Paraguay – Lagunenrunde durch den Gran Chaco 29.01.2026

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Wir starten zu unserer Lagunenrunde.

Ciao Hotel Florida, war klasse hier!

Vorbei am Roten Tor steuern wir auf der Lehmpiste aus der Stadt

Unser erstes Ziel ist Karlsruhe, nur 16 Kilometer entfernt.

Diesen Fotostop möchten wir unbedingt für unsere Familie in Karlsruhe / Deutschland machen.

 

Ein ruhiges Dorf mit schmucken Häusern, einer deutschen Schule und gepflegten Gärten.

 

Liebe Grüße!

 

Die Postkarte aus Karlsruhe ist versandt, wir rollen weiter, zur Laguna Curaçao.

inmitten des weiten Graslands liegen kleine Seen, manche hellgrün, andere himmelblau

Martin stoppt die Rappelkiste am Strassenrand

Wir stehen vor der Zufahrt zur Laguna Curaçao. Das Tor steht offen, aber das Schild liest sich nicht wie eine Einladung. Propiedad privada.

Könnten wir versuchen, aber es fühlt sich nicht gut an. Wir lassen es – erste Lagune abgehakt ✅

Weiter zur Lagua Capitan. Ein Vogelparadies. Die Piste dorthin ist eine Sackgasse, an deren Ende ein Camping liegt. Wir hoffen auf einen freien Stellplatz, an dem wir spazieren und Vögel beobachten können. Aber falls wir nichts finden, ist es gut zu wissen, das wir dann auf dem Camping bleiben können.

Völlig überwuchert ist von diesem See kaum noch etwas zu erkenennen.

Die Landschaft ist grandios, wir halten Ausschau nach den Tieren und einem Halteplatz.

Aber überall säumen Zäune die Strecke, jeder Meter ist eingezäunt.

Hier werden wir schwer einen freien Platz zum Übernachten finden….

Die Lagunen haben wenig Wasser, das Land ist sandig, trocken und salzig.

 

Eine Gruppe Flamingos steht im Flachwasser und gründelt nach kleinen Krebsen

 

Spektakulär, wie sich die Wolken spiegeln

 

Wir sehen Witwenpfeifgänse und Kormorane, eine große Gruppe Weißkopfstelzenläufer

Kein freier Halteplatz zu entdecken, schließlich erreichen wir den Campamento Laguna Capitan.

Ein schöner Ort mit Schattenbäumen und jeder Menge Platz auf einer Wiese.

Feierabend für heute. Denken wir……Leider dürfen wir nicht bleiben, erklärt uns der Patron. Alles vermietet. Vielleicht hat er im Februar wieder Platz für uns, wir sollen anrufen. Dürfen wir eine kurze Mittagspause im Schatten machen? No, no, noch nicht mal zum Mittagessen dürfen wir bleiben.

Das ist echt blöd. Es ist heiß und wir haben Hunger……

Okay, wieder raus und zurück.

Amazonasenten fliegen auf, als wir vorbeifahren. Wenn sie auf dem Boden oder im Wasser sind, ist ihr Gefieder unaffällig braun. Aber wenn sie fliegen, strahlen die Flügel in einem hellen, metallischen türkisblau.

Wir würden sie so gerne länger beobachten…….wenn wir nur irgendwo parken könnten…..

Die Landschaft ist so besonders…….Schade, daß alles eingezäunt ist.

 

Bald sind wir wieder auf der Hauptstrasse. Laguna Capitan: abgehakt ✅

Als nächstes auf dem Plan: die Laguna Salada

Die Fahrt geht mitten durch die Lagunenlandschaft. Wir machen ein paar Umwege, um noch mehr davon zu sehen.

Ein Waldstorch stelzt durch das Wasser

Maguaristorch und Silberreiher. Blitzschnell sticht der Reiher zu und zack! hat er das Fischlein.

 

Ist das nicht wunderschön? Das Zusammenspiel von Wasser und Wolken. Diese Kargheit. Die Bäume sterben im Salzwasser, aber für die Vögel ist es ihr Lebensraum

 

„Moment! Da steht ein ganz großer!“

Martin stoppt die Rappelkiste und wir laufen ein Stück zurück über den salzkrustigen, weichen Boden.

Ein sehr großer Vogel, etwas weiter entfernt.

Ein Jabiru!

Die wollten wir so gerne sehen! Begeistert schauen wir zu ihm hinüber.

WOW!

1,40 Meter groß, mit einer Spannweite bis zu 2,80 Metern! Ein Riesenstorch.

 

Erst auf den zweiten Blick bemerken wir, daß oben in dem kahlen Baum ganz viele Waldstörche sitzen.

Noch mehr WOW!

Lange bleiben wir stehen und schauen, bis uns die unbarmherzige Hitze zurück zur Rappelkiste treibt.

 

Vom Himmel streckt sich ein gewaltiger Wolkenarm bis zum Boden. Sieht aus, als regnet es dort.

Für uns wäre das jetzt nicht so gut. Eindringlich wird davor gewarnt, die Pisten im Chaco bei oder nach einem Regen zu befahren. Der glitschige  Boden würde sofort das Reifenprofil verkleben und Rappelkiste verlöre den Grip.

Eine kleine Kostprobe bekommen wir nur wenig später. Hier war die Piste vor ein paar Tagen durchgeweicht, man sieht die tiefen Spurrillen in der Pampe.

Am Horizont geht ein Unwetter nieder, wir sehen die Blitze und hören den Donner

Aber wir haben Glück, bei uns bleibt alles friedlich und trocken

Nicht mehr weit bis zur Zufahrt zur Chaco Lodge an der Laguna Salada. Die Lodge hat einen schlechten Ruf. Sehr teuer, ungepflegt und runtergekommen. Aber kurz vor der Lodge teilt sich die Piste und führt zu einem kleinen Platz am Ufer. Wir hoffen, dort bleiben zu können.

Tja…..da hat der Chaco Lodge Besitzer Schloss und Riegel vorgeschoben.

Zufahrt geschlossen.

Dritte Lagune: abgehakt ✅

So kann´s gehen….

16 Uhr. Keine neuen Vorschläge mehr.

Was tun? Uns bleibt die Lagune, an der wir vor ein paar Tagen standen. Der einzige freie Platz, den wir finden konnten.

Also fahren wir die 30 Kilometer dahin zurück.

Müde und überhitzt kommen wir an.

Als wir die Markise ausrollen, verbrennen wir uns fast die Finger! Es geht nur noch mit Handschuhen, so heiß sind die Markisenstangen.

Wir hängen große Handtücher als Schattenspender auf. Aber das alles hilft nur wenig.

Heißer Wind wirbelt Staubwolken über die Lagune.

Die Sonne glüht, wir haben manchmal das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen.

Dankbar sehen wir dem Sonnenuntergang zu.

Endlich Schatten.

Wie war unsere Lagunenrunde?

Zwiespältig…

Heute waren wir in einer ganz besonderen Landschaft unterwegs. Wir haben viele wunderschöne Vögel gesehen, vor allem den Jabiru. Aber auch die anderen, die Waldstörche, Ibisse, Amazonasenten und und und….das alles begeistert uns sehr.

Etwas enttäuschend waren die Zäune. Keine Chance, irgendwo zu bleiben. Noch nicht mal auf einem Camping. Wir wollten eigentlich eine Woche bei den Lagunen verbringen und nicht nur einen Tag durchfahren.

Im Großen und Ganzen müssen wir einsehen, daß uns die suptropische, feuchte Hitze mehr und mehr belastet. Es wird definitiv zuviel, wir können das beide kaum mehr aushalten. Und die Temperaturen sollen steigen.

Und so beschließen wir heute, unsere Reise durch den Chaco zu beenden und nach Süden zu fahren. Auch wenn´s schwerfällt.

Wir können ja zu einer anderen Jahreszeit wiederkommen.

 

Es wird kaum kühler heute Nacht. Um uns herum beginnt das abendliche Zirpen, Zischen, Glucksen und Pfeifen der Nachttiere. Tagsüber ist es ziemlich still, aber in der Dunkelheit melden sich viele Tiere.

Und über uns leuchtet der allerschönste Sternenhimmel.

Unglaublich! Milliarden und Abermilliarden!

Liebe Grüße, bis morgen!

Julia & Martin

Drink positive!

Auf Instagram: Rappelkisteberlin

 

 

 

 

 

 

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