Paraguay – Gran Chaco: Flaschenbäume und Tapire 24.01.2026 – 25.01.2026

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Ein Morgenhimmel in Rosé.

Bis mittags kann der Shelter die Nachtkühle einigermassen halten.

Dann wird es schnell unerträglich. 38°C, mindestens 90% Luftfeuchtigkeit. Schwer auszuhalten, wenn man es nicht gewöhnt ist.

Wir hängen schlaff auf den Liegestühlen im Schatten der Markise, bewegen uns möglichst wenig und schütten hektoliterweise Wasser in uns hinein. Manchmal weht kurz ein warmer Lufthauch, das schafft für eine Minute Erleichterung.

 

Gegen 17:30 Uhr wird es etwas angenehmer und wir können einen Spaziergang um die Lagune machen

Der Boden ist rissig und weich

Tief eingesunkene Spuren von Tieren, undefinierbar. Hunderte goldglänzende Libellen sirren durch die Luft

Dickfleischige Pflanzen trotzen der Trockenheit, dicke Bienen kramen in den Blüten nach Pollen.

Zwischen den Büschen entdecken wir neue Spuren…

Ein Schwarm Pfeifgänse zieht über uns hinweg. Ihre Flügelschläge sind fast synchron.

Im hohen Gras am Ufer stehend, schauen wir über das flache Salzwasser.

Eigentlich ist jetzt Regenzeit, das Wasser sollte viel höher stehen und weniger salzig sein.

Das Ufer ist blubbrig, schlammig, das Wasser eine algige Salztunke. Wenn die Lagunen so trocken sind, liegt der Salzgehalt ungefähr so hoch wie in den Ozeanen.

Trotzdem kommen offensichtlich viele Tiere zum trinken hierher. Sieht aus wie Katzenpfoten. Eine Geoffrey Katze?

Gänse, Wassertreter und Reiher stelzen durchs Wasser. Gelbschenkel und Ibisse picken nach Nahrung

Ein Flamingo segelt heran

Witwenpfeifgänse und ein rosa Löffler

Welche Freude, daß wir selbst in diesem kleinen Rest Lagune so viele Vögel sehen können.

 

Die Sonne steht schon tief, wir wandern zurück, denn die Dunkelheit fällt hier immer sehr schnell vom Himmel

Flamingofedern liegen auf dem Weg

Und noch mehr geheimnisvolle Spuren

Zu wem gehört diese große Hand?

 

Das hier könnte Opossum sein

Die hier sind nicht so schwer zu identifizieren…..viele Vögel eben…..

Aber diese hier, wie kleine Hufe…Pekaris?

So viel zu entdecken…

Tapir!

Ein schöner Spaziergang

Wieder zurück startet die Flugkamera noch einmal.

Das Ausmaß der Trockenheit ist erschreckend.

 

 

 

ln den Tümpeln spiegeln sich wunderschön die Abendwolken

Von der Treppe aus beobachten wir den Sonnenuntergang, jetzt wird es bald etwas kühler…

Und dann kommt´s!

Wir trauen zuerst unseren Augen nicht…

Zwei Tapire ziehen durchs hohe Gras, Mutter und Junges

Wir staunen und schauen, was für ein Glück wir haben! Da ist ein ganz großer Wunsch in Erfüllung gegangen…

 

Schon wieder Halbmond, wie schnell das immer geht….

Martin holt uns mehr Getränke.

Die Temperaturen sinken nicht unter 28°C. Im Shelter ist es noch viel zu warm.

Die Mosquitos lassen sich mit Hilfe von OFF! und AUT! gut auf Abstand halten.

Grillen zirpen, es duftet nach Salzwiesen.

Schön draußen…..

 

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Ein kühler, blauer Himmel, weißglitzernder Schnee. Todesmutig stürzen sich Männer mit 150km/h den eisigen Steilhang hinunter, auf der Jagd nach der Bestzeit.

Martin guckt morgens Skirennen, die Streif.

Es soll heute 40°C heiß werden.

Pralle Sonne, ohne Schatten. Alles in den Schränken hat sich inzwischen aufgeheizt. Alle Vorräte, das Wasser in den Wassertanks, alles glüht vor sich hin. Unser Kühlschrank arbeitet tapfer dagegen an. Trotzdem kommt die Butter weich aus dem Kühli und fließt nach ein paar Minuten davon…..

Wir ebenso. Tag und Nacht schmelzen wir dahin, schütten fast ununterbrochen Wasser in uns hinein. Wir schlafen wenig. Auf Dauer können wir so nicht weitermachen.

Wir brauchen Schatten und einen Pool.

Beides kann uns das Hotel Florida in Filadelfia bieten.

Also starten wir am Nachmittag die Rappelkiste.

Der Himmel so weit, eine Herde Schäfchenwolken schwebt langsam vorüber

Die Strasse flimmert in der Hitze.

Wir sind mitten im Mennonitenland. Die Orte tragen so hübsche Namen wie Eigenheim, Heuboden, Silberfeld. Gnadenheim und Karlsruhe. Wieviel Heimweh und Hoffnung sich in diesen Ortsnamen spiegelt.

Einst wurde der Chaco die „grüne Hölle“ genannt. Trockenwälder und Dornbuschsavannen bedeckten das Land. Mit den Einwanderern kam die Landwirtschaft, der Wald wurde zu großen Teilen abgeholzt, den Indigenen das Land genommen. Das geht bis heute so weiter.

 

Auf den Wiesen stehen Flaschenbäume, die dicken Bäuche prall gefüllt mit Wasser

Der Hinweis am Strassenrand verursacht ein mulmiges Gefühl…

Es ist Sonntag, alle Geschäfte haben geschlossen, außer dem „Los Amigos“ Supermarkt in Loma Plata. Der Ort zeigt sich eher schlicht und nüchtern. 1927 gegründet als erste mennonitische Einwandererkolonie im Chaco. Wir hatten auf etwas Kolonial-Altstadt-Flair gehofft. No. Nada.

Im Supermercado füllen wir unsere Wasservorräte auf und unterhalten uns nett mit ein paar Leuten, denn hier wird deutsch gesprochen. Und zwar kein Plautdietsch, sondern Hochdeutsch.

Wieder auf die Piste.

FENSTER ZU!!!

Der arme Mensch auf dem Moped wird obendrein auch noch von uns eingenebelt…..

Die Piste ist staubig, aber gut zu fahren. Ein kleines Gürteltier trippelt noch schnell über den Weg.

Sehnsüchtig freuen wir uns auf den Sprung in den Pool beim Hotel Filadelfia….

Nicht mehr weit….

Liebe Grüße, bis gleich!

Julia & Martin

Drink positive!

Auf Instagram: Rappelkisteberlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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