Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt…..

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Olhao….Wir sind auf dem Campingplatz. Zwei Waschmaschinen drehen sich, die Hängematte ist aufgespannt und wir verbringen den Nachmittag in der Sonne. Mit den Rädern geht es am nächsten Morgen in die Stadt, für die Fahrt brauchen wir ca 10 Minuten. Am Ufer der Lagune stehen zwei Markthallen, eine für Gemüse, Käse etc und eine nur für fangfrischen Fisch. In der Fischhalle ist immer am meisten Trubel, hier wird laut gehandelt. Wir kaufen zwei Fische für den Grill am Abend und schlendern anschließend durch die Gassen von Olhao.

   

Wir finden die optimale Motorenwerkstatt:

Die Tage sind sonnig und warm, morgens gehen wir schwimmen im Pool, radeln dann in die Stadt, gehen was einkaufen und kehren anschließend in einem kleinen Café zwischen den beiden Markthallen ein.

Später saust Martin mit unserer Honda Dax herum,

wir hängen in der Hängematte,

wandern zur blauen Stunde zur netten Bar auf dem Platz auf einen Portwein,

kochen erst spät und sitzen abends lange draussen vor der Rappelkiste. Es ist so gemütlich, Olhao so schön,

   

die Zeit plätschert entspannt dahin und schon sind 6 Tage vergangen! Wir könnten ewig bleiben, aber langsam zieht es uns wieder auf die Piste. Es wird Zeit, aufzubrechen.

Hoppla, wo ist die Farbe?

Ein sehr freundliches Paar aus Österreich hat uns von einem Wasserfall vorgeschwärmt, nicht weit von Olhao. Das klingt richtig toll, wir machen uns auf den Weg zum Pego do Inferno. Ungefähr 25km fahren wir ins Landesinnere, dann halten wir auf einem kleinen Parkplatz neben einem ausgebauten, grünen Mercedes Rundhauber von 1962.

Sehr schön, das passt doch! Schnell in die Badesachen, die Handtücher geschnappt und los geht´s auf einen Wanderweg. Wir hoffen, den richtigen Weg erwischt zu haben, es gibt keine Wegweiser. Erst bergauf, dann an einer Farmhausruine vorbei. Wir wandern noch über eine Wiese, hören schon das Rauschen des Wasserfalls. Über den Rand eines Abhangs schauen wir und sehen unter uns einen kleinen See. Wir klettern abwärts durch die Äste eines großen Baumes

 

und stehen nach insgesamt etwa 10 Minuten Wanderung an einem zauberhaften Ort: der Wasserfall stürzt sich in einen runden, grünen See der von Felsen eingerahmt wird. Direkt beim Wasserfall soll der See 6 Meter tief sein, aber seine Ufer gehen auf Sand flach ins Wasser. Na dann: nichts wie rein! Olálá, ist das frisch! Aber schnell gewöhnen wir uns an die Temperatur und schwimmen lange allein im See. Das Wasser ist ganz weich und klar. Es ist märchenhaft schön!

 

Forellengroße Fische kommen neugierig ganz nah, sind überhaupt nicht ängstlich oder scheu.

Gut erfrischt und ganz begeistert treten wir den Heimweg an. Das wiederholen wir auf jeden Fall morgen früh!

Beim Steyr angekommen stellen wir die Stühle raus, es ist später Nachmittag, angenehm warm und wir sitzen noch draussen. Unsere Nachbarn aus dem Rundhauber tauchen auf, wir kommen schnell ins Gespräch. Nach kurzer Zeit rücken wir unsere Stühle zusammen und plaudern, erzählen und lachen den ganzen Abend bis in die Nacht. Erst spät räumen wir die Sachen zusammen und gehen in unsere LKW´s.

Der nächste Morgen ist verregnet, wir bleiben lange liegen. Gegen Mittag zeigt sich die Sonne wieder, jetzt stehen wir auf und gehen schwimmen, sind wieder lange allein an diesem romantischen See.

 

Zurück bei unserem Auto treffen wir Esther und Matthias wieder. Wir unterhalten uns und es wird gleich wieder lustig! Wir tauschen Bücher und Filme, Esther zeigt auf der Karte schöne Stellplätze. Der Nachmittag fließt dahin, wir haben wieder sehr viel Spaß!

 

Als es dunkel wird, hören wir zusammen Musik und fast hätten wir getanzt! Das war eine sehr schöne Zeit mit Euch beiden!

Uns zieht es weiter nach Westen. Wir haben uns wieder eine Geländestrecke ausgesucht. Erst geht es auf Asphalt in die Nähe von Alportel, in einem kleinen Dorf biegen wir auf eine Schotterstrecke ab. Der Weg ist steinig, aber ziemlich breit und sehr gut zu befahren. Auf einer Kuppe halten wir an einer Wegekreuzung und essen zu Mittag.

Wir sind ein bißchen spät dran, erst gegen halb 4 fahren wir weiter. Nach den nächsten Kurven wird es enger, es geht stetig bergauf. Die Piste wird rumpeliger, bald rollen wir über faustgroße Steine.

Es wird nochmal enger, niedrige Bäume und Sträucher begrenzen den Weg. Hier passen wir noch geradeso durch. Langsam biegen wir um eine Kurve und dann wird es richtig übel: es geht steil abwärts, zwischen den Steinen liegen plötzlich große Felsbrocken, denen wir irgendwie ausweichen müssen. Tiefe ausgewaschene Rinnen zerfurchen den Weg. Teilweise müssen wir auf der einen Seite den Abhang mit zwei Reifen schräg hochfahren, rollen in Schieflage über Felsen, gleichzeitig geht es weiter steil bergab. Immer mehr große Felsbrocken liegen auf dem Weg und die Rinnen sind tief wie Werkstattgruben. Es wird immer schwieriger. Äste ragen in den Weg.

Ganz langsam tasten wir uns weiter. Scharfe Serpentinen winden sich jetzt abwärts, wir rumpeln und knirschen hart am Rand von Abhängen vorbei, ich gebe ständig die Zentimeter zum Rand an Martin durch. Teilweise müssen wir ins Gebüsch ausweichen und pflügen durch die Sträucher. Wir sind beide voll konzentriert. Mehr Serpentinen, eine Kurve nach der anderen nach unten. Diesmal haben wir uns wirklich die Karten gelegt. Nochmal verengt sich alles, jetzt sind wir einfach zu groß für die schmale Piste, dicke Äste schlagen auf die Astabweiser und auf´s Dach. Das knallt! Kreischend ziehen die Äste tiefe Kratzer über den Lack! Wir müssen weiter durch, wenden können wir hier nirgends. Wenn es noch enger wird, müßten wir rückwärts wieder hoch, bitte nicht! Runter, runter geht dieser Höllenweg, dann noch eine Serpentine – auf einmal öffnet sich die Piste, wird breit, staubig und eben! Wir sind unten im Tal! Uff! Geschafft! Eine Stunde waren wir auf dieser Horrorpiste unterwegs. Ein Blick auf den Tacho verrät uns, daß wir ganze 4 km geschafft haben! Wir sind völlig fertig!

Wir folgen der Staubstrasse durch ein wunderschönes grünes Tal, Ziegenherden ziehen frei umher. Der Weg führt durch eine Korkeichenallee, links und rechts sind große Wiesen und es duftet nach Kräutern, Oregano, Rosmarin und süß nach Blumen.

Langsam werden wir auch wieder ruhiger, erholen uns von der Serpentinenfahrt. Wir durchqueren einen kleinen Fluss, kommen auf Kopfsteinpflaster gut voran und bleiben unerwartet auf einmal stecken! Vor uns ist der gepflasterte Weg zur Hälfte abgesunken.

 

Wir steigen aus, um die Lage in Augenschein zu nehmen. Gebüsch begrenzt die Ausweichmöglichkeiten, da müssten wir einen dicken Ast absägen. Aber was ist mit der Wiese nebenan? Wir gehen über die Wiese um zu sehen, ob wir irgendwo an anderer Stelle durchs Gebüsch auf unseren eigentlichen Weg zurückkommen. Zwei Kühe beobachten uns interessiert. Ja, wir finden eine gute Stelle, gehen zurück zur Rappelkiste, hinter der sich inzwischen eine große, neugierige Herde Schafe und Ziegen versammelt hat.

 

So können wir der abgesunkenen Strasse gut ausweichen. Für heute haben wir beide von Geländefahrten genug und suchen die nächste Teerstrasse. In einer kleinen Siedlung kommen wir auf Asphalt und sausen Richtung Alte durch grüne Täler. Hier sind überall Wegweiser zu frischen Quellen, wir fliegen an Salir und Bensafrim vorbei und erreichen am Abend Alte.

 

Wir parken am Friedhof und machen noch einen Spaziergang zur Flussbadeanstalt. Der Fluss wird gestaut und füllt ein großes Schwimmbecken. Im Moment ist es allerdings leer, der Fluss fließt ungestaut und niedrig durch. Hinter dem Friedhof geht ein Weg zu einem Wasserfall runter, den gucken wir uns aber erst morgen an. Wir sind ziemlich fertig von der Fahrt heute.

Mit Badezeug wandern wir am nächsten Morgen zum Wasserfall runter. Ganz schön steil abwärts führt der Weg, dann kommen wir über eine Wiese. Der Wasserfall ist ähnlich schön wie der Pego do Inferno,

nur die Umgebung ist nicht so romantisch. Der Einstieg in den kleinen See ist sehr felsig, schwierig und das Wasser kalt. Wir stehen bis zum Bauch im Wasser, können uns nicht entschließen. Obendrein haben wir das Pech, daß eine Junggesellinnenabschiedsgesellschaft kurz nach uns ankommt. 10 fröhliche Engländerinnen machen 150.000 Selfies, wir stehen etwas verloren dazwischen. Wir lassen das mit dem Bad und wandern wieder bergauf zurück zum Steyr.

Für uns geht es nach Silves, da soll der Einstieg zu einer Geländepiste am Fluss Arade entlang bis zum Stausee sein. In Silves angekommen fahren wir runter zum Flussufer. Zwei junge Männer versperren mit ihrem PKW die Zufahrt zur Piste. Wir machen Zeichen, daß wir da abbiegen wollen. Ungläubig die Köpfe schüttelnd kommen die beiden rüber und erklären uns, das wir die Strecke nicht fahren können. Nach ca 2km wird der Weg so schmal, daß nur noch Radfahrer oder Wanderer durchkommen. Schade, aber es ist sicher klug, auf Einheimische zu hören. Wir wenden und fahren wieder auf die Strasse. Dann eben keine Geländefahrt heute, wir brausen über die Schnellstrasse nach Lagos.

In Lagos fahren wir zur Praia Meia, dem großen Sandstrand, aber hier kann man nicht mehr stehen, überall Verbotsschilder. Der Strand ist voller Leute, die Strandrestaurants gut besucht.

Der offizielle Stellplatz von Lagos ist gut gefüllt, gefällt uns aber überhaupt nicht. Ein großer, öder Schotterplatz vor der Stadt, man soll für den ungepflegten Platz 3,-€ bezahlen. Und plötzlich haben wir keine Lust mehr auf Stadt. Lieber raus hier, weiter nach Westen. Bei Burgau machen wir den nächsten Versuch zum Strand zu kommen, aber die Zufahrt ist zu eng für uns, es geht weiter nach Boca do Rio. Wir kommen die Strasse runter, die damals gerade erst gebaggert wurde, als wir das letztemal dort waren. Direkt am Strand dürfen wir nicht mehr stehen, ein Parkplatz ist angelegt worden, aber immerhin mit ganz legalen Wohnmobilplätzen. Gut gemacht. Wir bleiben.

 

Nach einer ruhigen Nacht weht am nächsten Morgen ein frischer Wind in der Bucht. Wir wandern ca 45 Minuten über den Klippenweg nach Salema. Damals vor 9 Jahren ein ganz winziger Ort, ist Salema heute weit über die Hügel gewuchert

und hat eine Strandpromenade mit Restaurants und Bars. Der Strand ist immer noch traumhaft schön. Auf dem Sand stehen Himmelbetten, die man mieten kann (???), das wird auch gerne genutzt. Wir bummeln durch den Ort und gehen anschließend am Strand ganz hervoragend essen. Wir verbringen einen schönen Nachmittag und wandern erst gegen 17 Uhr über die Klippen zurück. Auch die Bucht von Boca do Rio ist sehr schön, am östlichen Rand fließt ein kleiner Fluss ins Meer. Leider ist der Wind gegen Abend so heftig, daß wir nicht lange draussen sitzen können. Wir ziehen uns früh ins Auto zurück.

Am nächsten Morgen gehen wir zum Strand und tauchen als erstes mal in die Brandung. Wow, da fehlen aber noch ein paar Grad Celsius für ein längeres Badevergnügen! Das Salzwasser spülen wir anschließend im Fluss ab. Hier ist das Wasser etwas wärmer und wir planschen eine Weile herum.

Unser Fahrtziel ist heute Sagres, wir freuen uns schon lange drauf. Wir waren schon oft hier und haben immer eine tolle Zeit verbracht. Auch hier hat sich einiges verändert, war ja zu erwarten. Am schönen einstigen Stellplatz mit Meerblick stehen Verbotsschilder, wir weichen auf den Parkplatz bei der Festung aus. Hier stehen viele Wohnmobile. Als erstes spazieren wir zu unserem Lieblingsrestaurant „A Sagres“ und bestellen die unvergesslich gute Fischsuppe. Die hat sich zum Glück nicht verändert und ist wieder genauso köstlich wie wir das in Erinnerung hatten. Wir reservieren einen Tisch und gegrillte Sardinen für den Abend. Danach bummeln wir die Hauptstrasse entlang, schwelgen in Erinnerungen, schauen in die Surfershops rein, die es jetzt hier gibt. Am Hafen machen wir Pause, dann schlendern wir zurück, kaufen uns Surferponchos und kommen gerade rechtzeitig zum Restaurant „A Sagres“ zurück. Der Abend ist sehr kühl und wir sitzen drin. Das Lokal ist gut gefüllt und die Stimmung ist fröhlich. Das Essen ist ausgezeichnet, die Sardinen perfekt gegrillt, dazu gibt es klassisch portugiesisch Kartoffeln mit Schale und Salat. Wir lassen uns viel Zeit. Zum Dessert bestellen wir Kaffee, Brandy für Martin und Portwein und Käsekuchen im Glas für mich. Es ist so schön hier, wir bestellen noch eine Runde Kaffee, Brandy und Portwein. Der freundliche, junge Kellner kommt mit den Flaschen, schenkt ein, stellt die Flaschen auf den Tisch und sagt: “ you can keep it“. Was? In den Flaschen ist noch gut was drin, wir lassen uns nicht lumpen und leeren diese im Laufe des restlichen Abends.

Später plaudern wir mit dem Chef, reden über früher und seine geniale Fischsuppe. Ein wunderschöner Abend!

Am Morgen schlurfen wir zur Markthalle und kaufen Gemüse ein. Dann verlassen wir nach ungefähr 24 Stunden Sagres wieder, der Besuch war kurz aber schön! Wir wechseln jetzt die Richtung: statt immer weiter nach Westen geht es von nun an nach Norden und damit auch ganz langsam Richtung Heimat. Noch haben wir jede Menge Zeit und wollen noch viel sehen,

fahrt weiter mit uns mit!

Bis bald!

 

 

 

 

 

 

 

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