Paraguay – Salto Suizo, Mirian Mabel und Egon 13.01.2026 – 15.01.2026

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Nach unserem Bad im Mirian Mabel Pool wandern wir los zum Salto Suizo.

Ein sich selbst überlassener Weg führt in den Wald.

Der Leiter ist nicht mehr zu trauen, wir ducken uns nebendran durch.

Schmetterlinge um uns herum und zarte Blüten

Geduckt laufen wir durch grüne Tunnel aus Ästen und Zweigen

Dankbar für den Schatten.

Neben uns plätschert ein Bach

 

Wir hören ein leises Rauschen…..

Und dann, mitten im Wald, ragt diese hohe Felswand empor.

Wasser fällt, leicht wie ein Schleier, in ein kleines Rund, umgeben von Bäumen.

Salto Suizo

Ein Ort wie aus einem Märchen.

Gerade strahlt noch das Sonnenlicht über die Kante

Niemand da außer uns….wir sind wieder ganz allein…..

 

Hinein ins Vergnügen!

Mit 62 Metern ist der Salto Suizo der höchste Wasserfall Paraguays. Der Blick nach oben ist sehr beeindruckend.

 

Erfrischend und kühl, nicht sehr tief. Der Untergrund besteht aus durchgeweichten Zweigen, das ist etwas merkwürdig.

 

Langsam verschwindet die Sonne hinter der Felskante, der Pool liegt jetzt im Schatten.

Wir sind gerade noch rechtzeitig hierhergekommen.

 

Überall flattern die schönsten Schmetterlinge. Sie sitzen auf unserem Rucksack, landen auf Shirts und Mützen

und auf der Hand.

Wunderschöne Farben und spektakuläre Muster auf den Flügeln

So sieht die Oberseite aus: leuchtend und komplett anders

 

 

Wir beide: glücklich…..

Eine Weile sitzen wir auf den warmen Steinen und freuen uns, daß wir das alles ganz allein genießen können.

 

Dann wird es Zeit zu gehen

Noch ein Blick zurück auf diesen ganz besonderen Ort

 

 

Am Bach entlang. Dicke Astschlangen winden sich über den Boden und ringeln sich über den Weg.

Auf jedem Baum gedeiht eine Vielzahl an Pflanzen.

Sind das Pilze oder Blüten?

Staunend betrachten wir die riesigen Avocadobäume

Da sind wir schon wieder bei der Rappelkiste.

Nur schnell die Badesachen aufhängen, Getränke nachfüllen, dann wandern wir weiter.

Hinauf zu mehreren Aussichtspunkten.

Die Treppe führt hoch zum ersten Mirador: Anfiteatro

 

Naja, also „Anfiteatro“ ist vielleicht etwas übertrieben. Aber der Ausblick ist wirklich schön

Ein wenig weiter der Mirador Chacui.

Von hier geht es im Wald weiter hinauf

und wieder hinunter

und wieder hinauf, zum dritten Mirador

Die Aussicht ist bei allen drei Miradores ziemlich ähnlich. Aber natürlich trotzdem schön.

 

Eine Attraktion haben wir noch: die Grotte des heiligen Francisco.

Insektenschwärme tanzen im Sonnenlicht, wir wedeln uns durch. Bewundern die stachelbewehrten Bäume

 

Und bleiben erstaunt und sprachlos vor der Franziskus Grotte stehen:

Im Ernst jetzt?!

Das ist keine Grotte, das ist grottenschlecht!

Also manche „Sehenswürdigkeit“ wird aber wirklich kräftig an den Haaren herbeigezogen.

Wir müssen lachen und machen uns auf den Rückweg. Braune Falter schwirren um die Bananenstauden, nur zu entdecken durch ihre grell orangen Flügelränder

Ach, hier stehen wir wirklich schön…

 

Ein toller Tag mit so vielen Entdeckungen!

Unten beim Kiosko sitzt man mitten zwischen den Bäumen, zwei Dosen Pilsen-i läuten den Feierabend ein.

Zikaden zirpen, wir hören den Fluß und den Wasserfall rauschen, es ist wunderschön hier.

„Komm, wir holen noch zwei Pilsen-i!“

 

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Gleich früh morgens tasten wir uns wieder über die Wackelbrücke zum Pool

In diesen heißen Sommertagen gibt es kaum etwas besseres, als schon morgens in einem Wasserfallpool zu planschen

 

Unzählige Schmetterlinge stillen ihren Durst

Dieser Schimmer ist atemberaubend schön!

Schade, daß wir heute schon wieder zurück nach Melgarejo müssen.

Aber morgen früh ist Werkstatt Termin bei Egon, das schaffen wir sonst nicht rechtzeitig.

Adios, Salto Mirian Mabel….

 

Rappel schwankt vom Platz

 

Das erste Tiefhängkabel. Sieht auf dem Foto nicht so aus, aber wir passen wirklich nicht drunter durch.

Diesmal sind wir besser vorbereitet, ausgerüstet mit einem neuen, längeren Stock.

 

Der dicke Ast hängt immer noch im Weg. Vorsichtig fährt Martin an, die Astabweiser schieben den Ast nach oben. Ein übles knirschen und kratzen auf dem Dach….

Der Weg ist seit gestern noch mehr zugewachsen, oder?

Das zweite Tiefhängkabel

 

Und schon kommt die größte Herausforderung:

der schiefe Mast!

Jetzt zeigt mal, was ihr drauf habt, ihr Muskeln!!!

Hah!

Irgendwie ist der Rückweg immer kürzer als der Hinweg…..

Zurück in Melgarejo gehen wir noch im Super 13 Mercado einkaufen. Sie haben neue Lieferung bekommen:

Knax und Fasskraut nehmen wir mit. Wie sehr man sich über saure Gurken und Sauerkraut freuen kann!

Zurück am gleichen Platz im Park. Feierabend für heute.

Es ist brüllend heiß, wir sitzen im Schatten und denken sehnsüchtig an den kühlen Pool von Mirian Mabel zurück…..

 

Kein Lüftchen und auch nachts wird es nicht kühler…..wir schlafen nicht gut.

 

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8Uhr morgens, pünktlich stehen wir bei Egon vor der Werkstatt.

Los geht´s!

Martin baut die Staubremse aus. Die Halterung ist abgerostet und muss geschweißt werden. Egon schaut sich alles an, no problema, er muss nur noch mal kurz weg….

Inzwischen macht Martin mit kräftigen Hammerschlägen die festgebackene Bremse wieder gängig.

Egon kommt zurück, fährt nochmal los, kommt wieder….

Dann zeigt er Martin erstmal voller Stolz seinen Steyr. Er hat eine richtige Sammlung…

Geile Karre!

Mittagspause….uns läuft das Wasser aus dem Gesicht, es ist so wahnsinnig heiß…..

 

Egon macht sich an die Arbeit, es wird geschweißt, hurra!

Martin baut die Bremse wieder ein.

Rappel soll noch auf die Grube, Egon und Martin wollen noch eine Durchsicht machen.

Aber vorher muss Egon nochmal kurz weg….

Warten…..

So. Da ist er wieder. Martin fährt auf die Grube.

Von unten sieht Rappelkiste gut aus. Alle Leitungen, Schläuche, Dichtungen etc, alles okay.

 

Dann macht Martin die Entdeckung des Tages:

Er findet den Grund für das Knallgeräusch, das uns schon so lange beunruhigt!

Dieser kleine Selentblock in der Kabinenaufhängung ist abgeschabt.

Statt nur auf- und abwärts zu laufen, schlackert er von links nach rechts und schlägt bei jeder Bodenwelle an die Aufhängung.

Die Männer ruckeln mit vereinten Kräften am Fahrerhaus und ja! Tatsächlich, da kommt das Knallgeräusch. Hurra! Wir haben es gefunden!

So ein kleines Teil mit so lauter Wirkung!

Martin schlägt vor, den Block um 90Grad zu drehen. Gute Idee! Zwei Mechaniker machen sich ans Werk.

Damit ist das Knallgeräusch für´s erste weg. Aber wir werden einen neuen Selentblock brauchen.

Egon kennt einen guten Dreher. Alex spricht natürlich auch deutsch. So ist das hier in Paraguay.

 

Unser Werkstatttag bei Egon ist vorüber, die Reparaturen soweit erledigt.

Was kostet es? Egon meint: „Gebt, was ihr denkt.“

Oh, nein, so nicht!

„Du hast gearbeitet, du sagst, wieviel du dafür möchtest.“

Egon überlegt….“Insgesamt habe ich, glaube ich, nur eine Stunde an eurem Auto gearbeitet. Also 250.000 PYG.“

Perfekt! Das sind 30,-€.

Kurz vor 18 Uhr sind wir startklar und verabschieden uns, alle winken…

Ja, man sollte etwas Geduld und Zeit mitbringen. Aber wir fühlten uns sehr gut aufgehoben bei Egon und seiner Werkstatt.

Eine klare Empfehlung.

 

Zurück im Park schwitzen wir vor uns hin, die tropische Hitze wird langsam anstrengend. Immer nasse Klamotten. Abends steigen wir in klamme Betten und wachen in nassen Laken wieder auf.

Wir tropfen, unsere Haut reagiert zunehmend gereizt. Nonstop schütten wir Wasser in uns hinein, noch mehr geht nicht.

Sollen wir besser in die Berge rauffahren?

Aber dann wären wir schon wieder raus aus Paraguay. Und wir möchten doch noch so viel mehr sehen von diesem Land….

Nee, wir ziehen das durch mit der Hitze. Vielleicht gewöhnen wir uns ja dran…

Liebe Grüße, bis morgen!

Julia & Martin

Drink positive!

Auf Instagram: Rappelkisteberlin

 

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