Berge,Seen und der Rücksturz nach Deutschland

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Wir starten mittags in Regen und Gewitter, dabei fällt uns auf, daß bei so starkem Regen die Dichtung oben an der Fahrertür versagt, Martin wird nass. Suboptimal!

Bei Sisteron hört es endlich auf zu regnen, wir würden gerne anhalten und uns die schöne Stadt ansehen, aber der winzige offizielle Stellplatz ist belegt. Außerhalb des Ortes fahren wir an ein Flussufer unter eine Brücke – hm, ginge, aber irgendwie ist es nicht so ganz das Richtige. Und so kommt es, daß wir noch ein gutes Stück weiterfahren, weiter, als wir geplant hatten und schließlich am Lac Mison auf einem Picknickplatz landen.   

Die Landschaft ist von Obstplantagen und Feldern geprägt. Am Horizont erheben sich 3000 – und 4000 Meter hohe schneebedeckte Gipfel.

Im Lac Mison ist das Schwimmen verboten. Der Grund dafür ist uns unklar. Schade! Ein Vater und sein erwachsener Sohn kommen an, zum Angeln. Wir geraten schnell ins Gespräch und der Mann erzählt uns begeistert und wehmütig von den sensationellen Gebirgspisten, die sie hier bis vor kurzem immer mit dem Unimog der Feuerwehr bezwungen haben. Geniale Angelplätze oben an den Seen! Und hier baden! Jetzt ist das alles verboten: „Ecologie, Ecologie, pah!!“ Wir bedauern das auch sehr, spektakuläre Gebirgspisten hätten uns auch sehr gut gefallen…..

Morgens nach einem Spaziergang um den See bei herrlichstem Sommerwetter

   

brechen wir auf, noch weiter in die Berge der Haute-Provence hinauf.

Die Berglandschaft ist sensationell, die Serpentinen auch, die Fahrt ist einfach wunderschön! In Tallard füllen wir nochmal den Kühlschrank und fahren dann nach Rochebrune, wo es drei kleine Seen geben soll.

Volltreffer! Wir entscheiden uns für den mittleren See, passen perfekt in eine kleine Parkbucht unter Schattenbäumen.

 

Es ist mittlerweile sehr heiß geworden, 32°C stehen auf dem Thermometer, und das in den Bergen! Vor unserer Rappelkiste haben wir eine Art kleine Terrasse mit Seeblick. Wir stürzen uns in die Fluten, der See hat eine sehr angenehme Temperatur, schön abkühlend aber nicht zu kalt. Sehr erfrischend! Am Seeufer steht eine kleine Seebude/Bar mit sehr freundlichen Leuten. Abends sitzen wir auf unserer Terrasse, der Blick geht über den See auf ein paar Berge, hinter denen die Sonne untergeht und den See in leuchtendes Rot taucht….

Alle Tagesgäste sind längst fort und wir sind ganz allein hier. Es ist so ein warmer, sternenklarer Abend und sehr spät in der Nacht gehen wir nochmal im Mondlicht schwimmen, einfach phantastisch!

Schnell merken wir: wir können uns von diesem Platz nicht trennen. Längst wollten wir weitergefahren sein, noch ein paar andere Seen wollten wir entdecken, aber warum weiter, wenn es so perfekt ist?

Die Tage vergehen mit Sonnenbaden, Schwimmen, Seebudenbesuch und den schönsten Abenden auf unserer Terrasse. Eines Abends holen wir gerade Pommes frites von der Bude fürs Abendessen, als ein unglaubliches Gewitter losbricht!

Wir rennen zurück zur Rappelkiste, halten eine Hand schützend über die Pommes. Klatschnass kommen wir an und sehen: hoppla! Die große Dachluke über unserem Bett steht sperrangelweit auf! Oje, schlafen wir heute Nacht in einem Wasserbett? Ganz so schlimm ist es nicht, nur die Bettdecken sind teilweise nass, das geht schon. Das heftige Gewitter tobt sich über uns bis 4 Uhr morgens aus, bleibt zwischen den Bergen hängen. Der Donner kennt keine Pause und die Blitze erhellen den Himmel wie ein Stroboskop!

Die Wolken hängen morgens noch in den Bergen, ansonsten ist der Himmel unschuldig blau und das Wetter sonnig und heiß.

Eine Woche geht so schnell vorbei, jetzt müssen wir aufbrechen, ob wir wollen oder nicht. Wir haben noch einiges an Strecke vor uns und der 90te Geburtstag von Martins Mutter ist schon nah. Da wollen wir dabei sein. Außerdem ist unser Kühlschrank wieder leer und so verabschieden wir uns schweren Herzens von diesem schönen See.

Lange gerade Strassen und steile Serpentinen wechseln sich auf unserem Weg nach Grenoble ab, die Dörfer sehen hier schon sehr nach harten, kalten Wintern aus. Die Landschaft ist spektakulär, grüne Wiesen, Wälder, gewaltige Berge im Hintergrund.

 

In Grenoble kommen wir abends an und wollen auf den offiziellen Stellplatz in einem kleinen Gewerbegebiet in Fontaine/ Sassenage. 500 Meter vor dem Stellplatz ist die Strasse plötzlich für Fahrzeuge über 3,5t gesperrt. Was soll das? Wir ignorieren das Schild, fahren zum Platz. Hier nochmal groß und nicht zu übersehen, ist die Zufahrt über 3,5t auf den Platz verboten! Es ist schon spät, wir beschließen, eventuellen Diskussionen berherzt ins Auge zu sehen und parken gemütlich unter den misstrauischen Blicken anderer Riesenmobilfahrer ein. Ungestört und ruhig verbringen wir die Nacht.

Eine wunderschöne Strecke durch eine Schlucht haben wir uns für den nächsten Fahrtag ausgesucht, leider ist sie über 7,5t gesperrt. Das nervt jetzt langsam schon ein bißchen. Wir probieren andere Zufahrten, keine Chance! Überall die Verbotsschilder. Gut, dann eben weniger sensationell, andere Wege sind auch schön!

 

Die Strecke führt durch wellige, hochgrasige Wiesen, wunderschön! Auf der rechten Seite steigt plötzlich ein großer Greifvogel aus der Wiese auf und quert vor uns die Strasse. In seinen Fängen hängt ein unglückliches, kleines Wiesel! Er kann nicht schnell genug an Höhe gewinnen, Martin sagt: “ Au, das wird knapp!“ Das denkt sich auch der Vogel und lässt das Wiesel genau vor unserem LKW fallen! Das kleine Tier schaut sich total schockiert nach links und rechts um, als es auch schon unter unserem Steyr verschwindet und wir nur noch hoffen können, das es sitzengeblieben und nicht losgelaufen ist! Glück gehabt, abends, bei der späteren Reifenkontrolle können wir keine Wieselreste entdecken. Das Wiesel ist noch mal davon gekommen!

Wir kommen an die Rhone ( ich weiß, eigentlich heißt es nicht die Rhone sondern der Rhone, aber das geht irgendwie nicht….) und in Seyssel finden wir einen Wohnmobilistentraum: direkt am Rhoneufer, mit noch etwas Platz für Tisch und Stühle darf man ganz offiziell stehen. Ein kleiner Park, ein kleiner Badesee und eine große Rhonebucht für Wassersport befinden sich hier, das Ganze kostenlos mit Wasser und Entsorgung. Nur etwas Glück muß man haben, so ein Platz ist sehr beliebt und nur mit viel Glück gibt es eine Lücke zwischen den vielen anderen Wohnmobilen. Wir bleiben zwei Nächte, verbringen den Tag erst im schönen, alten Städtchen, dann mit unseren SUP´s auf dem Wasser und würden unseren Aufenthalt hier so gerne noch ausdehnen

   

Aber schon sind wir wieder reisefertig, denn wir haben einen Termin beim Steyrspezi in der Schweiz!

Bei unglaublicher Hitze sausen wir durch die Schweiz, treffen uns mit Dani, dem Spezi, und fahren dann noch am selben Tag weiter nach Breisach, wo wir überraschenderweise nette Gleichgesinnte treffen. Kaum angekommen, kühlen wir uns erstmal bei einem Bad im Rhein ab.

Nach fast 5 Monaten Rappelkistentestfahrt Staffel 1 sind wir zurück in Deutschland. In den kommenden Wochen werden wir Freunde und Verwandte besuchen, schließlich noch einen Abstecher nach Polen machen, wo wir Arno und Waltraud aus Roquetas de Mar wiedertreffen werden. Erst Ende August geht es nach Berlin, nach Hause.

Ein paar Dinge werden wir an unserem Ausbau ändern. Über unser Testfahrtresumee und die anstehenden Arbeiten berichten wir demnächst,

bis bald, viele Grüße

Julia & Martin

Drink positive!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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