Feiertage

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Ein paar Tage vor Weihnachten. Von Elea sausen wir los Richtung Patras, nächtigen wenige Kilometer davor bei festlich geschmückten Tavernen.

Früh morgens fahren wir in die Stadt zum Waschsalon, hängen anschließend unseren Wohnraum bis ins Bad voll mit feuchter Wäsche. Während der Fahrt wird das doch trocken, oder? Die Fährfahrt nach Andirrio auf´s Festland verläuft ruhig, kein Geschaukel diesmal. Unser Tagesziel ist Etoliko, am frühen Nachmittag kommen wir dort an, aber es regnet, nö, dann metern wir noch ein bisschen. Das Acheloosdelta ist schnell durchquert, eine Bergstrecke überwunden, da liegt schon Astakos vor uns, von hier sind es nur noch 35 Kilometer bis nach Mytikas….. das schaffen wir noch vor der Dunkelheit. Unser schöner Hafenparkplatz vom letzten Mal ist frei, so, als hätte man uns bereits erwartet. Perfekt! Im Wohnraum bahnen wir uns einen Weg durch den noch leicht feuchten Wäschedschungel. Bis morgen wird er wieder im Wäschesack verstaut.

Der Plan ist, direkt zur Weihnachtsbucht zu fahren und unsere Freunde dort zu erwarten. Aber wir haben da noch was offen… beide können wir das Restaurant mit dem Kaminfeuer in Prevezza nicht vergessen. Wir wollten da doch mal essen gehen…. sind nur 50 Kilometer…. also nix wie hin. Morgens wieder die Wäsche aufhängen, durch den Tunnel 1,6 Kilometer unter dem Meer durchfahren und schon stehen wir wieder im Hafen von Prevezza und spazieren in die Stadt.
In der Altstadt ist das Weihnachtsfieber ausgebrochen. Alles glitzert und blinkt, Santa Claus, Weihnachtswichtel und Elfen turnen durch die Schaufenster, geschmückte Tannenbäume stehen vor den Cafés, die Fenster sind mit Schneespray besprüht, Weihnachtslieder berieseln die kleine Einkaufsstrasse, Stimmung!! Die Griechen sitzen vor den Lokalen und sind in bester Partylaune, wir schließen uns an!

Später, 20 Uhr im Restaurant, im Kamin lodern die Flammen, die griechische Folkloremusik ist gnadenlos laut, wir haben einen schönen Tisch direkt am Fenster. Noch sind wir die einzigen Gäste, wir lassen uns Zeit, bestellen nach und nach und genießen unser köstliches Essen. Gegen 21:30 Uhr füllt sich das Lokal, innerhalb von kürzester Zeit ist jeder Tisch besetzt. Musiker tragen Instrumente herein, es soll noch LiveMusik geben. Erstmal Boxen aufbauen und Kabel verlegen, dafür müssen die Gäste wieder aufstehen, Stühle und Tische werden verrückt, es beschwert sich niemand. Anschließend Soundcheck: die schallende Folklore und das laute Stimmengewirr der Gäste muß dafür noch übertönt werden. Zwischendurch wird Essen serviert. Eine Megageräuschkulisse!
Keine Ahnung, wann die Band angefangen hat zu spielen, um 23 Uhr geben wir auf. Glücklich wandern wir durch die nächtliche Glitzerwelt zurück zur Rappelkiste, der Abstecher nach Prevezza hat sich gelohnt.

Vierter Advent: über Südeuropa zieht ein schweres Unwetter, daß auch uns trifft. Wir haben uns mit Melomakarona, dem traditionellen griechischen Weihnachtsgebäck, eingedeckt und verbringen den Tag in der gemütlich warmen Rappelkiste, während draußen der Wind heult und Bäume verbiegt.

Weiter geht´s am nächsten Morgen, zur Weihnachtsbucht! Erst durch die Baustelle mit den absurd vielen Richtungspfeilen, dann über Land, grün leuchten die Wiesen vor dem trüben Himmel, nach einer Stunde Fahrt sind wir schon da. Warm verpackt sitzen wir draußen vorm Steyr, es ist grau und kalt, dann fallen erste Tropfen, okay, wir gehen besser rein. Exakt in der Minute, in der wir alles verstaut haben und die Sheltertür schließen, bricht ein heftiger Hagelsturm los! Hagelkörner prasseln auf das Dach, ein unbeschreiblicher Lärm! Nach 10 Minuten ist alles schon wieder vorbei, aber wir bleiben lieber drinnen.

Spät in der Dunkelheit erleuchten plötzlich superhelle Scheinwerfer die tiefschwarze Nacht. Motorengeräusche……wir sehen aus dem Fenster……..drei Fahrzeuge kommen den Weg herunter zu unserem Steyr gefahren….…..unsere Freunde sind da!!

Große Freude, schnell wird eine Wagenburg gebaut und wir sitzen zusammen am Lagerfeuer.

Also nicht ganz, denn wir sitzen eigentlich zusammen am patschnassen Feuerholzhaufen. Der gesamte Grillanzünder von Tina & Ronny wird erfolglos ausgeschüttet und angezündet. Holz brennt nicht. Zweiter Versuch: unsere gewachsten Holzspäneanzünder – Holz brennt nicht. Diesel vielleicht? Natürlich nicht, Diesel riecht man nur, der brennt aber nicht. Okay, dann Benzin: für unsere Blondie, die Honda Dax, haben wir immer was dabei. Kurzes, sehr heftiges entflammen, ohoo…!!!! Dann ist alles wieder dunkel. Der letzte Versuch gelingt dann: Ekki legt eine LED Lichterkette auf das Holz, damit sind wir sehr zufrieden und sitzen bis spät in die Nacht am „Lagerfeuer“. Gegen 1 Uhr beginnt es wieder zu tröpfeln, alle packen langsam zusammen, es tropft mehr, wir verpacken schneller, noch mehr Tropfen…. schließlich bekommen wir alle noch einen satten Schwung Hagelkörner auf den Kopf und retten uns in die Wagen!

24. Dezember, bei strahlendem Sonnenschein klingt Bing Crosby´s „Walking in a Winter Wonderland“ aus den Boxen, die Hunde spielen, wir schmücken die Autos, setzen spezielle Brillen und Mützen auf. Wir machen zusammen Musik, bereiten Essen vor, plaudern hier und da. Weihnachtsabend: an der großen Tafel speisen wir gemeinsam fürstlich, der Grill hängt über echtem Feuer, es gibt Geschenke! Überraschung: auch für uns! Den grünen Flaschengulp und einen sehr guten Rotwein. Später am Lagerfeuer kommt leichter Wind auf, er läßt den Feuerrauch kreiseln, verwandelt die Umgebung in eine Freilufträucherkammer, wir alle duften bald nach Räucherspeck. Fröhliche Weihnachten!

Sonnenschein verwöhnt uns während der Feiertage, wir bräunen in den Liegestühlen, die Jungs basteln irgendwas an den Autos, Ronny Cash spielt ein paar Songs für uns. Wir starten die Drohne, ich möchte eine tolle Filmsequenz rückwärts machen, über die Bucht hinweg und dann aufwärts über die Berge…..

Und da passiert´s: plötzlich ertönen panische Piepsignale – – es folgt die Meldung „Propeller verloren“ – – fassungslos sehe ich die letzten Kamerabilder meines geliebten Flugspielzeugs…….trudelnd stürzt sie durch die Äste eines Baumes auf den steinigen Boden…..ich hab sie direkt in den Baum geflogen….


Die Rettungsmannschaft macht sich auf den Weg, das Display zeigt die Absturzstelle, nach einer guten halben Stunde schweißtreibender Kletterei sichten wir die Positionslichter des kleinen Fliegers unter einer großen Steineiche. Das Gehäuse ist an zwei Stellen gebrochen, hält aber noch, die Kamera sieht unversehrt aus, überhaupt hat sie den Absturz anscheinend gut überstanden. Sehr stabil gebaut.
Unten im Tal starte ich sofort wieder, bis auf eine Fehlermeldung, die unteren Sensoren betreffend, fliegt meine Kleine anstandslos und munter wieder durch die Lüfte, hurra!!!

Alles wieder gut, Zeit für das große Crossgolfturnier, die „Weihnachtsbucht Open“. Der Parcour durch die Bucht wird abgesprochen, Ronny, Benni und ich sind im ersten Team. Konzentriert versenken wir die Bälle abwechselnd im Gebüsch oder am Strand und müssen sie da wieder rausbekommen, aber wir treffen auch die verabredeten Ziele, jeder Schlag zählt – am Ende gewinnt Ronny.

Zweites Team: Josie, Tina und Ekki. Ein spannendes Stechen am Ende zwischen Josie und Ekki, das er für sich entscheiden kann. Endspurt: Ronny, Ekki und Martin, der Meister wird ausgespielt, ein harter Wettkampf!

And the Winner of the first „ Weihnachtsbucht Open“ is…Ronny!

Drei tolle Tage mit Musik, Lagerfeuer, Sport, Spiel und Spannung vergehen so schnell, schon heißt es wieder Abschied nehmen. Wir hätten uns keine schöneren Feiertage wünschen können, danke euch allen von Herzen!


Gemeinsam starten wir die Motoren, für uns geht die Reise zurück nach Patras. Dort in der Nähe wartet etwas ganz Besonderes auf uns: Freunde von zuhause kommen zu uns Silvester besuchen!
Bis bald, liebe Grüße!

Julia & Martin

Drink positive!

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