24.12.2025, Heiligabend.
32°C im Schatten, 75%Luftfeuchtigkeit…..tropisch. Selbst nachts wird es kaum kühler….
Gleich neben unserem Stellplatz ist der große Swimmingpool, in dem wir uns morgens erfrischen können.
Viele Familien sind angekommen, Rauchschwaden steigen auf von den Asados.
Die Kinder planschen in den drei Swimmingpools oder spielen Fußball – in dieser Hitze!
Lustige dicke Hühner gackern über den Rasen
Nachmittags haben wir den großen Pool für uns. Unterstützt von einer Flasche kühlem Rosé wollen wir unser Weihnachtswünschevideo aufnehmen.
Der erste Versuch: noch etwas hölzern, okay nochmal….
Take zwei…drei…vier….fünf….mit jedem neuen Take werden wir lockerer, der Rosé tut das seine dazu….
Schon ganz gut, jetzt nochmal mit Ente!
Leider kapiert die Ente zunächst nicht was sie machen soll……
Nochmal, nochmal und nochmal…..Hui, der Rosé haut bei der Hitze gut rein. Entchen und Martin singen Weihnachtslieder….
Take neun….zehn…elf…..huiiii….jedesmal „Prost!“…..Seit einer halben Stunde probieren wir´s jetzt schon…..hicks!….
„Wir wünschen allen frohe Weihnachten!“
„CUT!“ Juhuhhh!
Jetzt haben wir nicht nur den Film im Kasten, sondern auch gut einen in der Birne. Ach, Poolweihnachten ist herrlich!
Zum heiligen Abend zaubert Martin uns einen köstlichen Kartoffelsalat. Veggievürstel habe ich gestern schon vorbereitet.
Ein ganz klassisches Weihnachtsessen.
Sehr gemütlich in unserer Rappelkiste. Im Radio dudelt Weihnachtsmusik….“🎶🎄🎶…Last christmas…🎄🎶“….
Wir erinnern uns an letztes Jahr, Weihnachten auf Falkland….was für ein Erlebnis!
Antarktis – Merry Christmas auf Falkland 24.12.2024
Merry Xmas ihr Lieben!
Frohe Weihnachten und guten Appetit!
Um Mitternacht gibt es eine Überraschung:
draußen knallen Böller.
Die Argentinier feiern Heiligabend wie Silvester. Mit Böllern, Gejubel und 🎶BoomboomPartymukke🎶.
Yeah….
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Den ersten Feiertag beginnen wir im Party-Piscina. Mit Rutschen, Kiosk und DJ🎶
Die Familien sitzen unter den Schattendächern, die Kinder planschen, Musik wummert.
Wir verziehen uns gleich wieder an unseren stilleren Pool, kein DJ, keine Leute, dafür aber heute mit Wasserfall!
Es ist brüllend heiß, die nächsten Tage verbringen wir einfach nur im Schwimmbecken oder unter der kalten Dusche.
Selfie-time….
Martin vereimert mich…
1….2….3……
tauchen und planschen
Mal kommt ein Regenschauer, wir bleiben dann einfach draußen, denn wir sind ohnehin immer patschnass von der tropischen Hitze.
Ein wenig Arbeit gibt es auch.
Ein Außenstaufach ist undicht, alles darin ist nass. Also alles ausräumen, waschen, trocknen. Unser Moskitozelt ist ebenfalls in dem Fach, wir bauen es zum trocknen auf. Das ist sowieso eine gute Idee, denn abends greifen sie an, die miesen, blutrünstigen Moskietsch….
Zur Dämmerung pfeifen, knistern und zirren die Zikaden ihr unheimliches, geheimnisvolles Lied. Wir sitzen im Zelt und zeigen den Mosquitos eine lange Nase.
Nachts „kühlt“ es auf 29°C, draußen kein Lüftchen, unsere Ventilatoren laufen nonstop
So vergehen die Feiertage, entspannt und glücklich
Fast eine Woche pendeln wir zwischen Pool, Dusche und Schatten hin und her. Ohne Pool können wir uns im Moment gar nicht vorstellen…..
Aber dann kommt der Tag: wir wollen weiter.
Mittags sind wir startklar, noch bezahlen und Tschüß sagen, dann rollen wir über die Rumpelpiste zurück nach Puerto Iguazu.
Runter zum Fährhafen. Heute setzen wir über: nach Paraguay!
Das fünfzigste Land, das wir kennenlernen werden. Wir sind sehr gespannt, was uns erwartet. Über Paraguay gibt es so gut wie keine Reiseliteratur. Dieses Land, als langweilig und kriminell verschrien, nehmen die meisten Overlander nur als Abkürzung nach Bolivien und hasten durch. Kaum Touristen….das klingt super für uns!
Auf den ersten Blick wirkt der Hafen winzig, eher für Ausflugsboote, nicht für eine Autofähre gedacht….
Wir fragen einen Mann, der uns eine Catamarantour anbietet. „Si, si!“ wir sind hier richtig! Er pfeift einen Officer heran: Aduana? „Si si!“ Aduana dort entlang.
Der Grenzposten besteht aus mehreren wohnwagenartigen Containern.
Total cool. Pässe aus dem Autofenster halten, Stempel, zack!
Steil geht der Weg hinab zum Ufer. Dort kaufen wir in einer Bude die Tickets, etwas unter 20,-€ für alles.
Dann Aduana, rauf zu einem parkenden Kombi. Auf der Ladefläche sitzt der Beamte. Er schaut auf unser TIP, reicht Martin die Hand -„buen viaje!“ Das war´s!
Supertolle Grenze, mega entspannt und supernette Officer!
Wir rollen hinab zum Rio Paraná, dort wartet die Fähre.
Die Fährmänner beginnen gerade ihre einstündige Mittagspause…….
Nun denn, dann essen wir auch mal was…..
Halb zwei, es geht los….
Eine biltzneue Monsterbrücke überspannt den Rio Paraná, dort soll in Zukunft der Grenzübergang sein. Die Fährfahrt wird dann wahrscheinlich eingestellt.
Paraguay!
Zuerst die Strasse rauf, dann versuchen, am Strassenrand zu parken. Die Migracion befindet sich in einem schäbigen Container mit Fenster, über eine Treppe zu erreichen.
Ohne Probleme…zack, Stempel….90 Tage Aufenthalt.
„Welcome to Paraguay!“
500 Meter weiter die Strasse rauf parken wir vor der Aduanabaracke. Im Internet kursieren mehrere Horrorstories, daß Leute nur 30 Tage Aufenthalt für ihr Auto bekommen haben. Spannend.
Rein in das eiskalt klimatisierte Gebäude, Kälteschock!
Eine große Halle, durch brusthohe Mäuerchen unterteilt. Ein paar Leute hängen rum, trinken Kaffee. Zwei Rolli-Fahrer starren auf einen großen Computerbildschirm ohne Ton. Vielleicht lesen sie was….
Hinten winkt uns ein Officer. Sein Kollege guckt Videos auf dem Hendi.
Erste Frage: „de donde son?“ Woher kommt ihr?
„Alemania.“ „Ahhh…“ sagt der Officer „alles gut?“
„Alles gut, höhö…“ murmelt der Kollege.
Ja, alles gut, versichern wir, während wir die Papiere überreichen.
Die Computertastatur klackert, es wird getippt. „Wieviel Tage soll ich für euer Auto eintragen?“ werden wir gefragt.
„Noventa / Neunzig?“ fragen wir schüchtern zurück….
„Okay!“ Klacker, klacker, ausdrucken, unterschreiben, fertig!
„Buen viaje!“
No problema!
Wir sind drin! Holá Paraguay!
Vorbei am neuen Grenzgebäude. Das wird schick, ist dann aber vielleicht nicht mehr so gemütlich…
Der erste Eindruck:
es gibt anscheinend ein Müllproblem. Vielleicht liegt´s aber auch an den Feiertagen.
Die Strassenschilder sind etwas undeutlich beschriftet…
Insgesamt wirkt auf den ersten Blick alles etwas spartanischer, als in den anderen südamerikanischen Ländern, die wir bereits kennen
Ein paar Kilometer weiter entern wir den Gran Via Mercado. Vor der Tür steht ein Wachmann mit schusssicherer Weste und schwerer MG.
Oh….ist es hier doch so kriminell? Das ist doch nur ein Supermarkt und keine Bank….
Die spannende Frage für uns:
was haben wir in den kommenden Monaten für ein Warenangebot zu erwarten?
Erster Indikator: Obst und Gemüse
Traumhaft!
Und die Getränkeabteilung?
Jippieh!!
Es gibt Nudeln, Saaten und Tierfutter zum Selbstabfüllen
Alles sauber und gepflegt, ein Traum!
Und sehr günstig!
Also, die Versorgung ist bestens gesichert.
Jetzt hinein in den Trubel. Um zum Tati Yupi Park zu kommen, unserem ersten Ziel in Paraguay, müssen wir Cuidad del Este durchqueren.
Buntes Vorstadtleben, etwas chaotischer Verkehr, aber die Leute wirken alle sehr entspannt….
Die Obstkisten dienen auch als Haus….
oder man wohnt in Zelten…
Hübsche Busse
Wir erreichen das Zentrum.
Eine einzige Katastrophe!
Es geht nur noch zentimeterweise vorwärts oder gar nicht mehr. Wir stehen ewig im Stau. Polizisten rudern mit den Armen, pusten in ihre Trillerpfeifen. Von allen Seiten schieben sich Fahrzeuge in Zeitlupe vorbei, klemmen uns ein, ein totales Verkehrschaos.
Wir versuchen einen Umweg, der alles nur noch schlimmer macht.
Abbiegen nach links ist überall verboten, aber wir müssen doch nach links!!!!
Ein Polizist fragt, ob wir nach Brasilien wollen? Nein! Nach links!! Er winkt uns durch, nach links – in eine superenge Einkaufsmeile.
Buden und Kioske auf dem Mittelstreifen. Große Müllhaufen, Leute, Mopeds, Chaos.
Rechts, eine handbreit neben unserem Spiegel, Wellblechdächer. Darunter Miniläden, nicht größer als 3qm. Ich könnte den Ladenleuten die Hand geben, so eng ist das. Wir plaudern nett durchs Fenster „Todo bien?“ „Muy lindo camion!“ während Martin völlig gelassen unsere Rappelkisten-Riesin Zentimeter für Zentimeter vorwärts bewegt.
Das hier erinnert uns beide an Basra im Irak, nur das da noch megafonlaut die Waren angepriesen wurden.
Grenzerfahrung: Basra, Ausreise Irak und Einreise Kuwait 23.11.2022 – 24.11.2022
Jetzt kommen auch noch diese Jungs mit ihren Monsterkartons und wollen unbedingt an uns vorbei…
Schaffen sie auch! Hätt ich nicht gedacht!
Wie immer sind alle entspannt und fröhlich.
Die Polizisten sind hoffnungslos verloren inmitten des Chaos, da hilft auch kein Trillern mehr. Irgendwann gehen sie einfach weg. Aufgegeben.
Eine Stunde brauchen wir durch diese Gasse, dann fädeln wir uns durch den Kreisel zur Hauptstrasse und sind endlich wieder auf Kurs!
Hallelujah!
Kilometerlang stehen die Lkws in der Warteschlange zur brasilianischen Grenze. Auch sie müssen mitten durch die Stadt.
Das wird dann wirklich besser mit der neuen Grenzstation.
Geldwechsler sitzen auf Plastikstühlen am Strassenrand und zählen dicke Geldbündel.
Geschafft! Cuidad el Este liegt hinter uns, wir sind froh.
Inzwischen ist es viel zu spät, um bis nach Tati Yupi zu fahren. Die nächste Tanke wird unser Nachtplatz. Ein Aufpasser mit Flinte ( ob die überhaupt echt ist? ) weißt uns einen Platz im Laternenlicht und möchte Geld dafür.
Wir geben ihm 10 BrasilRS, Paraguay Guaranis haben wir noch nicht.
Müde, kaputt. Angekommen.
Jetzt nur noch kochen, essen und schlafen…
Liebe Grüße, bis morgen!
Julia & Martin
Drink positive!
Auf Instagram: Rappelkisteberlin

































































































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