Besuch bei Freunden

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Der Reiseproviant ist vorbereitet, um 10 Uhr stehen wir am Hafen von Ancona und holen unsere Tickets. Ich suche meinen Rucksack für die Fähre. Verschwunden. Zuhause vergessen? Im Paralleluniversum? Ich hatte den doch dabei…..tja, weg. Taucht schon wieder auf. Kaum stehen wir in der Wartespur vor der „Europa Palace“ , da geht´s auch schon los.

Unsere Kabine ist wieder ein fensterloses Kämmerchen, naja, daran gewöhnen wir uns jetzt auch. Die See ist ruhig, wir legen pünktlich ab. Ein Marienkäfer ist an Bord und wandert nach Griechenland aus.

Schiff ahoi! Prost! Ciao Italia!

Herrliches Wetter während der gesamten Überfahrt.

Pünktlich erreichen wir Patras. Diesmal brauchen wir das PLF Einreiseformular nicht mehr. Stattdessen verzögern Stichproben die Hafenausfahrt. Aus jedem 2. Auto werden Leute zum Corona-Test gebeten, Martin auch.

Was kostet denn der Diesel? 1,85€. Hurra! Davon kaufen wir ein paar Schluck für die durstige Rappelkiste.

Unterwegs sehen wir eine fröhliche Trachtengruppe.

Elea selbst empfängt uns mit Blumenwiesen und überraschten Freunden. Große Wiedersehensfreude überall! Wie schnell 7 Wochen vergehen….länger waren wir nicht weg.

Am späten Nachmittag lodert das Lagerfeuer und wir erzählen uns das Neueste vom Neuesten.

Die Wasserhähne in Elea wurden schon vor längerer Zeit abmontiert. Inzwischen haben irgendwelche Pappnasen versucht, die verbliebene Wasserleitung anzuzapfen und sie so lange verbogen, bis sie gerissen ist. Nun läuft das Wasser ununterbrochen über den Platz. Ein großer See ist entstanden. Sehr schlau! So hinterlassen Camper den denkbar schlechtesten Eindruck. Verdammt nochmal.

 

Eisiger Nordostwind aus den Schneebergen, von Frühlingstemperaturen ist nichts zu spüren. Wir wandern durch die Olivenhaine bergauf. Über Pigadoulia, den Kamm entlang durch den Wald. Die Prozessionsspinnerraupen prozessieren in langen Reihen. Die ersten Lämmer sind da, alle Blüten sind bereit für den Frühling.

Steil bergauf und steil bergab, nach eineinhalb Stunden wandern sitzen wir vor Maria´s Taverne und schlürfen Kaffee.

 

 

Ein paar Reparaturen, Kleinigkeiten, werden erledigt, irgendetwas ist ja immer. Wir jagen ordentlich Druckluft durch unsere Abflüsse, jetzt läuft´s wieder flott. Brot backen, ein Schwätzchen halten, draußen essen, jeden Sonnenstrahl nutzen, bis uns der Eiswind die Teller vom Tisch fegt. Und zur blauen Stunde treffen sich alle bei Maria´s Taverne. So verbringen wir die Zeit.

Es geht zum einkaufen. Heute mal mit Fahrerin, was viel zu selten passiert. Ich müsste mehr Fahrpraxis bekommen. Sitze aber zu gern daneben….

 

Sonnenblumenöl kostet plötzlich 2,50€ der Liter. Angeblich sind in Spanien Lebensmittelgeschäfte ausverkauft und schließen. In Deutschland wird wieder Mehl, Nudeln und Clopapier gehamstert. Es wird von Dieselrationierung in Ungarn gemunkelt. Gar von einer drohenden Hungersnot getuschelt. Es klingt unglaublich. Alles ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine.

Immer noch eisige Temperaturen. Alle sitzen in dicken Jacken dicht um die Feuertonne. Wir haben Apfelkrapfen gebacken, Glühwein wär jetzt schön….oder heißer Eierlikör mit Sahne wie auf der Skihütte….mmmmmhhhh….

Und was bringen Sylvia und Alfred mit? Einen kleinen Kocher, Eierlikör und Schlagsahne! Ich freu mich riesig!!

 

 

Ein Spaziergang vorbei am Bootswrack darf nicht fehlen. Tief eingesunken und zerlegt, bald ist nichts mehr übrig….

 

Wolfgang kommt zu Besuch. 3 Jahre ist es her, das wir gemeinsam monatelang durch Marokko getourt sind – link:   Rauchzeichen

Seitdem haben wir uns nicht mehr gesehen. Als hätte es die 3 Jahre nicht gegeben: wir knüpfen einfach dort wieder an, ganz große Klasse!

 

Eine Woche! Haben wir uns ganz fest vorgenommen! Nur eine Woche Elea, dann fahren wir weiter! Die Woche ist jetzt schon vorbei….

Da legt sich der Wind und es wird Sommer…..Himmelblau über Aquamarin…..da können wir doch noch nicht losfahren! Wir verlängern die Woche…

Zeit für unser Lieblingsrestaurant. Mit der Dax sausen wir über die Staubstrassen nach Kakóvatos. Gut, daß wir so früh dran sind. Eine halbe Stunde später ist jeder Tisch besetzt. Es ist Nationalfeiertag.

„Können wir nicht von Piräus über irgendeine Insel weiter in die Türkei reisen?“ fragt Martin nach dem Essen. Eine Bootsfahrt in die Türkei! Klasse Idee! Das werden wir jetzt mal herausfinden.

 

Wolfgang lässt uns seine Waschmaschine nutzen.

So sieht eine himmelblaue Stunde aus…

Abends lodert das Strandholz in der Feuertonne.

Wolfgang veranstaltet einen Filmabend über die Marokkotour 2017 von Brigitte und ihm. Erinnerungen an unsere gemeinsame Reise 2019 werden wach.

Bei Ingrid verbringen wir einen wunderbaren „Prosecco Abend“.

 

Ende März. Wir haben viel vor, es wird Zeit.

„Meine Kristallkugel sagt, daß ihr noch länger bleibt“ behauptet Tobias.

„Schmeiß das Ding weg! Die Rappelkiste läuft gerade warm, wir kommen auf Abschiedsrunde!“ sagen wir.

So sehr wir die fröhliche Gesellschaft unserer Freunde und das Leben in Elea am Strand auch lieben, nach 2 Tagen Verlängerung brechen wir auf, mit Wehmut im Herzen.

Noch ein Gruppenfoto, wie damals in Marokko.

Dann heißt es „Auf Wiedersehen!“

Der Umweg nach Elea hat sich so sehr gelohnt, vor allem wegen euch, ihr Lieben. Danke euch für die wunderschöne Zeit!! Irgendwo und irgendwann treffen wir uns wieder, ganz sicher.

 

 

Wir starten Richtung Tripoli. Beide grinsen wir vor uns hin. On the road again! Wir freuen uns, wieder unterwegs zu sein.

Große Teile der Strecke kennen wir schon, ein bißchen was neues kommt dazu. Zuerst geht es rauf, rauf, rauf….dann geradeaus, geradeaus… und schließlich wieder runter….

Da hinten beim Kraftwerk sind wir mal unverhofft mitten übers Werksgelände gefahren…..link: In die Berge – zum Megálo Toúrla

Durch Tripoli durch und über die nächsten Berge nach Osten Richtung Argos.

 

Ob die Bootsfahrt in die Türkei klappt, ist noch nicht sicher. Von der Insel Chios soll es eine Fähre nach Cesme geben. Aber bis jetzt erhalten wir nur vage Auskünfte. Müßte, könnte, sollte gehen. Wir forschen weiter.

Vor uns liegt der argolische Golf, wir kurbeln hinunter zum Meer. Wolfgang hat uns da was erzählt, von einem ganz besonderen Ort…..

 

 

Unten angekommen schwenken wir Richtung Myloi und suchen…..da! Halt! Zwischen den Bäumen….

Durch den Wald steigen wir über alte Schienenstränge. Die Bahnstrecke wurde Anfang 2011, während der großen Krise, stillgelegt. Griechenland musste harte Sparauflagen der EU erfüllen. Seitdem stehen hier die Loks still.

 

Aber nicht nur die zwei Dieselloks, da vorne stehen mehrere Dampflokomotiven, traumhaft schön.

Wir schauen uns um und klettern rein….

Ein wunderschöner „verlorener Platz“

Aus dem großen Lokschuppen fährt gerade eine Dampflok, mitten in der Bewegung festgerostet, für immer?

Im Schuppen ist noch eine, wir gehen mal rein

Die Bremsen sind fest, Bäume verschlingen einzelne Teile, wieviel Tonnen Stahl rosten hier vor sich hin?

Mehr als eine Stunde streifen wir umher, völlig verzaubert von diesem Ort.

Dann wandern wir langsam durch den Wald zurück zur Rappelkiste. Jetzt brauchen wir nur noch einen schönen Platz zum Übernachten für heute. Und wir wissen auch schon, wohin….

Bis bald, liebe Grüße!

Julia & Martin

Drink positive!

Auf Instagram: Rappelkisteberlin

 

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