Nix für Zimperliesen!

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Richtung Alicante geht´s weiter, wir nehmen die schmale, gewundene Strasse über das Montgó – Gebirge. Wir lassen die Berge hinter uns. Vor uns sehen wir den markanten Felsen und die Hochhäuser von Calpe. Nicht weit von hier wollten wir eigentlich unseren Kumpel Dirk aus Berlin treffen, aber der ist schon wieder weitergezogen. Schade, Dirk, wär lustig gewesen!

Am Horizont taucht der Hochhausdschungel von Benidorm auf, das Wetter wird überraschend freundlich und wir überlegen kurz, uns hier in der Nähe einen Platz am Strand zu suchen, denn wir würden lieber in der Sonne als im Fahrerhaus sitzen. Aber mit den angebotenen Stellplatzmöglichkeiten können wir uns nicht anfreunden: weit weg vom Strand hinter Hochhäusern in Reih und Glied mit vielen anderen Wagen. Da müssen wir wohl doch noch durch Alicante durchfahren, das wollten wir zum Feierabendverkehr eigentlich vermeiden. Es läuft erstaunlich gut, wie geschmiert rollen wir locker in kürzester Zeit durch die Stadt. Und wohin jetzt? Im Frühjahr haben wir gleich südlich von Alicante zwei Plätze am Strand gesichtet, der erste direkt an der viel befahrenen Strasse, der andere weiter südlich und etwas ruhiger. Es dämmert schon und der Himmel verdüstert sich auch wieder, also da hin. Der ruhigere Platz weiter hinten ist eine einzige Baustelle. Wir müssen mit dem ersten vorlieb nehmen, da gibt´s noch eine Zufahrt. Hier wird die gesamte Strasse umgebaut u.a. mit hohen Bordsteinen. Das bedeutet nichts Gutes für Wohnmobilisten, diese beiden Plätze wird es wohl bald nicht mehr geben.

Durch Schlamm pflügen wir uns zum Strand, für eine Nacht ist das hier okay. Böiger, warmer Wind kommt auf und die ganze Nacht regnet es, aber pünktlich zum Aufstehen wird´s besser. Wir matschen uns wieder auf die Fahrbahn und steuern über eine kleine Küstenstrasse nach Santa Pola. Einkaufen und Wäsche waschen steht auf dem Programm. Einkaufen geht prima, aber wir können den Waschsalon nicht anfahren und nicht in der Nähe parken. Die Strassen sind zu schmal und zugeparkt. Glück gehabt, dann können wir das nochmal verschieben…..

Auf dem Hinweg haben wir an der Küstenstrasse etliche Wohnmobile gesehen, weiträumig verteilt, mit großem Abstand zueinander. Wir fahren dahin zurück und wählen uns einen schönen Platz am felsigen Ufer aus. Abends glitzert im Norden Alicante und im Süden sehen wir die Lichter der Stadt auf der ehemaligen Pirateninsel Tabarca vor Santa Pola. Echt schön! Und kein Regen!

 

Unsere Wetterapps sagen für die nächsten Tage Sonnenschein voraus, wir müssen die Gelegenheit nutzen und endlich waschen! Also los, bei einer Tankstelle an der N-332 gibt es einen Waschsalon, dort wir füllen drei große Maschinen.

Nur ein kleiner Teil der Wäsche kommt in den Trockner, den großen Rest wollen wir später draussen aufhängen. Doch kaum sind wir mit der feuchten Wäsche an Bord wieder losgefahren, verdunkelt sich der Himmel und es beginnt heftig zu regnen! Da hat uns unsere Wetterapp ja schön gefoppt! Wir fahren bis zu einem Ort mit dem herrlichen Namen „Los Nietos“ am Mar Menor, dem „kleinen Meer“. Eine sehr schmale Landzunge, vollständig mit Hochhäusern bebaut, trennt bis auf einen engen Durchfluss das „kleine“ vom Mittelmeer. Auf einem leeren, betonierten Parkplatz, der auf bessere Zeiten hofft, quartieren wir uns mit Meerblick ein.

Eine Regenpause kommt uns zugute, wir hängen unseren Wohnraum komplett mit Wäsche voll

und gehen spazieren. Es wird immer düsterer….wir kehren um. Kaum wieder im Steyr bricht ein Sturm los, wie wir ihn schon lange nicht mehr erlebt haben! Der Regen prasselt wie kleine Steine auf unser Dach, der Wind heult und die Palmen biegen sich bedrohlich zu uns runter!! Es ist unglaublich laut! Das gesamte „kleine Meer“ scheint im Moment von oben auf uns niederzuregnen!

Wir sitzen drinnen zwischen unserer feuchten Wäsche und harren aus. Nachts ist der Sturm urplötzlich vorbei und es wird ganz still draussen, bis es im Morgengrauen wieder regnet.

Überwintern in Spanien ist echt nichts für Zimperliesen.

Durch einen tiefgrauen Morgen fahren wir um Cartagena herum, biegen dann auf eine Nebenstrasse in die Berge ab. Alle sonst ausgetrockneten Flüsse führen ordentlich ockerbraunes Wasser. Das Wetter wird freundlicher und wir können bis zum Pass eine wunderschöne Fahrt durch die Berglandschaft mit herrlichen Ausblicken genießen. Als wir oben über den Pass kommen, haben wir einen Panoramablick in das weite Tal, auf`s glänzende Meer und die gigantischen Plastikplantagen! Ab hier geht´s los mit den Plasticos.

Wir steuern die Rappelkiste über Serpentinen bergab bis wir unten zur berühmten „Ziegenwiese“ abbiegen. Ein äußerst beliebter, freier Womostellplatz, viele Leute haben uns davon erzählt, auf dieser Wiese überwintern auch viele. – Haben überwintert, denn die Zufahrt ist mit einem Erdwall versperrt, auch dieser Platz ist Geschichte! Um die Ecke stehen noch ein paar letzte Dauercamper in Gestrüppnischen. Uns gefällt´s nicht besonders, der Strand besteht aus groben Steinen und ist sehr müllig. Der Sturm hat eine Menge braune Algen angetrieben, wie große Haufen Tonbandsalat türmen sie sich auf. Dunkelbraune Wassersuppe klatscht über felsige Kanten.

Wir verlassen die Ziegenwiese und fahren die Küste entlang, vielleicht findet sich ja was besseres in der Nähe. Nein, alle Plätze, die in Frage kämen, sind abgesperrt und geschlossen. Ein offizieller Stellplatz ist eingerichtet für 6,-€ pro Nacht, eigentlich okay. Aber irgendwie nix für uns. Wir durchqueren einige Schlammlawinen und kleine Flüsse, die sich, durch den Sturm ausgelöst, über die Strasse ergießen und lenken den Steyr einige Kilometer durch schmale Gassen zwischen Plastikgewächshäusern bis zur N-332.

 

Die Abkürzung über die schmale Offroadpiste durch die Berge lassen wir zu unserem großen Bedauern aus wetterbedingten Vernunftgründen beiseite. Auf der N-332 angekommen sind es noch ca 35km bis zum Playa Palmera. Ostern unter Palmen, erinnert ihr euch? Nix wie hin!

Die Zufahrt ist extrem schlammig und wir graben tiefe Rinnen in den Weg. Vorn stehen schon ein paar Womos am Strand. Kurz vor den Palmen wird die Piste von einem neu entstandenen Flussbett zerfurcht. Wir könnten da durchfahren….aber heute sind wir soooo vernünftig! Wir gehen den Weg erstmal ab. Der ganze Palmenplatz ist schlammig und glitschig. Hinfahren könnten wir, aber dort im Matsch stehen ist nicht schön. Auch wenn wir da alleine wären. Wir bleiben vorne bei den anderen, es sind nicht viele, jeder hat genug Platz und wir haben traumhaften Meerblick. Am nächsten Tag hängt dann auch endlich die Wäsche draussen und nicht mehr im Wohnraum, uff!

Ja, und hier stehen wir jetzt seit ein paar Tagen in netter Gesellschaft. Das Wetter ist wechselhaft, aber okay, mit 18°C sind wir zufrieden. Und wer kam heute plötzlich vorbeigewandert? Belinda und Noel, zwei der Engländer, mit denen wir in Uzès so schön gefeiert haben!

Ein bißchen bleiben wir noch, hier gefällt´s uns…..

   

– noch was in ganz eigener Sache: mein Kunstprojekt ist jetzt auf Instagram zu verfolgen. Wen`s interessiert kann ja mal bei „Buexenjulle“ reinschauen…..würd mich freuen….

bis bald, liebe Grüße

Julia & Martin

Drink positive!

 

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