Eine Woche Zeit

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Eine Woche Zeit bis zum nächsten Termin in Kalamata. Bei einer Kapelle tanken wir Wasser, dann machen wir uns auf den Weg auf den „ersten“, westlichen Finger. Durch die leeren Gassen von Petalidi geht es nach Süden Richtung Koroni.

Die verwinkelte Altstadt von Koroni soll die Hölle für große Fahrzeuge sein, das glauben wir unbesehen und biegen vorher ab Richtung Faneromeni. Schöne Strecke, wir sausen fröhlich dahin bis wir in Vasilitsi merken, das wir übers Ziel hinausgeschossen sind. Nach Faneromeni hätten wir nochmal abbiegen müssen, hoppla! Umdrehen und zurück, der Abzweig sieht etwas fragwürdig aus, so winzig, aber ein großer Baulaster biegt vor uns ein – wenn der da durchpasst ist wohl alles in Ordnung.

Abwärts zum Kalamaki Strand, wir überlegen kurz zu bleiben. Aber so richtig toll ist das nicht. Kurz darauf erklimmen wir die nächsten Berge. Die Teerstrasse endet unerwartet und wird zur Staubstrasse.

Im Hinterland grünt alles, die Olivenbäume bilden schon wieder ihre winzigen Knospen. Die Strasse schüttelt uns ordentlich durch, bleibt aber passabel.

 

Ein kleines Schild weist auf den Abzweig nach Tsapi. Klasse, dann können wir von hier aus weiter zur Tsapibucht rumpeln – aber nicht heute, da haben wir ein anderes Ziel im Sinn. Bei Selitsa, einer Dreihäuserortschaft mitten im Nirgendwo, beginnt nach über 5 Kilometern Schaukelfahrt durch wunderschöne Landschaft die eigentliche Piste.

Der Weg ist jetzt auch nicht schlimmer als die „Landstrasse“ vorher, nur schmaler.

hinter der Anhöhe liegt eine einsame Bucht. Da möchten wir hin.

Aber vorher kommt eine Schikane. Wir stoppen vor dieser Serpentine…….

Das wird jetzt wirklich eng und steil. Ausholen müssten wir auch noch, um rumzukommen. Kurzer Blick auf die Wettervorhersage….ab morgen immer wieder Regenschauer in den nächsten Tagen. Das bedeutet, der Untergrund wird zu rutschigem Schlamm…..Irgendwann möchten wir hier ja auch wieder hoch….

Nee, wir haben beide kein gutes Gefühl dabei. Macht nix, andere Strände sind auch schön, wir wenden.

Das Wendemanöver ist nochmal spannend: erst geradeaus auf die Kante, dann rückwärts gen Abgrund

mit Schwung hoch und dabei möglichst mit den Spiegeln nicht gegen den Fels knallen

 

Geschafft!

Am Abzweig nach Tsapi machen wir eine kurze Pause.

Wie war das nochmal: heute fahren wir noch nicht nach Tsapi? Doch, fahren wir!

Dem Schild folgend stürzen wir uns abwärts Richtung Westen. In Nullkommanix sind wir von 180 Metern Höhe schon runter auf 40 Meter. Die Piste ist gut zu fahren, das macht Spaß!

 

Eine Weile geht es von Kurve zu Kurve, dann wird der Weg flacher.

 

Raus aus dem Pinienwald, hinein in die Olivenhaine, eine ruppige Piste, aber sehr schön.

Olivenzweige klopfen an unsere Fenster, halten den Daumen raus. Nein, wir nehmen niemanden mit!

 

Plötzlich stoppt Martin. „Wir stecken irgendwo fest! Wo klemmt´s denn?“  Was?! Ich schaue aus der Tür – ja sowas! Ein Olivenbaum hat den Fuß rausgestellt und wir hängen mit dem Reifen am Baumstamm fest! Ein bißchen rückwärts, vorwärts, rückwärts, dann können wir vorbei.

Schließlich wird die Piste zur asphaltierten Landstrasse, wir düsen zur Tsapibucht. Durch eine schmale Gasse direkt neben dem Campingplatz fahren wir auf den Strand.

Das haben wir uns ganz anders vorgestellt! So dicht beim Camping zu parken fühlt sich nicht gut an, auch wenn der Platz geschlossen hat. Und es zieht wie Hecht am Strand. Nee, das ist nix. Wir quetschen uns wieder durch die Gasse.

Sollen wir noch die nächste Strandbucht Marathi ausprobieren? Nein, genug Experimente für heute, wird auch langsam spät. Wir sausen ohne Halt durch bis nach Methoni auf den altbekannten Platz. Eine gute Idee, später erfahren wir, daß der Weg nach Marathi versperrt worden ist.

Langer, langer Fahrtag, müde und glücklich sitzen wir noch auf der Treppe, mit Blick auf die Burg und lassen den Tag Revue passieren. War mal wieder ne tolle Fahrt heute! Jetzt noch ein Getränk, dann ist Feierabend…

 

 

Natürlich möchten wir die Burg auch nochmal von innen besuchen. Außerhalb der Öffnungszeiten ist die Hintertür offen. An der Taverne mit der exakten Entfernungsangabe bis zum WC ( 0,006 km ) wandern wir an den dicken Mauern der Burg entlang zum Tor.

 

Aber wir haben diesmal kein Glück, das Tor ist verschlossen, Corona sorgt auch hier für strengere Regeln. Bedauerlich.

 

Wir trödeln noch etwas am Hafen rum und machen anschließend eine große Spazierrunde durch den Ort.

 

Der Duft der Orangenblüten weht durch die Strassen, betäubend….An den Zweigen reifen gleichzeitig schon wieder Früchte

 

 

Am nächsten Tag ist Rosenmontag und Drachenfest, ein sehr wichtiges Fest in Griechenland. Die Drachen verscheuchen die bösen Geister des vergangenen Jahres. Danach beginnt die Fastenzeit bis Ostern. Viele Familien kommen zum Strand, lassen Drachen steigen und wessen Drachen am höchsten fliegt, dem steht großes Glück ins Haus. Morgens um halb 8 sieht das Wetter noch ganz okay aus, aber 2 Stunden später pieselt es aus grauen Wolken.

Mittags wird´s besser, ein Familienvater lässt sich nicht abschrecken und bringt seinen Drachen in Startposition.

  1. Versuch…..

Das war nix, nochmal…..2. Versuch

Das wird schon, nochmal….3. Versuch….er rennt los……

ohje….nicht aufgeben….ich drücke die Daumen……4. Versuch

Peng! Der Drachen knallt auf den Sand und ist kaputt, schade….

Martin schiebt die Leiter rein, nachmittags brechen wir auf zur Navarinobucht. Dort parken Freunde, die wir überraschen möchten. Heftiger Wind schüttelt die Olivenbäume, weiße Schaumkronen tanzen auf den Wellen. Ungemütlich.

In Pylos kein Mensch auf der Strasse, trotz Feiertag. Kurz darauf erreichen wir die Navarinobucht. Schnell finden wir unsere Freunde, ein großes Hallo, wir freuen uns alle, uns zu treffen! Nach einer Stunde fröhlichem Geplauder jagt uns ein Wolkenbruch in die Autos. Das schüttet! Wir denken zurück an die Pistenserpentine, bei der wir wegen des zu erwartenden Regens umgekehrt sind. Wie gut!

5 Minuten Sturmregen, dann ist alles wieder wunderbar draußen.

Ein verlorener roter Drache fliegt allein und losgelöst hoch übers Meer.

Nach einer Stunde peitscht das nächste Unwetter übers Wasser, wir flüchten wieder…..

Dann sehen wir uns morgen!

 

Perfektes Flugwetter morgens, das nutze ich gleich aus. Ein fantastischer Blick über die Lagune und bis zur Ochsenbauchbucht.

Die Wanderwege hoch zum Paleo Kastro, der alten Burg, haben wir ja schon erkundet, deshalb wandern wir heute mal um die Lagune. Ein fieser, kalter Wind begleitet uns. Weiße Flamingos stehen im seichten Wasser, wir sehen Reiher, Kormorane und Blässhühner. Eine Stunde laufen wir durchs Vogelschutzgebiet. Ähh, wo geht´s lang? Der Wegweiser lässt viel Raum für Interpretationen.

 

Die gesamte Runde wären dann nochmal 8 Kilometer. Ach nee, danke, wir gehen zurück nach Hause, am versunkenen Boot vorbei.

Alfred zündet die Feuertonne, wir sitzen zusammen unter einem grandiosen Sternenhimmel und wärmen uns an den blauen Flammen des Treibholzfeuers.

 

Prasselnder Hagel weckt uns am nächsten Morgen. Aprilwetter im März. Leichter Schnee liegt sogar auf den niedrigen Bergen hinter Pylos. Der Sand ist mit Eiskügelchen bedeckt.

Wir müssen uns verabschieden, die Woche ist um, morgen haben wir unseren Termin in Kalamata. War kurz, aber sehr schön, euch wieder getroffen zu haben, liebe Freunde! Bis demnächst!

Am Nachmittag rollen wir unter strahlend blauem Himmel auf die Landstrasse nach Kalamata, die tief verschneiten Berge immer voraus.

Jetzt erledigen wir erstmal alles in der Stadt, dann fahren wir wieder nach Lakonien, auf den „dritten“ Finger.

Liebe Grüße, bis bald!

Julia & Martin

Drink positive!

Instagram: rappelkisteberlin

 

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