Schluss der Runde lassen wir uns von Thomas einen Ananas-Orangensaft mixen. Er ist vor vier Jahren hierher ausgewandert, ursprünglich kommt er aus Halle/Westfalen. Dort bin ich zur Schule gegangen. Was für ein Zusammentreffen!
Um seinen Stand herum stehen seine Kumpels. Sie „bereichern“ unser Gespräch bald mit Corona Stories und Verschwörungstheorien. In den Chor stimmen wir nicht mit ein, wir verabschieden uns schnell.
Am See entlang wandern wir nach Hause.
Was machen wir mit dem angebrochenen Tag?
Auf jeden Fall raus aus der Stadt.
Nur 35 Kilometer entfernt liegt der Cerro Arco. Dort können wir eine schöne Wanderung machen, in einer Laguna baden und einen Wasserfall bewundern.
Klingt gut? Sehr gut!
In der Gegend um Atyra fallen uns die vielen Ziegelbrennereien auf.
Überraschend geht es ein paar Kilometer auf Holperpflaster weiter
Immer mehr Ziegeleien. Wir sehen kleinste Betriebe, in denen die Ziegelpresse mit Pferd betrieben wird. Keine Maschinen, alles ist pure Handarbeit.
Im Gegensatz dazu stehen große Brennereien mit gewaltigen Öfen und großen Holzlagern
Wie halten die Kleinen da mit?
Zu großen Flächen ausgelegt, trocknen die frisch gepressten Ziegel in der Sonne
Das letzte Stück des Weges führt uns wieder hinein in die grünen Tunnel des Dschungels. Geradeso passt Rappelkiste unter den Ästen durch….
Wir fahren bis zum letzten der drei Parkplätze.
Ein schöner Platz mit Schattenbäumen.
Zwei ältere Leute fegen Laub zusammen. Sie sind die Eigentümer dieses Grundstücks.
Wir fragen, ob hier der Wanderweg beginnt? Ja, da sind wir richtig. Und können wir in der Lagune schwimmen? Hm…es hat zu wenig geregnet, sagt die Patronin, die Lagune wird kaum Wasser haben…
Das ist ja schade…. egal, wandern werden wir auf jeden Fall.
Was kostet die Übernachtung? 100.000PYG, erklärt die Dame.
Wow, das ist mal ein stolzer Preis! Es gibt hier außer dem Parkplatz nichts. Kein Wasser, keine Mülltonne, keine Dusche.
Ein räudiges Plumpsklo ohne Tür, nur mit zerschlissenem Vorhang.
„No, no“ sagen wir, „es muy caro!“ und schütteln den Kopf.
„50.000?“ fragt die Chefin zurück. Es ist immer noch zuviel, aber wir schlagen ein.
Die beiden zeigen uns noch die Notfallnummern, falls was ist. Wünschen uns einen schönen Abend, steigen auf ihr Moped und düsen ab.
Wir bleiben allein, stellen Rappelkiste neben einen großen Baum und freuen uns.
Echt schön hier….
Startfreigabe für das fliegende Auge
Cerro Arco, da oben gehen wir morgen früh wandern
So viel Grün….Was für ein Unterschied zum staubigen, kargen Chaco.
„Prepare for landing!“
Gemütlich sitzen wir im Schatten
Die Blattschneider leisten Schwerstarbeit. Manchmal fallen sie um unter ihrer Last, aber sie probieren es eisern weiter. Manchmal auch zu zweit. Sehr faszinierend.
Hauptsache, die kommen nicht ins Auto!
Im Baum sitzt dieser wunderschöne Vogel. Als ich mich anschleiche, fliegt er davon. Vielleicht finde ich noch raus, wie er heißt…
Beim anschleichen trete ich kurz in feuchten Lehm und habe sofort Plateausohlen unter den FlipFlops
Das Zeug ist so zäh! Richtig schwer wieder abzukratzen.
Vollmond ist erst morgen, aber er ist schon fast perfekt rund.
Morgen früh steigen wir hinauf, auf den Cerro Arco.
Bis dann, liebe Grüße!
Julia & Martin
Drink positive!
Auf Instagram: Rappelkisteberlin





































































































































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