Rückblende: 4 Monate – von Mai bis Ende August

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Der Sommerurlaub ist vorbei, es geht wieder weiter mit regelmäßigen Blogbeiträgen……

Rückblende:

Mai und Juni verbringen wir von Anfang bis Ende in Griechenland am Strand von Elea.
Mit der Honda Dax sausen wir durch die Gegend, erkunden die Umgebung, trinken oft und viel Kafe´frappe´ in den Kafenions. Jeden Tag planschen wir in den Wellen, zum Sonnenuntergang kochen wir auf dem kleinen Gaskocher beim Strandsofa und verbringen die Abende am Strand oder unter dem Schirm unserer Pinie.

Der Tacho der Dax springt auf eine historische Zahlenfolge

Und es gibt wirklich Leute, die es witzig finden, wenn ihre Hunde Mopeds jagen. Ganz schön gefährlich…..für alle….

Die Kyparissiaberge setzen sich einen Hut auf und die Dämmerung schenkt uns ein Traumlicht in pastell….

Am kilometerlangenStrand steht einsam und allein unser Sonnenschirmchen. Geschlossene Grenzen, kein Flugverkehr und keine Passagierfähren von Italien bescheren uns diese einzigartige, wunderbare Einsamkeit.

Jeden Morgen finden wir die großen Spuren der Karetta Schildkröten, die nachts zur Eiablage kommen. Die Turtle Society of Elea kennzeichnet jeden Tag die Nester. Die großen Karetta Karetta Schildkröten können sich an Land nur schwerfällig bewegen. Im Gegensatz zu Landschildkröten können sie sich auch nicht in den Panzer zurückziehen und sind dadurch extrem verwundbar während der Eiablage. Etwa 120 golfballgroße Eier vergraben sie ca 50cm tief im Sandboden. Um die 60% davon werden von der Sonne ausgebrütet. Die kleinen Schildkröten werden nicht alle das Meer erreichen, die Möwen und Katzen warten schon hungrig. Und selbst wenn, wird im Durchschnitt nur 1 Schilkröte von 1000(!) überleben, erwachsen werden und nach 20 bis 30 Jahren zur Eiablage wiederkommen.

Die Melonen reifen auf den Feldern, der Thrubi ( oder so ähnlich ) blüht und taucht die Dünen in lila Farbe. Die Olivenbäume tragen ihre winzigen Blüten und sogar schon ein paar Früchte. Während einer kurzen Hitzewelle sind viele Blüten verbrannt, die Olivenbauern erwarten keine gute Ernte in diesem Jahr.

In der Abenddämmerung treffen wir uns zum „fernsehen“, sitzen oft bis tief in die Nacht zusammen am Strand

Das Meer ist wunderbar warm, die Tage sind heiß, ein stetes Lüftchen kühlt und die Nächte haben perfekte Schlaftemperatur…..

Ende Juni verdichtet sich das Gerücht, daß ab 02.07. wieder Passagierfähren nach Italien fahren. Wir kommen ins grübeln…. Martins Handgelenk ist nicht verheilt und muß operiert werden. Abgesehen davon: es gibt ein paar Dinge in Berlin zu erledigen. Und unsere Freunde zuhause würden wir auch sehr gerne mal wiedersehen. Die Ausnahmezeit ist vorbei, wir entscheiden uns aufzubrechen und Anfang Juli eine Fähre zu nehmen.

Zur Sommersonnenwende veranstalten wir ein großes, rauschendes Fest mit allen liebgewonnenen Menschen, mit denen wir die letzten Monate verbracht haben – es wird gleichzeitig das Abschiedsfest.

Wehmütig packen wir zusammen. Die Dax wird verladen, das Sofa schnallen wir vorne an die Rappelkiste, wir bringen es zu Freunden.

Und von dieser fröhlichen Bande müssen wir uns auch verabschieden…..

 

 

Ende November 2019 sind wir von Albanien nach Griechenland eingereist, wollten vielleicht 2 oder 3 Monate bleiben um dann zu verschiffen und Israel, Jordanien und Saudi Arabien zu bereisen.

Ein unsichtbarer Winzling verändert die Welt, die Grenzen schliessen und wir können nicht mehr frei entscheiden wann und wohin wir reisen möchten. Für uns eine ungewohnte, zuerst belastende Situation.

In Griechenland festzusitzen wird überraschend schnell zu einer sehr glücklichen, positiven Erfahrung. Während vielerorts das Virus wütet, der Fremdenhass und das Mißtrauen wachsen, haben wir das Gefühl auf einer seltsam abgeschiedenen Insel der Glückseligen zu sein. Das verdanken wir auch dem umsichtigen Verhalten der Behörden, die uns, unter gewissen Auflagen, den Aufenthalt während des Lockdowns am Strand von Elea möglich gemacht haben. Wir sind geblieben, haben Freundschaften geschlossen, Land und Leute lieben gelernt.

 

Auch wenn der Abschied noch so schwer fällt, wir starten zur Fähre nach Italien.

Unser erstes Ziel ist Nafpaktos, am Strand steht Schirm an Schirm. „Willkommen in der Zivilisation!“ Nafpaktos ist touristisch, sehr schön, verwinkelt und charmant. In den nächsten Tagen begleitet uns brütende Hitze bis nach Igoumenitsa.

Juli: direkt am Hafen ein Ticket nach Ancona zu kaufen ist problemlos möglich, allerdings nur ohne Camping-on-board. Die Fähre kommt erwartungsgemäß 90 Minuten zu spät doch dann muss alles sehr schnell gehen. „GO! GO! GO!“ drängeln die Verlader.

Antio sas Hellas!! Auf Wiedersehen Hellas, nach sieben Monaten verlassen wir dieses schöne Land….

So lange wie möglich bleiben wir an Deck, nachts um 3 ziehen wir um in die Bar. „No sleeping!“ ruft uns der Kellner zu. Wir sehen uns erstaunt um: auf fast jedem Sofa, auf dem Fußboden, überall schnarchen schon LKWFahrer…. das kann er nicht ernst meinen, das letzte freie Sofa wird unser Bett. Drei Fernseher, alle mit unterschiedlichen Sendern, brüllen durch den Raum, es wird eine schlaflose, anstrengende Nacht.

Ancona empfängt uns mit Regenwetter, das sind wir gar nicht mehr gewöhnt! Seit März hat es auf dem Peloponnes nicht mehr geregnet. Wo schaltet man denn noch nochmal die Scheibenwischer ein???

In Italien ist es wesentlich entspannter, als erwartet. Wie eh und je sind alle, die wir treffen, gerne zu einem Pläuschchen auch mit gebotenem Abstand bereit. Wir düsen Richtung Schweiz zum Steyrspezi. Der Tüv hatte zuletzt unsere Bremsscheiben bemängelt und ein paar andere Reparaturen stehen an. Der fast 17km lange Gotthardtunnel ist alles andere als angenehm……

 

Beim Steyrspezi werden wir herzlich begrüßt, die Rappelkiste fährt in die Werkstatt, es geht gleich los!

 

 

 

Nach der abschließenden Heißwäsche läuft das Wasser rot gefärbt in den Abfluss….an einigen kleinen Stellen am Shelter schimmert bereits die grüne Tarnfleckfarbe wieder durch…..obwohl wir mit Epoxidharz streng nach Anleitung gestrichen haben, war das einfach eine Sch…..farbqualität.

 

Drei arbeitsreiche Tage beim Spezi:  ein reines Vergnügen für Mensch und Maschine!

Auf dem schnellsten Wege düsen wir nach Berlin, nehmen uns keine Zeit mehr für Umwege und Besuche. Kaum angekommen legen wir sofort los. OP- und Arzttermine, Steuererklärungen, Papierkram, Bestellungen, Einkäufe und scheinbar unendliche Mengen kleiner Dinge werden organisiert. Besonders schöne Tage verbringen wir mit unseren Freunden und Familie in Berlin und Umgebung. Wir bekommen sogar noch kurzen Besuch aus Griechenland. Die Zeit drängt: die Corona Infektionszahlen steigen stetig an, in Berlin drehen alle langsam durch. Die ersten Grenzen werden nach kurzer Öffnung schon wieder geschlossen. Und wir möchten den Winter nicht in der Stadt verbringen. Nach sechs Wochen, in Rekordzeit, sind wir wieder abfahrbereit. Die Rappelkiste steht fertig gepackt auf der Startbahn, es ist Ende August

Los geht´s, gen Süden – wir fahren zurück nach Griechenland

Bis bald, liebe Grüße!

Julia & Martin

auf Instagram: rappelkisteberlin

Drink positive!

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