Sport, Spiel und Kultur

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Den ganzen Tag haben wir geschnippelt und geköchelt, Snacks vorbereitet – gerade sind wir fertig, als unsere Gäste kommen. Wir haben zum Cross-Golf-Turnier eingeladen.

„Willkommen zu den 1. internationalen Elea Golf Open! Wir erklären die Spiele für eröffnet!“

Immerhin 7 unterschiedliche Nationen nehmen teil, Schweiz, England, Griechenland, Kanada, Schottland, Deutschland und Tobago! Nach einem Apéritif wird der Kurs besichtigt. Zuerst soll der Ball durch eine Gruppe Baumstämme geschlagen werden, dann um einen Oleanderstrauch herum und am Ende durch 3 aufgestellte Hölzer. 10 Teilnehmer, die sich 3 Schläger teilen – mehr haben wir nicht. Selbstverständlich kann, bis auf 3 Ausnahmen, niemand Golf spielen.

Martin beginnt, erster Abschlag: in einer eleganten Kurve fliegt der Ball zielgenau zwischen den Stämmen hindurch. Oha! Da wird die Latte aber hoch angelegt!

Jeder kommt dran, mit Schwung wird ausgeholt! Staub wirbelt auf – die Bälle kullern müde nur 2 Meter weit oder werden gar nicht erst getroffen,  sie segeln in die Baumkronen oder tief ins nächste Gestrüpp, knallen gegen die Stämme….Wir alle geben unser Bestes! Und amüsieren uns großartig!

Im Zwielicht der untergehenden Sonne meistern alle – mehr oder weniger – das letzte Hindernis, nun ist es entschieden! Der Champion der 1. internationalen Elea Golf Open heißt:

Martin!

 

Applaus! Applaus! Applaus!!

Jetzt geht´s ans Büffet. Jeder hat etwas mitgebracht, der Tisch ist reich gedeckt. In den Flammen des Lagerfeuers knistern die Pinienzapfen.

Sport, Spiel und Spannung! Ein prima Tag!

 

Am nächsten Abend erleben wir mal wieder eine knappe Stunde lang einen Sonnenuntergang der Extraklasse, eine Orgie in orange und blau….

Julie und Richard haben zum Lunch eingeladen. „Von dort aus könnten wir gleich weiterfahren nach Messini.“ Gute Idee! Nichts gegen etwas Abwechslung. So verbringen wir einen ausgelassen fröhlichen Sonntag in Kamari mit Gin Tonic und gutem Essen.

Stundenlang englisch sprechen ist ganz schön anstrengend, aber auch eine gute Übung.

„Wait, wait, wait, I´ll see if the girls have something for you!“ Kurz bevor wir am nächsten Vormittag starten, sammelt Julie noch 5 Eier von ihren „Girls“, den Hühnern, ein und schenkt sie uns. Die empört trutenden Truthähne der Nachbarin brechen beim Anblick der Rappelkiste in Panik aus. Plötzlich drehen sie um, rennen durcheinander, flattern, truten, stolpern, fallen auf den Schnabel und müssen erst wieder eingefangen werden. „Ready for christmas!“ ruft Julie.

Los geht´s, ca 40 Kilometer Richtung Kalamata, nach Ancient Messini – alte Steine gucken. Die Olivenbäume hängen voll in dieser Gegend, die Zweige biegen sich zum Boden. Nach dem Frühstück auf dem leeren Parkplatz wandern wir los.

5,-€ Eintritt pro Person, das kleine Museum inklusive. Wir betreten das Ausgrabungsgelände der antiken Stadt. Im 4.Jhd vor Christus erbaut von einem Feldherrn, der die Jahrhunderte dauernde Herrschaft der Spartaner beendete. Der Reisende Pausanus hat in seinen antiken Schriften begeistert von der Pracht und dem Luxus in Messini berichtet, dadurch hat man eine sehr gute Vorstellung vom damaligen Leben in der Stadt. Erst vor 40 jahren haben die Ausgrabungen begonnen, etwa ein Drittel des Areals ist freigelegt. Wohl die erste Stadt, in der die Strassen schachbrettartig angelegt wurden.

An einem Amphitheater vorbei wandern wir zur Markthalle. Überall sprudelt Wasser, das in Steinbecken aufgefangen wurde. Gewaltige Säulenhallen. Ein Badehaus mit Fußbodenheizung, die Heizziegel sind noch erhalten. Am Ende der Markthalle stehen Steintische mit Trichtern, in denen die Ware abgemessen wurde. Die schweren Wehrmauern totzen Zeit und Sturm.

Wir streifen weiter übers Gelände, kommen zum Fleischmarkt, der komplett von Steinrinnen umgeben ist, wieviel Blut mag durch diese Rinnen gelaufen sein? Hohe Säulentore, Steinfriese mit Stierköpfen, wasserspeiende Löwen, noch ein Amphitheater, auch für politische Diskussionen genutzt. Wir stellen uns die Politiker in ihrer Toga vor, wie sie debattieren.

Bestürzt spähen wir in das Erdverlies, in dem ein General mit falschen Ansichten 2 Jahre lang im Dunkel gehockt hat, bis er schließlich vergiftet wurde.

 

Wir wandeln durch imposante Tempelanlagen, aber am meisten beeindruckt uns das riesige Stadion mit den extra bequemen Lehnstühlen der vermutlich reicheren Gesellschaft.

In der Nähe des Stadions steht ein gut erhaltener Tempel, neben der Ringerhalle ein Mausoleum in ungewöhnlicher Form. Oberhalb des Friedhofs wurde eine römische Villa ausgegraben. Von dort hatten die Bewohner einen fantastischen Blick. Ein paar Bodenmosaike sind erhalten.

Säulen, Säulen und Säulen – so langsam denken wir, wir haben alles gesehen……da erleben wir noch eine Überraschung:

das ist doch ganz eindeutig eine Skulptur von Darth Vader!

Interessant! Langsam gehen wir zum Ausgang hinauf. Martin probiert noch kurz einen der Relaxsessel der oberen 10.000, dann verlassen wir, tief beeindruckt, das antike Messini.

Rückfahrt: die Taverne mit perfektem Blick in Mavromáti merken wir uns schon mal für irgendwann später. Hinter dem Ort haben wir nochmal tollen Ausblick aufs Gelände, von oben erschließt sich erst die gesamte Größe des Areals. Na, was braut sich denn da schon wieder am Himmel zusammen?

Wir fahren runter ans Meer. Im Tal steigt der Rauch der großen Ölmühle bei Kalamata auf, die ganze Gegend riecht in dieser Jahreszeit nach Olivenöl. Die Rappelkiste macht sich schlank und fädelt sich durch die schmalen Gassen von Analipsi, wir parken am Strand.

Ein Tag Pause. Der Gipfel des Taygetos ist noch schneefrei, da könnten wir jetzt noch hochwandern.

 

Aber wir haben etwas anderes vor. Durch Kalamata steuern wir bis nach Akrogiali. Dort rollen wir am frühen Nachmittag auf den Kies am Strand, Maschine aus, Stühle raus. Um weiterzufahren ist es zu spät, denn es soll in die Berge gehen und so machen wir es uns hier gemütlich. In der Dunkelheit funkeln die Lichter von Kalamata.

Schon vor 7 Uhr klingelt der Wecker! Aufstehen! Wir wollen früh los. Der Kies knirscht unter den Reifen, bis Kampos fahren wir auf altbekannter Route.

Auf den steinigen, kargen Böden der Mani stehen Hutzelolivenbäume, langsam kommt die Ernte in Schwung. Vor der Ölmühle stapeln sich die ersten gefüllten Säcke.

Kampos ist eine hübsche Kleinstadt, es wird spannend, als wir im Ort von der Hauptstrasse abbiegen. Passt gerade so.

Wir schrauben uns rauf in die Berge. Oliven, Oliven, Oliven, reine Monokultur überzieht das ganze Land. Neueren Datums sind die großen Solaranlagen vor den Ortschaften.

Serpentine um Serpentine bergauf, eine wunderschöne Strecke. An Voreio vorbei – jetzt sind wir bald am Ziel.

Auf immer schmalerer Strasse geht es weiter hinauf, wir flitschen an Olivenzweigen vorbei, rollen vorsichtig durch einen Feigenbaumdschungel bis vor uns die kleine Kapelle auftaucht, bei der wir links abbiegen müssen.

Oh….Asphalt zuende…..ungefähr 500 Meter sind es noch bis zum anvisierten Parkplatz. Aber wir sollten zuerst mal den Pfad abgehen, sehen, ob wir durchkommen, ob es Schmalstellen gibt und ob der Parkplatz überhaupt geeignet ist. Also stellen wir die Rappelkiste erstmal neben das Kirchlein. Na, wer ist größer?

 

Die ersten Meter Schotterweg sind kein Problem, breit genug, keine Engstelle. Interessant wird es, als wir zu einer gewaltigen Eiche kommen. Wir schätzen die Höhe der tiefhängenden Äste ab….müsste gehen….etwas weiter der nächste Eichenbaum, da sieht´s schon anders aus, die Äste werden uns übers Dach schruppen. Dahinter noch einer, das wird knirschen….Der Parkplatz wiederum sieht klasse aus, da passen wir genau drauf. Also, dann holen wir mal die Rappelkiste.

Ja, das hat ganz schön geknallt bei den beiden letzten Bäumen, aber kein Ast ist abgebrochen und Kratzer auf der Rappelkiste empfinden wir als Ehrenabzeichen. Noch ein kurzes Wendemanöver und schon steht der Steyr in netter Gesellschaft von 2 Schrottautos.

Jetzt 2 Eier hart kochen, ein paar Schnittchen schmieren und etwas Obst schnitzen. Wasserflaschen, Pflaster, alles im Rucksack verstaut, die Wanderstiefel angezogen und auf geht´s! Haben wir schon erzählt, was wir heute vorhaben? Da wollen wir hinunter:

Wir wandern durch die Rindomo Schlucht!

Liebe Grüße! Bis bald!

Julia & Martin

Drink positive!

Auf Instagram: Rappelkisteberlin

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