Der GrenzĂŒbergang zwischen Al Buraimi und Al Ain in die VAE ist gesperrt. Bei Zarub finden wir einen kleinen Ăbergang.
Zuerst gibt es etwas Verwirrung. Touristen fahren anscheinend selten ĂŒber diesen GrenzĂŒbergang. Es wird telefoniert, welche Papiere man fĂŒr uns braucht. Dann kann der Beamte die VisumverlĂ€ngerung nicht im Computer finden. Wir warten. Drei Beamte arbeiten an unserem Fall, schlieĂlich klĂ€rt sich alles. Wir bekommen den obligatorischen, wichtigen Zettel, mit dem wir zum Schlagbaum dĂŒrfen.
Auf Wiedersehen, Oman!
Einreise VAE:
ohne Fahrzeugkontrolle, aber dafĂŒr diesmal mit Carnet. BĂŒndelweise werden Papiere ausgestellt und gestempelt. Der kleinste Zettel ist der Wichtigste, den mĂŒssen wir wieder am Schlagbaum abgeben.
Anderthalb Stunden dauert die Prozedur insgesamt, dann heiĂt es:
„Welcome to United Arab Emirates!“
Schön, wieder hier zu sein!
Wir steuern als erstes den „Cheers“ Alkoholshop in Al Ain an. In der Stadt herrscht eine unglaubliche Hitze. „Heute Abend trinken wir ein kaltes Bier, was fĂŒr eine Vorstellung!“ schwĂ€rmen wir uns vor.
Die Leute vom Shop sind begeistert von der Rappelkiste und vor allem, daĂ wir aus Deutschland hierher gefahren sind. „Unbelievable! Welcome! Thank you for coming!“ Sie schenken uns 6 Dosen Bier, jippieh!
Da freuen sich aber Zwei ĂŒber ihren Einkauf!
Martin entdeckt, daà die AufhÀngung vom Auspuff wieder gebrochen ist. Hat eine Woche gehalten. Mist. Das bedeutet: Werkstatt finden.
Weiter zur Shoppingmall, neues Internet besorgen. In der Mall eine Eisbahn….
Internet ist teuer, 50,-⏠fĂŒr 22,5GB.
Die Luft in der Stadt ist stickig und heiĂ, wir wollen raus. In der NĂ€he erhebt sich 1250 Meter hoch der Jabal Hafeed. Oben ist ein groĂer Parkplatz eingezeichnet. Dort ist es sicher kĂŒhler. In der DĂ€mmerung sausen wir dorthin.
Das geht man zĂŒgig bergauf hier!
Es wird spĂŒrbar kĂŒhler, die Luft klarer. Eine gute Idee, noch hier rauf zu fahren!
Diese gute Idee hatten aber nicht nur wir!
Der halbe Berg wurde weggesprengt um diesen Parkplatz anzulegen. Angenehme Temperaturen.
Und jetzt, ganz in Ruhe, das ersehnte kalte Bier!
Da haben wir uns aber verkalkuliert: Kaltes Bier gibt es schon – Ruhe nicht.
Kaum steigen wir aus, sind wir von Menschentrauben umgeben! „Welcome! Where are you from? Can I take a picture? With this car you should come to India!“ Von den 3 Millionen Indern, die in den Emiraten leben, lernen wir die HĂ€lfte kennen. Alle sehr nett und alle aus Kerala. Bis auf eine Familie aus Punjab.
Nonstop. Als zwei Emiratis zu uns kommen, verĂ€ndert sich schlagartig die AtmosphĂ€re. Die Inder werden still und treten einen Schritt zurĂŒck. Ganz selbstverstĂ€ndlich wird den Emiratis das GesprĂ€ch ĂŒberlassen. Sehr interessant.
Erst als die beiden sich verabschieden, sammeln sich wieder mehr Menschen um uns herum. „Come to India!“ hören wir die ganze Zeit. Eine Familie schenkt uns 2 TĂŒten Bio Granatapfelsaft. Ein anderer lĂ€dt uns in seine Physiopraxis ein, zur Massage. Stundenlang geht das so. Gegen 23 Uhr leert sich der Parkplatz.
2 fette Autos halten bei uns, Emiratis. Wir plaudern, Martin bekommt ein Tesbih geschenkt, eine Gebetskette. Sein Einwand, das er kein Muslim sei, wird beiseite gewischt: „Sie bringt dir GlĂŒck!“
Dann wird es endlich ruhig. Die Aussicht ins Tal ist phÀnomenal!
Wir gönnen uns noch ein Bierchen…ganz in Ruhe….
Ăber dem Tal hĂ€ngt eine Dunstglocke, da mĂŒssen wir jetzt runter…
Im African+Eastern Shop besorgen wir Mitbringsel fĂŒr Freunde. Ob wir auch eine Flasche Boom! Boom! kaufen sollten? Oder vom Samt-Teufel?
Vor der TĂŒr sorgt ein selbstgebautes Moped fĂŒr Aufmerksamkeit, ein klasse Teil! Martin zeigt unsere Dax, die MĂ€nner sind begeistert.
Direkt an der Grenze zum Oman entlang fahren wir zur Geisterstadt vor Al Madam.
Vorher mĂŒssen wir bei einer Autowerkstatt kurz stoppen, um die SchĂ€tze davor zu bewundern. Da steckt jemand viel Liebe in den VW Bus
Auch die anderen Wagen sind wunderschön. So ein Umbau zum Pickup wĂŒrde unserem Mercedes auch gut stehen.
Apropos Werkstatt. MĂŒssen wir auch demnĂ€chst eine fĂŒr den Steyr finden.
Die Geisterstadt bei Al Madam. Ein verlassenes Dorf, das langsam vom WĂŒstensand verschluckt wird.
Die Luft ist diesig, feucht und heiĂ. Irgendwie begeistert uns die Geisterstadt nicht so. Verlassene Betonbauten im Sand. Wir stapfen eine Weile herum, joaahh, ganz gut.
Was machen wir heute noch? In der NĂ€he ist das Offroadmuseum von Sheik Hamad, das wir im Januar bereits besucht haben.
VAE: Im Offroadmuseum vom Regenbogensheikh 07.01.2023 â 08.01.2023
Damals hat uns der Werkstattmeister vom Museum Hilfe angeboten, falls der Steyr irgendetwas braucht. Seinerzeit brauchten wir keine Hilfe. Aber jetzt.
Wir haben immer noch die Champignondose um den Auspuff, die gebrochene AuspuffaufhÀngung und unsere Fahrerhauslager knacken inzwischen bei jeder Bodenwelle oder Kurve. Das klingt nicht gut, das muà sich mal jemand ansehen.
Also machen wir uns auf den Weg.
Der Wachmann erkennt uns sofort wieder. Wir fragen, ob er den Werkstattmeister anrufen kann. Oh, das ist nicht so einfach. Aber er telefoniert herum. Wir sollen warten. Irgendwann hat er ihn am Telefon, Martin spricht mit ihm. Ja, er erinnert sich.
Nach einer Viertelstunde fÀhrt Ronny, der Werkstattmeister, auf den Parkplatz. Auch er erkennt uns sofort wieder. Martin schildert die Rappelkistenprobleme und fragt, ob er sich das mal angucken kann. Und ob er eine gute Werkstatt kennt, in die wir fahren können. Die beiden verschwinden unterm Steyr. Ronny macht Fotos.
„Okay, ich wĂŒrde euch gerne helfen, kann das aber nicht allein entscheiden. Ich werde den Sheik anrufen und ihn fragen“ sagt Ronny.
Huch?! Den Scheich?!
Ronny verschickt die Fotos und ruft an. Der Sheik hat gerade keine Zeit, wir sollen warten.
Wir unterhalten uns nett, nach einer halben Stunde klingelt das Telefon. “ Your Highness! Salam Aleikum!“ Wir können gut verstehen, was seine Hoheit sagt: „Give full service, Oil, Grease and so on. Weld the exhaust and repair what is needed. And they need paint!“
WHAT?!
Paint? Farbe? Haben wir das richtig verstanden? Nein, da haben wir uns bestimmt verhört.
Aber Ronny hat das Okay fĂŒr die Reparaturen, das ist groĂartig! Wir sind ganz aufgeregt, wir sollen mitkommen: in die private Werkstatt von Sheik Hamad bin Hamdan, dem Sheik von Abu Dabi!
Durch ein groĂes Tor fahren wir auf den Hof.
Die Werkstatt ein spiegelblanker Palast. Rappel kommt als erstes in die Waschbox.
Die Reifen vom Wagen daneben! Und der rote Cadillac! Wunderschön! Und der Flammenwagen könnte mir gut stehen!
Aber wo bleiben wir denn jetzt, wenn die Rappelkiste in der Werkstatt steht?
Im GĂ€stehaus des Palasts, teilt man uns mit. Sheik Hamdan hat eine Residenz gleich nebenan. Wir packen eine kleine Tasche und wandern ĂŒber den Hof. Ein ĂŒberdimensionaler Cadillac wird gerade gebaut. Nach dem Vorbild des schönen Roten. Ein gigantisches Baufahrzeug wartet auf die Restaurierung.
Beim GĂ€stehaus begrĂŒĂt uns Nausat. Er ist ab jetzt fĂŒr unser Wohl verantwortlich. Sehr fröhlich und entspannt.
Er zeigt uns unser Zimmer.
SpĂ€ter bringt er uns unser Abendessen. Eine Menge Abendessen, du meine GĂŒte!
Scharf gewĂŒrzt, sooo lecker! Köstlich!
Nausat fragt nach, ob wir noch irgendetwas brauchen. Nein, danke! Alles bestens!
Abends sitzen wir auf der Terrasse, schlĂŒrfen ein Bier und wundern uns.
Wir können selbst kaum glauben, was uns hier gerade passiert!
Die Rappelkiste und wir beide sind GĂ€ste des Scheich von Abu Dabi!
Liebe GrĂŒĂe, bis bald!
Julia & Martin
Drink positive!
Auf Instagram: Rappelkisteberlin











































































Schreibe einen Kommentar